Die Garmin Forerunner 630 ist ein mächtiges Werkzeug. Obwohl ich mit ihr viel Zeit verbracht habe, kann ich hier nur an der Oberfläche kratzen und mich auf die größten Unterschiede zu anderen Forerunner-Modelle beschränken.

Produkttest

Garmin Forerunner 630 mit HRM-RUN

Herstellerlink
Garmin Forerunner 630
Preis
ab ca. 450 Euro
Aktiv getestet
ca. 78 km

Sponsored Post: Die PR-Agentur von Garmin hat mir die Forerunner 630 für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen im Training wieder. Was sich für mich als nützlich erweist, ist hoffentlich auch für andere Freizeitläufer interessant.
Review

Erster Eindruck

Garmin Forerunner 630

Garmin Forerunner 630

Die Forerunner 630 entspricht auf dem ersten Blick den Erwartungen, denn die Verwandschaft unter den Forerunner-Modellen ist relativ gross. In der schwarzen Variante ist sie erstaunlich unauffällig, so dass man sie problemlos auch im Alltag tragen kann. Ich habe sie einige Wochen im Büro getragen, um sie als Activity-Tracker zu testen. Die Funktionalität entspricht sehr genau der Forerunner 225, daher gehe ich hier nicht weiter darauf ein.

Garmin Forerunner 630 - Boxinhalt

Garmin Forerunner 630 – Boxinhalt

Neben der Uhr findet sich in der Verpackung ein USB-Kabel mit Anschluss-Klemme und ein Brustgurt. Die Klemme lädt die Uhr und ermöglicht eine Synchronisation per PC. Das ist vor allem für Firmware-Updates sinnvoll, obwohl sich die mittlerweile auch drahtlos holen lassen.

Garmin Forerunner 630 - Ladeklemme

Garmin Forerunner 630 – Ladeklemme

Spannend ist aber der mitgelieferte HRM-RUN-Brustgurt, denn er unterscheidet sich deutlich von einem normalen Pulsgurt. Natürlich misst er auch die Herzfrequenz, aber eben nicht nur das. Integrierte Beschleunigungssensoren erweitern die auswertbaren Daten enorm. Aber dazu später mehr.

Garmin Forerunner 630 - Brustgurt HRM-RUN

Garmin Forerunner 630 – Brustgurt HRM-RUN

Garmin Forerunner 630 - Kontakt HRM-RUN

Garmin Forerunner 630 – Kontakt HRM-RUN

Inbetriebnahme

Die Forerunner 630 war in null-komma-nix einsatzbereit. Die Uhr war nahezu voll aufgeladen und der Brustgurt war bereits gekoppelt. Ich musste nur noch die Verbindung mit Garmin Connect auf dem Handy herstellen und habe kurz den Sync per Garmin Express auf dem PC getestet. Mehr war nicht zu tun. 🙂

Bedienung

Garmin Forerunner 630

Garmin Forerunner 630

Obwohl mir die Menüführung und grundsätzliche Bedienung über die Tasten sehr bekannt vorkam, hat die 630 doch eine Besonderheit: das Touch-Display. Der kleine „Hamburger“ am unteren Bildschirmrand führt auf Berührung zum Beispiel direkt ins Menü. An anderen Stellen kann man durch Wischen nach links und rechts Funktionen auswählen oder zwischen den Bildschirmen bei einem Lauf wechseln.

Was sich zunächst nach einem tollen Feature anhörte, war in der Praxis allerdings nicht immer überzeugend. Nicht selten reagierte der Touch-Screen nicht ordentlich. Entweder kam keine Reaktion, oder sie war übertrieben stark. Leider ist die Bedienung per Screen nicht optional… Man kommt einfach nicht drum herum. Eine reine Bedienung über die Tasten ist nicht möglich.

