Heute war es mal wieder so weit: ungefähr auf der Hälfte meiner Runde durch die Bauernschaften hörte ich hinter mir das typische Geräusch von Krallen auf dem Asphalt…

Freilaufende Hofhunde habe ich ja besonders gerne. Solche Begegnungen finde ich leicht in der Pulskurve des Laufes wieder. Normalerweise wird man ja nur von Zwingerhunden ausgebellt. Kleine Fiffies, die sich einem kläffend an die Fersen kleben, sind zum Glück eher der seltenere Fall. Und obwohl ich wirklich ein sehr großer Hundefan bin, kann ich dieser besonderen Aufmerksamkeit beim Laufen nicht viel abgewinnen.

Heute war es aber kein kleiner Kläffer – und das war schon an den Laufgeräuschen zu hören. Ich war gerade an einem Hof vorbei und hatte weder einen Hund gesehen noch gehört. Als ich mich dann umdrehte, wurde mir in der ersten Sekunde ganz anders: da rannte ein ziemlicher Brocken auf mich zu. Jagdhund. Deutsch Drahthaar würde ich sagen. Zum Glück hatte ich direkt den Eindruck, dass es ein junger, verspielter Hund ist. Und so war es dann auch.

Der hat sich echt gefreut mich zu sehen und wusste mit seiner Kraft und Freude gar nicht wohin. Als ein Auto kam, habe ich ihn erstmal zu mir auf die Seite genommen. Stehen geblieben war ich sowieso schon. „Ist das ihr Hund?“ – „Nein…“ – „Ok, dann rufe ich mal kurz bei denen an.“ Offensichtlich ein Nachbar. Er fuhr aber direkt weiter. Und mein neuer Freund hatte anscheinend nichts anderes zu tun, als mit mir eine Runde Gassi zu gehen.

Auf dem Hof war niemand zuhause. Ich habe noch versucht in einem unbemerkten Moment abzuhauen, aber das hat genau so wenig funktioniert wie „Platz… Bleib!“ Obwohl… grundsätzlich hat er das schon gemacht. Bis ich wieder angefangen bin zu Laufen. Da kam dann schon das nächste Auto. Diesmal die Besitzer. Ich war also entlassen und konnte – mittlerweile leicht durchgefröstelt – meinen Weg fortsetzen. Leider konnte ich noch hören, wie das arme Tier hinter mir aufjaulte… Ich hatte ja gesehen, dass er so ein Elektro-Halsband trug. Aber dass der Besitzer gleich so zugreifen musste, tat mir wirklich leid.