Vorgeschichte

In meinem ersten Läuferleben war die Herzfrequenzmessung beim Laufen noch ganz neu und man musste eine Polar-Uhr haben, um mit dabei zu sein. Mittlerweile gehört der Brustgurt und sogar GPS standardmäßig dazu und es streiten sich mindestens drei große Hersteller um diesen interessanten Markt: Garmin, Suunto und Polar.

Mein Wahl fiel bisher immer auf Garmin. Angefangen mit der Forerunner 405 (die mit dem Touch-Ring), über die Forerunner 220, Forerunner 225 und Forerunner 235 bis hin zur Fenix 3 HR. Auch eine Forerunner 630 hatte ich schon im Test. Ein Ausflug in die Suunto-Welt war nicht sonderlich überzeugend, allerdings war die Ambit2 Run auch damals schon fast veraltet.

Richtig interessant wurde Suunto für mich erst, als die volle Unterstützung für das STRYD-Powermeter angekündigt wurde. Eine Ambit3 Run (in der echt coolen Farbe „lime“!) ersetzte ganz schnell die Aufzeichnung per App. Einige Zeit später stieß noch eine Vertical dazu (musste ausprobiert werden…) und zuletzt das derzeitige Top-Modell, eine Suunto Ambit3 Peak.

Ich habe mit allen drei Uhren mittlerweile genügend Trainingskilometer gesammelt, um sie hier gegenüber zu stellen. Auf eine ausführliche Darstellung aller Funktionen habe ich bewusst verzichtet – dafür gibt es sehr gute andere Quellen (http://fellrnr.com/wiki/Suunto_Ambit3 oder )

Gemeinsamkeiten der Suunto Ambit3 Reihe

Display und Bedienung
Alle Ambit3-Modelle setzen auf ein schwarz-weisses Display mit 128×128 Pixeln, das die Anzeige auf Wunsch positiv oder negativ darstellen kann (also schwarzer Text auf weißem Grund oder umgekehrt). Das mag ein wenig Old-School wirken, funktioniert aber tadellos. Farben braucht kein Mensch. 😉 Über fünf Tasten lassen sich alle Funktionen der Uhren gut erreichen. Die Menüführung ist in sich schon logisch, allerdings fühlt sich der Sprung von Garmin zu Suunto ungefähr so an wie von Windows zu Apple. Für mich ist der Druckpunkt bei allen Uhren etwas zu schwammig geraten, aber auch daran gewöhnt man sich schnell.

Konnektivität
Mit dem Schritt von der Ambit2- zur Ambit3-Serie ist Suunto von ANT+ zu Bluetooth gewechselt. Die Uhren lassen sich also nun mit dem Handy koppeln und verstehen die Signale von diversen anderen Bluetooth-Geräten wie Brustgurten oder Footpods. Kleines Manko: die Uhren merken sich immer nur ein Gerät pro Kategorie. Wer also manchmal vom Suunto-Brustgurt zum STRYD oder dem Scosche-Armband wechseln will, muss die Uhr immer wieder neu damit bekannt machen. Das dauert zwar nur wenige Sekunden, ließe sich aber sicher auch anders lösen (Garmin macht es vor…). Zusätzlich zur Funkverbindung gibt es natürlich noch das gute alte USB-Kabel, das zum Aufladen, Updaten und Synchronisieren mit Movescount (falls man das nicht über ein Handy machen will) gebraucht wird.

GPS
Die Ambit3-Uhren sind berühmt für ihren guten GPS-Empfang. Eine Besonderheit gegenüber anderen Herstellern ist, dass sich das Aufzeichnungsintervall zwischen den Optionen 1s, 5s und 60s umstellen lässt. Das nimmt dann nicht nur Einfluss auf die Qualität des Tracks, sondern auch auf die Akku-Laufzeit. Für den legendär guten Empfang sorgt der „Knubbel“ am Übergang zum unteren Teil des Armbandes, der wohl die Antenne enthält.

