Die Koffer sind ausgepackt, die Wäsche ist gewaschen und langsam scheint die Urlaubsbräune auch schon zu verblassen. Daher schnell ein kleiner Bericht von meinem Laufurlaub auf Fuerteventura – der natürlich eigentlich ein Familienurlaub mit eingestreuten Laufeinheiten war.

Schon bei der Vorbereitung fiel mir auf, dass es am Südzipfel der Insel nicht viele Möglichkeiten gibt zu Laufen: entweder man läuft am Meer hin und her oder in die Berge und zurück. In jedem Fall bieten sich dort keine Rundstrecken an, wie ich sie hier gewohnt bin. Aber gut: wenn man das weiß, kann man sich ja darauf einstellen. So braucht ich keine Streckenplanung zu machen.

Am Anreisetag stand sowieso kein Lauftraining im Plan und so konnte ich mich ein wenig akklimatisieren und orientieren. Doch bereits am nächsten Tag ging es los: der „Hausberg“ lockte…

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Schon ein paar hundert Meter hinter dem Hotel begann die Steigung – und hörte erst ca. 3 km später auf. Einige Geröllstücke bin ich sicherheitshalber gegangen, aber eigentlich kam man da ganz gut hoch. War auch ein schönes Krafttraining. Oben hatte man einen netten Überblick über unser Urlaubsdomizil.

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Da es sehr windig war, ging es aber auch direkt wieder runter. Unten zeigte meine Uhr erst 5 km – laufen wollte ich aber mindestens 10. Also habe ich noch eine kleine Schleife zum Leuchtturm angehängt und kam dann trotzdem nur auf 8 km.

Leuchtturm Morro Jable

Leuchtturm Morro Jable

Aber für den nächsten Tag stand ja auch der lange Lauf an mit 16 km. Also bin ich erst mal schön die Strandpromenade am Leuchtturm vorbei in den nächsten Ort gelaufen. Dort musste ich mir meinen Weg raus suchen, um wieder auf einer Küstenstraße zu landen. Die wand sich dann immer schön am Meer entlang.

Küstenstrasse hinter Morro Jable

Küstenstrasse hinter Morro Jable

Aus der asphaltierten Strasse wurde allerdings bald schon ein Schotterweg, auf dem mir nur noch Geländewagen begegnet sind. Ungefähr bei Kilometer 7 bin ich dann Richtung Meer abgebogen und noch fast 2 km auf kleinen Trampelpfaden gelaufen.

Wendepunkt

Wendepunkt

Dann ging es die gleiche Strecke zurück. Leider musste ich dabei feststellen, dass ich auf dem Hinweg wohl die ganze Zeit Rückenwind hatte… Aber je näher ich den Felsen kam, desto mehr Windschutz hatte ich auch. Und ich war auch nicht ganz allein unterwegs auf der Strecke:

Läufergruppe (schlecht zu erkennen...)

Läufergruppe (schlecht zu erkennen…)

Nach einem Ruhetag standen dann eigentlich 10 km auf dem Plan, die ich schön am Strand hätte laufen können. Aber die Promenade war ich jetzt schon ein paar Mal gelaufen und die Berge lockten einfach. Also habe ich mich auf den Weg gemacht auf den Pico de la Zarza (7.5 km).

Pico de la Zarza (leicht rechts von der Bildmitte)

Pico de la Zarza (leicht rechts von der Bildmitte)

Am „Hausberg“ vorbei ging die Strecke permanent so steil bergauf, dass ich mir das Laufen ganz schnell abgewöhnt hatte. Mein Puls war auch im Walking-Tempo ordentlich hoch. Und ich hatte immer noch ein wenig die letzten Läufe in den Beinen. Trotzdem habe ich bestimmt ein Dutzend Wandergrüppchen überholt.

Pico de la Zarza - Hinweg

Pico de la Zarza – Hinweg

Bei Kilometer 4 dämmerte mir langsam, dass ich den ganzen Weg so wohl nicht schaffen würde. Dabei hätte ich gerne über den Bergkamm auf die Westseite der Insel gesehen. Hügel für Hügel überlegte ich, wann ich wohl umdrehen müsste. Dann wurde mir die Entscheidung leichter gemacht:

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Noch zwei Kilometer bis zu einem Zwischenziel. Das sollte doch zu schaffen sein. Zumal ich bisher ja nur gewandert und noch nicht wirklich gelaufen bin. Dort angekommen hatte ich einen guten Blick auf das eigentliche Ziel des Weges und konnte erkennen, dass das letzte Teilstück mit Laufschuhen bestimmt nicht zu meistern gewesen wäre. Das sah eher nach Klettertour aus. Also habe ich noch ein paar Fotos gemacht und bin dann langsam bergab gelaufen.

Pico de la Zarza - Rückweg

Pico de la Zarza – Rückweg

Aber ganz ehrlich: langsam ging nicht. Meine Beine sind nur so geflogen! Und das nicht nur bergab: auch auf den Steilstücken wurde ich kein Stück langsamer. Ganz zur Verwunderung der Wanderer, denen ich nun plötzlich in wahnwitzigem Tempo entgegen kam. Ich habe das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen und bin teilweise hüpfend und jubelnd den Berg runter.

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Der Lauf war wirklich ein Hammer. Anschliessend noch ein wenig mit der Familie am Strand ausruhen und der Tag war perfekt.

Nach dem nächsten Ruhetag stand nur noch ein Lauf an, den ich schön langsam auf der Strandpromenade lief. Schließlich ging es am Tag darauf schon zurück und das würde bestimmt anstrengend werden. Knapp 8 km mussten also reichen.

Strandpromenade

Strandpromenade

Zuhause stelle ich dann fest, dass Runalyze meine Laufeinheiten auf Fuerteventura nicht so anstrengend fand wie ich… Gibt es da vielleicht einen geheimen Urlaubsbonus in den Berechnungen? 😉 Mir hat der Urlaub jedenfalls Lust darauf gemacht so etwas nochmal zu wiederholen. Auf der Busfahrt zum Flughafen habe ich die Landschaft die ganze Zeit danach beurteilt, ob das wohl ein schönes Laufrevier wäre. Ich hätte jedenfalls große Lust in meine Laufkilometer immer mal wieder etwas bergigere Trails einzubauen. Das ist hier in der Gegend kaum möglich, aber vielleicht reicht dafür ja auch schon das Sauerland oder die Eifel.