Das war aufregend: mein erster „Wettkampf“ seit Ewigkeiten und der zweite überhaupt. Natürlich habe ich den größten Fehler gemacht, den ein Greenhorn so machen kann – aber insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Die letzte Vorbereitungswoche war ich gar nicht laufen, da mich wohl irgendein Virus erwischt hat. Dazu gehörte auch Fieber. Also habe ich mich geschont. Nur war ich am großen Tag trotzdem nicht wieder fit. Bin mit leichten Kopf- und Gliederschmerzen los gefahren und habe gehofft, dass das Adrenalin helfen wird. Ansonsten war mein Plan es einfach locker angehen zu lassen.

Das Wetter war einfach ideal und so war auch schon die Zeit vor dem Start mit den Kollegen ein kleines Fest. Ich habe mich mit Guiseppe eingelaufen und dann relativ weit vorne im Starterfeld einsortiert. Meine Zielvorgabe war „irgendwas unter 30 Minuten“ und ich hatte angenommen, dass das auch für die meisten anderen Starter gilt. Weit gefehlt…

Nach dem Startschuss ging es sofort richtig ab. Die vielen Läufer hatten auf dem schmalen Weg nicht genug Platz, um sich der Geschwindigkeit entsprechend zu sortieren. Es wurde wild rechts und links über die Grasnarbe überholt – teilweise halsbrecherisch. Ich hatte mir ein, zwei Kollegen ausgesucht, die mich mitziehen sollten. Aber meine Uhr zeigte ein Tempo von knapp über 4 min/km an! Das war wesentlich zu schnell. Aber andererseits: läuft doch und macht Spaß! Zumindest auf den ersten zwei Kilometern…

Kurz vor dem Wendepunkt der Strecke am Kemnader See

Kurz vor dem Wendepunkt der Strecke am Kemnader See

 

Nach zwei Kilometern waren meine Akkus dann schon leer. Ich  musste ständig sehen, dass ich nicht zu schnell laufe, damit ich die Strecke überhaupt vernünftig zu Ende bringe. Habe mir also einen passenden Rücken gesucht und bin brav dahinter geblieben. Da ich die Strecke von früher ganz gut kenne, hatte ich dann irgendwann das Gefühl für den letzten kleinen Bogen noch mal etwas Gas geben zu können. Doch dummerweise war der Start gar nicht das Ziel und so war „der letzte kleine Bogen“ ein ziemlich langes Stück. Kurz vor dem Ziel gab es dann sogar noch eine Steigung. Aus dem letzten Loch pfeifend und mit absolutem Maximalpuls bin ich dann über die Ziellinie.

Endlich auf der Zielgeraden

Endlich auf der Zielgeraden

Urkunde Firmenlauf Bochum

Mit der Zeit hatte ich nicht gerechnet. Im Training war ich davon ausgegangen, dass ein 5er-Schnitt bei guten Bedingungen schon zu schaffen sein müsste. Aber krank und mit viel zu schnellem Start…? Ich  kann also ganz zufrieden sein und bin es auch.