Navigation
Zweite Besonderheit: alle Suunto Ambit3 können entlang eines vorher erstellten Tracks navigieren. Man erstellt also auf der Movescount-Plattform eine Route, die anschließend zur Uhr übertragen wird (bis zu 50 Stück sind möglich). Dort zeigt die Navigationsansicht dann den Pfad und die eigene Position als Pfeil. Eine Kartendarstellung gibt es also nicht, dafür kann man aber Wegpunkte und/oder Abbiegehinweise hinterlegen.

Sportmodi
Auf allen Uhren lassen sich mindestens 10 Laufprofile hinterlegen, unter denen man vor jeder Trainingseinheit wählen kann. Sie enthalten Festlegungen über die Darstellung der bis zu acht Bildschirme mit ihren bis zu drei Datenfeldern, aber auch einzubindende Pods oder die Frequenz der GPS-Aufzeichnung. Bis auf das kleinste Modell (Run), dass sich nur auf Lauffunktionen beschränkt, unterstützen alle Uhren auch andere Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen.

Intervalle
Neben einer sehr rudimentären Intervallfunktion auf den Uhren selbst, gibt es seit einiger Zeit den Workout Planner, der in die Handy-App integriert wurde. Mit ihm lassen sich komplexe Trainingsabläufe im Vorfeld planen und auf die Ambit3 übertragen. Die Umsetzung beim Ausführen eines solchen Workouts ist noch etwas holprig, finde ich. Die gewählte grafische Darstellung ist zwar ein interessanter Ansatz, dafür fehlt häufig die Orientierung: geht es schon nach dem Piepsen los, oder erst nach der Anzeige des Abschnittsnamens? Oder: in welchem der zehn eingestellten Intervalle befinde ich mich gerade? Zudem landen die konfigurierten Abschnitte nicht als Laps in der Aufzeichnung. Hoffentlich legt Suunto da noch nach. Aber es läßt sich zumindest schon damit arbeiten.

Movescount
Suuntos Online-Plattform, zu der standardmäßig alle Trainingsdaten der Uhren übertragen werden, heißt Movescount. Sie unterscheidet sich in ihren wesentlichen Möglichkeiten nicht besonders von denen der anderen Hersteller, allerdings hat Suunto im Zuge der neuen Spartan-Reihe im Funktionsumfang nachgelegt. Das übergreifende Thema ist dabei „Community“ (oder wohl eher „Big Data“). Durch die neuen „Trainingsinsights“ kann nun zum Beispiel seinen Leistungsstand mit dem Durchschnitt hunderter anderer Sportler der gleichen Alterklasse vergleichen. Oder für ein konkretes Trainingsziel (Marathon unter 4 Stunden) nachsehen, wie anderen Personen, die dieses Ziel bereits erreicht haben, dafür trainiert haben. Mehr darüber gibt es hier zu lesen. Das Spannende daran: die Entwicklung der Plattform ist unabhängig von der verwendeten Uhr. Das heißt auch die Nutzer der Ambit-3-Reihe kommen in den Genuss aller neuen Funktionen.

Apps
Suunto hält einen großen „App-Store“ bereit, aus dem man zusätzliche Funktionen auf die Uhr laden kann. Allerdings beschränkt sich dies auf Datenfelder. Die voraussichtliche 10-km-Zeit kann zum Beispiel angezeigt werden, nicht aber ein Regenalarm oder Ähnliches. Nichts desto trotz ermöglicht dies aber flexible Erweiterungen der Grundfunktionen, wie zum Beispiel die Integration der STRYD-Leistungswerte. Zudem können alle zusätzlichen Felder mit aufgezeichnet werden.

Brustgurt
Das mag vielleicht nur ein Detail sein, aber ich finde den Suunto-Brustgurt besonders angenehm zu tragen. Dafür wird vor allem der relativ kleine Sensor verantwortlich sein, der gefühlt nur halb so groß wie andere Modelle ist und kaum über den eigentlich Gurt hinaus ragt. Dabei ist er sogar noch besonders smart (kleiner Wortwitz ;)), denn er hat einen Speicher für die Herzfrequenzwerte, die zum Beispiel nach dem Schwimmen an die Uhr übertragen werden können.

