STRYD Summit Footpod
STRYD Summit Footpod

Erste Schritte mit dem Stryd Powermeter

Zuletzt aktualisiert:

This post is also available in: Englisch

Du hast Dir einen Stryd gekauft und weißt nicht genau, wie es jetzt weitergeht? ;) Leider hat es der Hersteller bisher versäumt, eine Anleitung dafür zu schreiben (bis auf diese Sammlung von Support-Artikeln). Vielleicht kann ich Dir bei den ersten Schritten helfen.

Inbetriebnahme

Das neue Spielzeug ist endlich da und Du willst natürlich sofort damit loslaufen. Vorher müssen aber noch ein paar Dinge eingerichtet werden, damit das überhaupt Sinn macht. Zuerst solltest Du die Stryd-App auf Deinem Handy installieren, ein Benutzerkonto anlegen und den Footpod über Bluetooth verbinden. Vielleicht gibt es ein Firmware-Update, das Du auf jeden Fall direkt installieren solltest. Über spätere Updates wirst Du per App informiert.

Gewichtsangabe

Dann ist es wichtig, in der App Deine Körpergröße und das Gewicht zu hinterlegen. Beide Angaben beeinflussen maßgeblich die Berechnung der Leistungswerte, sollten also stimmen. Beim Gewicht kann man eine richtige Wissenschaft daraus machen, welcher Wert hier eingetragen werden sollte und wie oft er angepasst wird. Theoretisch wäre es ideal, wenn man sich jeden Morgen auf die Waage stellt und dieser tagesaktuelle Wert auch vom Stryd übernommen wird – möglichst automatisch.

In der Praxis lohnt es sich aber nicht, Schwankungen von zwei bis maximal drei Kilogramm zu berücksichtigen. Erst recht nicht, wenn sich die Werte relativ konstant um einen „Mittelwert“ bewegen. Sollte es diesen also geben, gehört der in die Stryd-Einstellungen. Erst wenn das Gewicht über Wochen mehr als 2-3 Kilogramm nach oben oder unten abweicht, würde ich die Einstellungen ändern.

Verbindung mit der Uhr

Im Prinzip könntest Du jetzt schon loslaufen und der Stryd würde das Training eigenständig aufzeichnen. Aber natürlich wollen wir die Wattwerte auch an der Uhr sehen, um (irgendwann) vielleicht unser Training danach zu steuern. Je nach Hersteller sind dazu leicht unterschiedliche Schritte notwendig. Auf jeden Fall muss der Stryd aber als Footpod mit der Uhr verbunden werden. Eine genaue Anleitung für alle kompatiblen Uhren gibt es direkt beim Hersteller (Garmin, Polar, Suunto, Apple Watch).

Ich halte die Kombination von Stryd und Garmin für besonders gut, daher ist das auch meine erste Wahl. Allerdings gibt es hier die meisten Besonderheiten zu beachten. Es reicht nämlich nicht, den Stryd nur als Laufsensor zu verbinden. Zusätzlich muss noch das Connect IQ Datenfeld „Stryd Zones“ installiert und auf einer der Anzeigen der Uhr auch benutzt (!) werden.

Dadurch werden wirklich alle Metriken des Stryd an die Uhr übermittelt und im Garmin-FIT-File gespeichert. Man erhält also eine vollständige Aufzeichnung aller Daten (Uhr + Stryd) in einer Datei. Bei Polar und Suunto wird nur die Power aufgezeichnet, während Metriken wie Leg Spring Stiffness erst später über Umwege integriert werden können.

Der erste Lauf

Richtige Befestigung

Ist alles soweit eingerichtet, kann es auf den ersten Lauf gehen. Dazu muss der Stryd Footpod natürlich noch am Schuh befestigt werden. Ein kurzes Video zeigt, wie das richtig gemacht wird:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Obwohl das wie ein simpler Schritt aussieht, sollte man doch ein paar Punkte beachten. Ganz grundsätzlich muss man sich für einen Fuß entscheiden und sollte dann auch bei der Seite bleiben. Auch die Position auf dem Schuh sollte möglichst gleich sein. Also nicht mal ganz oben und mal ganz unten in der Schnürung. Bei einigen Schuhmodellen sind nicht alle Positionen möglich, daher habe ich mir die Mitte der Schnürung ausgesucht. Das klappt eigentlich immer.

Beim Befestigen muss dann wirklich erst die „dicke Seite“ in die Klammer geschoben werden. In der Vergangenheit gab es Probleme mit abgebrochenen Haltenasen (vorne) und Verlust des Stryds beim Laufen (!). Das sollte bei der richtigen Reihenfolge nicht passieren. Beim Stryd Wind V3 ist zusätzlich darauf zu achten, dass die Schnürsenkel nicht den Luftweg in der Klammer behindern.

Immer noch Lust aufs Laufen? ;) Dann los! Bei den ersten Läufen geht es nur darum, sich mit der neuen Anzeige vertraut zu machen. Beobachte einfach mal, wie sich die Watt-Werte bergauf oder bergab verändern. Selbst ganz leichte Steigungen, die man sonst nicht wahrnimmt, können schon einen Unterschied machen.

