Ich muss zugeben, dass ich nicht besonders viele Laufbücher in meinem Schrank habe. Aber zu den wenigen Autoren, die ich mit Interesse lese, gehört definitiv auch Dr. Matthias Marquardt.

Sponsored Post: Der Verlag hat mir auf meine Anfrage hin ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Artikels. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

Hintergrund

Es gibt natürlich unzählige Autoren, die zum Thema „Laufen“ etwas zu sagen haben. Aber wenige Bücher schaffen es zu einer Art Standardwerk zu werden. Dazu gehört für mich das große Laufbuch * von Herbert Steffny und auch die Laufbibel * von Dr. Matthias Marquardt. Während Steffny eher einen konservativen Ansatz hat und auf viel Erfahrung aufbaut, ist es bei Marquardt eher der aktuelle wissenschaftliche Ansatz, die seine Laufbibel interessant machen.

Ein wesentliches Element beider Standardwerke sind die enthaltenen Trainingspläne für verschiedene Distanzen, die auf dem jeweiligen Trainingssystem basieren. Neben den Erklärungen und Hintergrundinformationen in den Büchern, sind sie für viele Läufer das wesentliche Hilfsmittel zum Erreichen des aktuellen Trainingsziels.

Inhalt

Matthias Marquardt: "Halbmarathon & Marathon"

Matthias Marquardt: „Halbmarathon & Marathon“ *

In seinem Buch „Halbmarathon & Marathon* stellt Marquardt „das beste Training für jeden Lauftyp“ vor – basierend auf seinem System „natural running“. Dazu definiert er vier Läufertypen, die den Leser in den Kapiteln immer wieder begegnen. Der rote, gelbe, blaue und grüne Typ hat jeweils unterschiedliche Motivationen zum Laufen und Herangehensweisen an das Training. Auf diese unterschiedlichen Bedürfnisse geht er bei den besprochenen Themen immer wieder ein. Zum Beispiel beim „Weg zu langen Distanzen“, beim Laufschuh oder der richtigen Lauftechnik. Immer wieder hat Marquardt angepasste Tipps auf Lager oder beschreibt einfach kurz die typische Herangehensweise der vier Läufertypen an das aktuelle Themengebiet.

Zur Vorbereitung auf den ersten Halbmarathon oder Marathon streift Marquardt wichtige Themen: Pulsmessung und Trainingssteuerung, die optimale Ernährung, die richtige Bekleidung und die Planung des Trainings inklusive Stretching und Kräftigungsübungen. Ganz praxisnah sind auch die Kapitel zum optimalen Rennen und dem Umgang mit Verletzungen. Den Abschluss bilden die Trainingspläne die den Leser von Null auf 5, von 5 auf 10, und schließlich zum Halbmarathon und Marathon begleiten.

Eine Besonderheit dieser Pläne ist der hohe Anteil an Übungen zu Laufkraft, Rumpfstabi oder Stretching. Im Gegensatz zu anderen Büchern sind sie fester Bestandteil des Plans und nicht nur ein Thema, das in den vorbereitenden Kapiteln nebenbei vorkommt. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass der Kilometerumfang in den Marquardt-Plänen bei gleichen Zielzeiten etwas geringer ist als z.B. bei Steffny. Grob überschlagen würde ich sagen um ca. 10% geringer.

Unterschied zur Laufbibel

Der erste Unterschied liegt ganz klar auf der Hand: die Laufbibel ist mit über 500 Seiten deutlich umfangreicher als „Halbmarathon & Marathon*. Das liegt nicht nur daran, dass auch weitere Distanzen im Fokus stehen. Marquardt geht in seiner Laufbibel auf Themen ein, die in dem vorgestellten Buch gar nicht auftauchen – wie zum Beispiel Regeneration oder Ausgleichssport. Insgesamt sind die in beiden Büchern vorhandenen Kapitel in der Laufbibel auch häufig deutlich umfangreicher und enthalten mehr Bebilderungen und Anleitungen.

Meine Meinung

Wer mit Marquardts Trainingsplänen arbeiten will, muss nicht unbedingt auf die Laufbibel zurückgreifen. Die im Wesentlichen identischen Vorgaben finden sich auch im Buch „Halbmarathon & Marathon*. Für die Vorbereitung auf einen Wettkampf über diese Distanzen sind die detaillierteren Beschreibungen in der Laufbibel zwar sicherlich nützlich, aber wohl nicht unbedingt notwendig. Mit knapp 10 Euro kostet „Halbmarathon & Marathon“ auch nur ein Drittel des großen Bruders.