Was ein Trainingslauf werden sollte, endete für mich in einer echten Marathon-Erfahrung. Mit Blut und Tränen und allem. Aber lest selbst…

Vorbereitungen

Auf dem Weg nach Münster - mitten in der Nacht...

Auf dem Weg nach Münster – mitten in der Nacht…

Es hatten sich in diesem Jahr wieder zwei Staffeln meines Arbeitgebers beim Münster-Marathon angemeldet. Ich stand bis kurz vorher nur auf der Warteliste und konnte durch den Ausfall eines Läufers nachrücken. Eigentlich ist vorgesehen, dass jeder nur ca. 10 Kilometer läuft. Aber die Nummer 3 der Staffel hatte vor, einfach bis ins Ziel mit zu laufen. Als Schlussläufer hatte ich eh das Vergnügen den Zieleinlauf auf dem Prinzipalmarkt zu erleben. Aber mehr als einen Zehner wollte ich schon laufen, also schloss ich mich dem Plan an.


Immer schön auf's CorporateDesign achten

Immer schön auf’s CorporateDesign achten

Nachdem wir uns alle auf dem Schloßplatz zum Start des Marathons getroffen hatten, starteten unsere ersten Staffel-Läufer kurz darauf. Wir wurden mit Bussen zu den Wechselpunkten gebracht. Meine Startnummer hätte eigentlich verraten, dass ich zum letzten Übergabepunkt musste. Aber ich habe mich erfolgreich in den Bus zur zweiten Wechselzone geschmuggelt. So richtig hat das auch niemand kontrolliert…

Wechselzone in Nienberge

Wechselzone in Nienberge

Dort angekommen hatten wir erstmal Zeit. Irgendwann kamen die ersten Marathon-Läufer vorbei – die natürlich laut bejubelt wurden. Nach drei oder vier Gruppen afrikanischer Läufer kam der erste Asiate und eine ganze Zeit danach der Rest. Schon krass was die für einen Vorsprung hatten. Unter den ersten lokalen Läufern war auch Daniel Pugge, den ich ordentlich angefeuert habe. Er hatte mal wieder seine GoPro auf dem Kopf – bin gespannt, ob ich auf dem Video bin. 😉

Langsam rückte die errechnete Zeit näher, wann unsere Staffel-Läufer auftauchen müssten. Wir hatten uns bereits vor der Wechselzone positioniert und mussten sie also aus der Menge raus fischen, damit sie nicht einfach vorbei rennen.

Start

Dann kamen plötzlich beide gleichzeitig an und wir konnten los. Unser Ziel war es die 20 Kilometer in einem 5er-Schnitt zu laufen. Das klappe auch wirklich gut. Wir hatten genug Luft, um uns zwischendurch kurz zu unterhalten und die Strecke ausserhalb von Nienberge zu genießen. Nur an den Verpflegungsstellen war es manchmal schwierig das Tempo zu halten.

Ungefähr bei Kilometer 10 war dann die nächste Staffel-Übergabezone und wir konnten unserem Kollegen kurz zuwinken, bevor es weiter durch Roxel ging. Es kamen ein paar langgezogene Steigungen, die mir nicht mehr so leicht fielen, und ich erinnerte mich an die PowerBar-Drops, die ich zum Testen für Köln eingesteckt hatte. Einen also in den Mund, zerbissen und die Hälften ab in die Backentaschen. So sollten sie langsam ihren Zucker abgeben und mir ein wenig Energie.

Nach einem Kilometer hatte ich dann plötzlich Magenprobleme. Es stieß mir sauer auf und auch der Kreislauf fing an zu schwächeln. Ich musste mich etwas zurückfallen lassen und dem Kollegen schließlich signalisieren, dass er ohne mich weiterlaufen solle. Kurz vor einer Verpflegungsstelle musste ich dann ein Stück gehen, habe die Drops ausgespuckt und erstmal was getrunken.

Knapp einen Kilometer habe ich immer wieder versucht anzulaufen, aber mein Kreislauf hat das nicht mitgemacht. Natürlich war ich damit nicht alleine, denn für die Marathonläufer ging es jetzt auch an die härtesten Kilometer. So kam ich mir nicht ganz so blöd vor. Dann lief es mal wieder einen Kilometer, aber nur noch im 6er-Schnitt. Es folgte eine Gehpause, ein Laufabschnitt, eine Pause… Genau so stelle ich mir einen Marathon kurz vor dem Ziel vor. 😉

Ziel

Die letzte Gehpause habe ich mir am Aasee gegönnt. Dann wurden die Zuschauermengen so dicht, dass man mehr oder minder getragen wurde, egal wie schlecht es einem geht. Die Aegidistraße runter konnte ich schon fast wieder das Anfangstempo aufnehmen. Das konnte ich auch bis zum Prinzipalmarkt halten – allerdings bei Maximalpuls…

Kurz vor der Ziellinie gab es noch ein Highlight: Frau und Kinder standen an der Bande und haben mir zugejubelt! 🙂 Dabei wollten die eigentlich garnicht kommen. So habe ich es dann doch irgendwie bis ins Ziel geschafft – völlig fertig. Da half auch die Verpflegung dort nicht mehr viel. Ich musste in Bewegung bleiben, damit mein Kreislauf stabil bleibt. Es hat echt lange gedauert, bis ich mich wieder halbwegs wohl gefühlt habe.

Anschließend habe ich ein paar Tage daran zu knacken gehabt. Was, wenn mir das in Köln auch passiert? War das Training doch nicht ausreichend? Waren es wirklich nur diese blöden Drops? Die hatte ich im letzten Jahr schon häufiger mal benutzt – jedes Mal ohne Probleme. Allerdings eine andere Geschmacksrichtung. Naja, wir werden sehen. Es war trotzdem ein tolles Erlebnis mit einer Staffel zu starten und auf dem Prinzipalmarkt ins Ziel zu laufen. Könnte ich mir in Zukunft durchaus nochmal vorstellen… 😉