GPS

Zum normalen GPS kommt bei der Forerunner 630 noch der Empfang der GLONASS-Satelliten dazu. Angeblich soll sich dadurch die Genauigkeit nochmal erhöhen – allerdings auf Kosten der Akkulaufzeit. Der Unterschied in Stromverbrauch war schon zu merken, aber für mich nicht wesentlich. Schließlich gibt es verschiedene Optionen, um die GPS-Funktionalität und damit den Leistungshunger dieses Moduls zu beeinflussen. Man kann das Aufzeichnungsintervall von 1 Sekunde auf „intelligent“ umstellen oder sogar einen UltraTrac-Modus nutzen, der eine besonders lange Laufzeit ermöglicht.

Ich habe bei meinem Test die sekundengenaue Aufzeichnung mit aktiviertem GLONASS gewählt und fand die Akkulaufzeit ganz ok. Bei drei Trainingseinheiten in der Woche musste ich die Uhr frühestens am Wochenende aufladen. Natürlich auch abhängig davon, wie viel ich ausserhalb des Trainings mit ihr ‚rumgespielt habe. 😉

Konnektivität

Natürlich beherrscht die Forerunner 630 Bluetooth Smart, um sich mit dem Handy zu synchronisieren. Allerdings ist sie auch mit einem WLAN-Modul ausgestattet und kann somit eigenständig Laufdaten zu Garmin Connect schicken. Das bedeutet also, dass der aktuelle Lauf schon online ist, bevor man die Schuhe ausgezogen hat. 😉 Auch ein Firmware-Update ist über diesen Weg möglich. Für weitere Zwecke wird das WLAN allerdings nicht genutzt. Hat man zum Beispiel eine iQ-App installiert, welche aktuelle Wetterdaten abfragt, geht das nur über den Weg Bluetooth und Garmin Connect auf dem Handy.

iQ-Was? Connect iQ ist Garmins Plattform für Apps, die man auf den neuen Uhrengenerationen installieren kann. So kann man die Funktionalität erweitern. Wetterdaten sind ein Anwendungsfall, aber man kann dadurch auch die Bildschirmanzeige während eines Laufs deutlich erweitern und sich mehr Metriken gleichzeitig anzeigen lassen, als die Uhr eigentlich beherrscht.

Da ist es wenig verwunderlich, dass man natürlich auch Benachrichtigungen seines Smart-Phones auf der Uhr anzeigen lassen kann. Läuft Garmin Connect im Hintergrund und besteht eine Bluetooth-Verbindung, geht das ganz automatisch. Ich fand das eigentlich ganz praktisch – auch wenn man natürlich trotzdem zum Handy greifen muss, um auf die Nachricht zu reagieren.

Profi-Funktionen

Im Zusammenhang mit dem HRM-RUN-Brustgurt sind eine ganze Reihe spannender Metriken möglich. Das ist als allererstes sicherlich die Laufeffizienz oder Running Dynamics zu nennen. So erklärt Garmin die Funktion im Video:

Es ist schon spannend sich die Auswertungen nach einem Lauf anzusehen. Allerdings stellt sich einem direkt auch die Frage: und jetzt? Was ist zum Beispiel zu tun, wenn ich meinen rechten Fuss mit 50,5% etwas mehr als den linken einsetze? Muss ich das korrigieren? Und wenn ja: wie? Welchen Vorteil hat es das vertikale Verhältnis auf einen bestimmten Wert zu bringen? Obwohl ich mich sehr gerne mit solchen eher technischen Themen auseinandersetze, habe ich dazu keinen wirklichen Zugang gefunden. Mag sein, dass ich als Hobby-Läufer mit diesen Werten einfach nichts anfangen kann, ein „Profi“ aber schon. Ich habe jedenfalls keine sinnvolle Anwendung dieser Daten für mein Training gefunden.