Suunto Ambit3 Brustgurt

Suunto Ambit3 Brustgurt

Suunto Ambit3 Run

Das Einsteigermodell der Ambit3-Reihe braucht sich im Funktionsumfang nicht verstecken. Sie ist zwar auf die Sportart Laufen „beschnitten“, aber was sie dort leistet ist mehr als ausreichend. Zum Beispiel die gehört die Navigation als Standardfunktion dazu – das findet man bei anderen Herstellern oft erst bei den Top-Modellen.

Suunto Ambit3 Run Suunto Ambit3 Run Suunto Ambit3 Run

Was mich ursprünglich zu der Uhr gebracht hat: Suunto war der erste Hersteller, der den STRYD-Brustgurt (Pioneer) quasi nativ unterstütze. Nach einem Firmware-Update war es also möglich, die gemessenen Watt-Werte mit aufzeichnen zu lassen. Eine sehr sauber Lösung, zu der es sehr lange keine bessere Alternative gab.

Watt-Anzeige während des Laufs mit der Suunto Ambit3 Run

Watt-Anzeige während des Laufs mit der Suunto Ambit3 Run

Dazu kommt noch, dass natürlich auch schon die Ambit 3 Run von allen anderen Vorteilen der Reihe profitiert. Für mich war neben dem guten GPS-Empfang auch eine gute, verläßlich Anzeige der aktuellen Pace ein starkes Argument. Suunto nennt seine Technik hier „FusedSpeed“ und meint damit die Berücksichtigung verschiedener Quellen zur Geschwindigkeitsermittlung. Neben dem GPS-Signal wird nämlich auf jeden Fall auch die Schwingbewegung des Arms berücksichtigt. Kombiniert man noch einen Footpod, wird dieser auch hinzu gezogen. Es ist dann nicht ein „Entweder/Oder“ wie bei Garmin, sondern eine optimale Ergänzung aller zur Verfügung stehenden Informationquellen. Daher verlasse ich mich bei den BSX-Leistungstests im Freien auch ausschließlich auf Suunto-Pace-Angaben.

Der Preis für die Ambit3-Run ist drastisch gesunken. Lag der Preis des Herstellers ursprünglich mal bei 299 Euro inklusive Brustgurt, ist die Kombination in Online-Shops (und selbst bei Suunto) jetzt schon für knapp 200 Euro zu bekommen.

Meine Meinung: Geheimtipp für Einsteiger
Die Suunto Ambit 3 Run ist immer noch eine sehr solide Laufuhr für Einsteiger. Auch ambitionierte Läufer, die keinen grossen Schnickschnack brauchen, kommen hier auf ihre Kosten. Allerdings lohnt sich bei dem überschaubaren Preisunterschied vielleicht der Blick auf eines der anderen Modelle.

Suunto Ambit3 Sport

Die Ambit3 Sport ist die einzige Uhr aus der Reihe, die ich selbst noch nicht benutzt habe. Die zusätzlichen Features gegenüber der Ambit3 Run sind allerdings nur marginal. Obwohl sie natürlich auch entscheidend sein können, wenn man zum Beispiel nicht nur Läufer ist. Denn die Ambit3 Sport versteht sich auch auf Schwimmen und Radfahren – samt entsprechenden Metriken wie Leistung. Sie ist also das kleinste Multisport-Modell der Ambit3-Reihe.

Auch für Läufer kann die Sport interessant sein, denn zusammen mit der Unterstützung von Bike-Pods kommt auch die Unterstützung des neuen Stryd: der Stryd-Brustgurt funktioniert noch mit der Run, beim Footpod muss man allerdings schon zur Sport greifen. Dafür erhält man dann auch native Unterstützung der Laufleistung. Als kleines optisches Update kommt noch hinzu, dass die Lünette aus Edelstahl besteht statt nur aus Plastik.

Meine Meinung: Der Multisport-Einstieg
Auch die Ambit3 Sport bietet solide Grundfunktionen, allerdings erweitert um die Sportarten Radfahren und Schwimmen. Die zusätzlichen 60 Euro könnten auch für Läufer gut investiert sein, die mit dem Stryd Summit laufen wollen.