Interessanter sind da schon die automatischen Berechnungen von VO2max und der Laktatschwelle. Beides gibt schließlich direkt Auskunft über den aktuellen Trainingszustand und über die Zeit auch über dessen Entwicklung. Leider war es mir durch einige Erkältungen während des Testzeitraums nicht möglich den „Laktattest“ der Uhr zu machen. Und somit kann ich auch über die möglichen Ergebnisse nichts sagen. Grundsätzlich funktioniert das Ganze aber so:

Aus dem gleichen Grund kann ich auch über die Güte der VO2max-Angaben nichts sagen. Der zuletzt angezeigte Wert von 46 scheint mir zumindest nicht unrealistisch zu sein. Und auch die darauf basierenden Laufprognosen für 5 km, 10 km, Halbmarathon und Marathon scheinen ganz gut zu passen. Obwohl ich nicht weiß, ob ich wirklich einen Marathon in 3:36h schaffen würde… Ein Halbmarathon in 1:44h ist jedenfalls drin. 🙂

Grundsätzlich sind Laktatschwelle und VO2max zumindest Werte, mit denen man im Training direkt etwas anfangen kann. Oder sagen wir mal: zur Planung der Trainingsbelastung. Und da sie automatisch bei (fast) jedem Lauf aktualisiert werden, ist das sicherlich eine sinnvolle Ergänzung für alle, die ihr Training selbst gestalten.

Meine Meinung

Die Forerunner 630 gehört bei Garmin nicht ohne Grund zu den Profi-Uhren. Der Funktionsumfang ist überwältigend. Allerdings hat mich die WLAN-Funktionalität und der Touch-Screen nicht überzeugen können. Bleibt als Vorsprung vor den 200er-Modellen nur noch die Laktatschwelle. Ich bin mir nicht sicher, ob das für mich den Preisunterschied von 100 Euro rechtfertigt.

Weitere Meinungen und Reviews

DC Rainmaker

The FR630 is sorta an interesting duck in the Garmin running lineup. On one hand it’s designed to represent the most advanced running watch that Garmin has, and from a functionality standpoint it largely accomplishes that. Yet on the other hand, Garmin has (thankfully) moved so many of the higher end features that used to be in the FR620 down to the FR230/235, that there’s less of a reason to purchase the FR630 now.

Mein Schweinehund und ich

Kurzum: Ich benötige diese Daten weniger als die zu Herzfrequenz und vielleicht noch Schrittfrequenz und -länge. Ich persönlich bräuchte die 630 nicht und angesichts meiner geringen Begeisterung ob des Displays würde ich sie so auch nur denen empfehlen, denen es wichtig ist, das allerletzte an Infos aufzeichnen zu können, das man derzeit ermitteln kann über den Laufstil.

Das klingt zunächst mal wenig euphorisch. Aber bis auf die Kritik am Touchdisplay erfüllt die Uhr zuverlässig jene Aufgaben, die sie ausführen soll. Alles an Technologie und Anwendungen, die nun schon seit einiger Zeit Standard sind, wie Auslesen via Bluetooth und Wlan, Schnelligkeit des GPS (sensationell), Akkudauer (großartig) geben nicht den geringsten Grund zur Klage. Wer mag, kann auch die Musik seines Smartphones damit steuern und ein Aktivitätsmonitor, vulgo Schrittzähler, ist selbstverständlich auch enthalten und auch der Schlaf wird verfolgt.

Wem empfehle ich diese Uhr: Jenen Läufern, die alles wissen wollen mit den erwähnten Einschränkungen der Handhabung.

Shop-Empfehlungen

Wenn Du auf der Suche nach einem passenden Shop bist, kann ich Dir aus eigener Erfahrung folgende Anbieter empfehlen:

Durch die Nutzung dieser Affiliate-Links erhälst Du den gewohnt guten Preis und Service der Shops und unterstützt gleichzeitig meine Arbeit an HarleRunner. Mehr Informationen zu den Partnerprogrammen erhälst Du hier.

Bewertung

Garmin Forerunner 630
8von 10 Punkten
Qualität9
Funktion9
Aussehen8
Preis / Leistung6