Suunto Ambit3 Vertical

Die Ambit 3 Vertical nimmt eine Sonderstellung in dieser Reihe ein. Sie ist genau genommen das neueste Modell der Ambit3-Uhren. Der wesentliche und auffälligste Unterschied ist das Fehlen des „GPS-Knubbels“. Suunto ist hier also erstmals neue Wege gegangen und hat die GPS-Antenne unter der Lünette versteckt. Das funktioniert bei den Uhren anderer Hersteller auch nicht anders, aber für Suunto ist das schon ein kritischer Schritt, denn die gute GPS-Leistung der Ambit3-Reihe ist sicherlich eines der herausragenden Merkmale der Uhren.

Suunto Ambit3 Vertical

Suunto Ambit3 Vertical

In meinen Vergleichstests konnte ich auch wirklich eine minimale Verschlechterung der GPS-Aufzeichnung feststellen – allerdings wirklich nur in Grenzfällen. Im dichten Wald sind die anderen Ambit3-Modelle etwas überlegen. Die Genauigkeit der Vertical ist dann aber immer noch auf dem Niveau guter Garmin-Uhren. Kein Grund also, die Vertical deswegen abzustrafen. Zudem beherrscht die Uhr nicht nur GPS, sondern auch GLONASS – was in einigen Gegenden ja von Vorteil sein soll. Ich konnte da bisher noch keinen Vorteil raus ziehen.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal unter den Ambit3-Brüdern: der Vibrationsalarm. Das ist schon eine sehr praktische Funktion, die ich nicht mehr missen möchte. Andererseits stört mich das Fehlen bei den anderen Modellen auch nicht besonders… In der Vertical finde ich die Vibration auch nicht besonders stark, so dass ich diese Art der Benachrichtigung oft übersehe.

Mit der Vertical hält auch die Messung von Höhendaten Einzug in das Modell-Lineup. Auf Basis der Luftdruckveränderungen kann die Uhr also Aufstieg und Abstieg in Metern anzeigen und aufzeichnen. Sie war auch die erste Uhr, die das als Graphen auf dem Display anzeigen konnte – für geplante Strecken sogar für das komplette Profil. Die Funktion ist erst nachher auch in die Peak übernommen worden.

Meine Meinung: Beachtenswerter Underdog
Die Vertical bringt viele Funktionen mit, die in der Ambit3-Reihe einzigartig sind. Je nach Sichtweise könnte sie damit sogar die Peak vom Thron stoßen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sie minimal teurer als sie ist.

Suunto Ambit3 Peak (Saphhire)

Das Ambit3-Top-Modell gibt es in zwei Ausführungen: mit Mineralglas (so wie bei allen anderen Modellen auch) und mit Saphirglas. Ob man das unbedingt braucht, wage ich zu bezweifeln, aber es steht zumindest als Option zur Verfügung. Der wesentlichste Funktionsvorsprung ist aber die Größe des Akkus: die Peak hält locker doppelt so lange durch wie die Vertical oder Sport. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich die Uhr wochenlang nicht aufladen muss. Immer wenn ich sie in die Hand nehme, ist sie mindestens halb voll. 🙂

Suunto Ambit3 Peak Suunto Ambit3 Peak Suunto Ambit3 Peak Suunto Ambit3 Peak

Interessanterweise liegen die Unterschiede zur Vertical ansonsten im Detail. Die Peak kann zum Beispiel die Temperatur anzeigen, den Wettertrend oder Sonnenaufgangs- / und -untergangszeiten. Dafür fehlen ihr allerdings GLONASS und Vibrationsalarm. Dafür ist die GPS-Antenne im Knubbel untergebracht, was ihr einen etwas besseren GPS-Empfang beschert.

Meine Meinung: Platzhirsch
Die Ambit3 Peak ist meine „Brot-und-Butter“-Uhr. Ein absolut verläßlicher Begleiter, der immer alles mitmacht. Ich kann mich voll darauf verlassen. Die GPS-Qualität und die lange Akkulaufzeit heben sie deutlich über die anderen Modelle.

Suunto vs Garmin

Ich bin in der glücklichen Lage, immer mehrere Uhren unterschiedlicher Hersteller zur Auswahl zu haben. Wohin greife ich also wann und warum? Grundsätzlich muss ich sagen, dass beide Marke hervorragende Laufuhren bauen. Doch im Detail gibt es immer Punkte, die der eine besser gelöst hat als der andere…

Verlässlichkeit
Wenn ich mich für nur eine Uhr entscheiden müsste, auf die ich mich z.B. im Urlaub voll verlassen können muss, wäre das mit Sicherheit eine Suunto. Meine Wahl fiele schon wegen der Akkulaufzeit wahrscheinlich auf die Peak. Ihr könnte ich vorher alle geplanten Laufrouten mitgeben und wäre mir sicher, dass sie mich nicht im Stich lässt.

Bei einigen Garmin-Modellen (Forerunner 235 oder 735XT) würde ich mir da auch keine großen Sorgen machen. So lange man daran nicht herum spielt, machen sie ihren Dienst. Aber irgendwie ist das ganze System etwas fragiler… Manchmal muss man die Uhr einfach nur neu starten, damit alles wieder geht. Ein anderes Mal ist das nicht so leicht zu lösen und versaut den spontanen Start in den Lauf. Passiert selten, aber wenn ist es eigentlich immer eine Garmin.

Kinderkrankheiten und Updates
Bei dem Punkt bekleckern sich beide Hersteller bei neuen Modellen nicht unbedingt mit Ruhm… Tendenziell ist es aber schon so, dass Suunto die Problemchen schneller und besser im Griff hat. Oder anders: Suunto lässt lieber Funktionen fehlen, die noch nicht sauber laufen, und ergänzt dann nach und nach. Bei Garmin bekommt man (fast) alles sofort, dafür aber häufig mit Kinderkrankheiten. Wie gesagt: das betrifft nur brandneue Modelle. Die Ambit3-Reihe ist aus der Problematik definitiv raus.

Brustgurt
Siehe oben: ich finde den Suunto-Brustgurt um Längen besser als den von Garmin.

Erweiterbarkeit / Apps
Wie oben schon kurz beschrieben, besteht der Suunto-App-Store eher aus kleinen Rechenhilfen. So lässt sich aus vorhandenen Messwerten die wahrscheinliche Zielzeit für ein Rennen berechnen. An externe Daten kommt man so nicht ran. Es gibt also keine Wetter-App oder Schnittstellen zu anderen Diensten.

Da hat Garmin mit seiner ConnectIQ-Plattform deutlich die Nase vorn – unter allen (!) Herstellern. Hier ist nahezu alles möglich und wird auch fleißig umgesetzt. Eine Warnung vor Regenschauern in der Gegend, der Download von Trainingseinheiten aus TrainingPeaks, frei konfigurierbare Multi-Datenfelder… geht alles. Wer mehr als nur die Grundfunktionen einer Uhr benutzen möchte, ist hier bei Garmin also deutlich besser aufgehoben.

Andererseits kommt Suunto z.B. nativ mit dem Stryd-Powermeter zurecht. Die Wattmessung landet gleichberechtigt neben Pace, Herzfrequenz, Distanz, usw. in der Aufzeichnung und muss nicht erst durch Erweiterungen hineingebastelt oder angehängt werden. Das ist natürlich eine deutlich sauberere Lösung und gerade in der Kombination mir Stryd ein echter Vorteil.

Strukturierte Trainingeinheiten
Beim Intervalltraining ist es ganz hilfreich auf die Uhr als „Trainer“ zurückgreifen zu können. Beide Herstellern unterstützen das Erstellen von strukturierten Trainingseinheiten und die Übertragung auf die Uhr. Die Umsetzung ist aber auch hier bei Garmin deutlich besser gelungen. Die Informationen auf dem Display, die Signale per Ton und Vibration, … Mittlerweile laufe ich meine Intervalle quasi „blind“ nach den Signalen meiner Forerunner 735XT.

Bei Suunto geht es schon damit los, dass ich garnicht genau sagen kann, wann das Intervall beginnt. Es gibt zwar eine Anzeige, die auch die Trainingsvorgaben noch einmal zeigt, aber anscheinend läuft dann im Hintergrund schon die erste Wiederholung. Ich müsste also schon losrennen, noch bevor ich die Vorgaben kenne?! Zudem habe ich nur die Chance das Training exakt nach Plan durchzuziehen, während ich bei Garmin einfach per Tastendruck ein Segment skippen kann.

Ein weiterer Vorteil bei Garmin: professionelle Plattformen zur Trainingsplanung bieten die Möglichkeit seine Trainingseinheiten sehr komfortabel und exakt zu planen. Eventuell kommen die Vorgaben sogar von einem Trainer. Über ein FIT-File kann diese Planung direkt auf die Uhr übernommen werden. Bei neueren Modellen sogar per Knopfdruck. Davon ist Suunto meilenweit entfernt.

Ausblick: Suunto Spartan Reihe

Nun sollte man ja meinen, dass Suunto mit seiner neuen Spartan-Reihe ansetzt, um Garmin in allen Punkten zu überholen oder zumindest gleich zu ziehen. Die Spartan Ultra ist seit August 2016 auf dem Markt (und genau so lange habe ich sie schon in Benutzung), doch erst jetzt ist sie in den Funktionen annähernd so vollständig wie die bisherige Ambit3-Reihe.

Erst mit der Spartan Sport WHR mit optischer Herzfrequenzmessung kam kürzlich eine Spartan-Uhr auf den Markt, die zumindest in der Grundfunktionalität Garmin-Modellen gleichkommt – sobald die Kinderkrankheiten ausgemerzt sind. Suunto hat sicher in Sachen Display (endlich in Farbe!), Bedienkonzept (Touchscreen) und Form-Faktor (kein GPS-Knubbel mehr) deutlich aufgeholt. Aber ich sehe immer noch keine App-Plattform, die mehr leistet als bisher.

Grundsätzlich traue ich den Finnen schon zu, dass sie den Anschluss in allen Punkten schaffen können. Ich würde mir es sogar wünschen, den die Funktionsvielfalt einer Garmin-Uhr mit der Verlässlichkeit einer Suunto wäre wirklich ein Traum.

Fazit

Ist die Ambit3-Reihe also ein Auslaufmodell oder ein Dauerläufer? Für mich definitiv ein Dauerläufer. Denn derzeit würde ich eher zu einer Ambit3 als zu einer Spartan raten, wenn man mich fragt. Und ich gehe davon aus, dass sich das in diesem Jahr auch nicht mehr deutlich ändern wird.

Geht es um die Frage, ob man zu einer Ambit3 oder einer Garmin-Uhr greifen sollte, wird es schon schwieriger. Es kommt ganz darauf an… 😉 Für wen verlässliche Grundfunktionen eine hohe Priorität haben, sollte die Ambit3-Reihe auf jeden Fall in seine Überlegungen mit einbeziehen. Eine Ambit3 Run ist derzeit für etwa 170 Euro zu haben. Das kann nur noch Polar mit seiner M400 unterbieten. Eine Garmin Forerunner 235 schlägt schon mit mindestens 250 Euro zu Buche. Zu dem Preis bekommt man auch eine Ambit3 Peak mit Barometer und riesigem Akku.

Im Moment greife ich für den größeren Teil meiner Trainingseinheiten zur Ambit3 Peak und warte sehnsüchtig darauf, dass ein Update die Problemchen der Spartan Sport WHR behebt. Dann kann ich sogar auf den Brustgurt verzichten. Sobald aber Intervalltraining oder Ähnliches auf dem Plan steht, ist die Garmin Forerunner 735XT am Arm. Bei Wettkämpfen tendenziell auch, weil es einfach sehr gute Apps gibt, die beim Pacing helfen. Lege ich es nicht auf eine Bestzeit an, hat Suunto wegen dem besseren GPS-Empfang und der höheren Verlässlichkeit die Nase vorne.

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