Ich finde es wichtig, diese Phase nicht einfach zu überspringen. Mit Herzfrequenz und Pace kennen wir uns alle mittlerweile aus und wissen zum Beispiel, dass der Puls immer etwas nachläuft. Die Power-Anzeige ist aber neu und hat sozusagen ihre eigenen Gesetze. Es macht schon Sinn, sich damit erstmal vertraut zu machen, bevor man unbedingt nach Watt trainieren möchte.

Synchronisierung

Ein Gefühl für die Watt-Werte bekommt man natürlich auch, wenn man sich die Aufzeichnung des Laufs nachher ansieht. Dazu müssen die Daten von der Uhr (möglichst vollständig) auf die gewünschte Plattform gelangen. Und das ist manchmal nicht so einfach… Wenn man seine Synchronisationswege einmal richtig aufgebaut hat, klappt das aber ganz gut.

Garmin

Der einfachste Weg führt über die Aufzeichnung mit einer (kompatiblen) Garmin-Uhr. Schließlich landen alle aufgezeichneten Metriken durch die Benutzung des Connect-IQ-Datenfeldes bereits auf der Uhr und werden zu allen weiteren Plattformen synchronisiert. Das ist zunächst natürlich Garmin Connect als Herstellerportal. Und das ist in dem Zusammenhang auch gar nicht so schlecht, denn ohne weiteres Zutun kann man hier nicht nur Power, sondern auch die anderen Stryd-Metriken ablesen.

Es macht allerdings Sinn, die Daten auch noch ins Stryd Powercenter zu synchronisieren, um letztendlichen von allen Stryd-Funktionen profitieren zu können. Dazu richtet man im Powercenter einen Import von Garmin ein.

Polar und Suunto

Wie schon erwähnt, speichern die anderen Hersteller nicht alle Stryd-Metriken auf der Uhr, sondern „nur“ Power. Man sieht also auch nach der Synchronisation mit dem Herstellerportal weder Leg Spring Stiffness noch andere Metriken des Footpods. Stryd hat dafür allerdings eine Lösung im Powercenter anzubieten.

Zunächst richtet man (genau wie bei Garmin) einen Import von Polar bzw. Suunto im Powercenter ein. Kurz nachdem die Trainingseinheit hochgeladen wurde, steht sie also auch bereits im Powercenter zur Verfügung.

Jetzt kommt der zweite Schritt: Zusätzlich muss noch ein Offline-Sync über die Stryd-App auf dem Handy durchgeführt werden. Das darf man aber wirklich erst anstoßen, wenn der Lauf dort auch schon erscheint. Dazu geht man unter „My Training“ auf das blaue Symbol für „Record Activity“ und wählt dort „Sync Offline“ aus.

Die App stellt dann eine Bluetooth-Verbindung zum Stryd her (der sollte also in der Nähe sein…) und synchronisiert alle auf dem Footpod gespeicherten Läufe. Ist bereits ein passender (Polar- oder Suunto-) Lauf im Powercenter eingetragen, werden die Daten automatisch zusammengefügt (siehe auch Support-Artikel).

Stryd Powercenter

Über das neue Stryd Powercenter habe ich einen eigenen Artikel geschrieben, daher möchte ich hier nicht alles wiederholen. Die Plattform war ursprünglich nur eine Ergänzung zu den Portalen der Hersteller, mausert sich aber immer mehr zu einer ernst zu nehmenden Analyseplattform. Besonders den Abschnitt zur Power Duration Curve lohnt es sich genauer zu studieren, denn hier liegen die echten Mehrwerte der Seite.

Critical Power

Was den Stryd Footpod unter anderem so spannend macht, ist die Bestimmung der Critical Power aus dem Training heraus. Dabei geht es (etwas vereinfacht) um die Leistung an der anaeroben Schwelle. Also einem wichtigen Parameter, von dem aus Trainingszonen und Wettkampfprognosen erstellt werden können. Grundsätzlich gibt es zwei Wege, an diesen Wert zu kommen:

Auto-Calculated

Der beste Weg zur Bestimmung der CP ist die automatische Berechnung. Die Grundlage dafür sind die Trainingseinheiten der letzten 90 Tage und deren maximale Watt-Werte über bestimmte Zeitspannen. Es gibt dazu einen langen Support-Artikel bei Stryd.

Prinzipiell reichen zur Berechnung schon drei Läufe, von denen einer länger als 50 Minuten sein muss. Schaltet man die automatische Berechnung ein, könnte man also nach drei Trainingseinheiten bereits einen Wert für die Critical Power erhalten. Der ist allerdings mit Vorsicht zu genießen…

Das Rechenmodell muss nämlich mit Maximalwerten gefüttert werden, damit es ein verlässliches Ergebnis liefert. Drei Grundlagenläufe reichen also nicht aus. Dagegen würde ein Wettkampf über 5 oder 10 Kilometer schon sehr gute Daten liefern – so lange er „auf Bestzeit“ gelaufen wurde.

Oder anders gesagt: in den letzten 90 Tage solltest Du zum Beispiel über 1 Minute, über 20 Minuten und über eine Stunde jeweils an Deine Leistungsgrenze gekommen sein, damit die Berechnung der Critical Power optimale Grundlagen hat. Noch genauer erklärt das ein aktuelles Webinar.

Critical Power Test

Wer bereits von Anfang an mit einer brauchbaren Critical Power arbeiten will, kann auch einen Critical Power Test machen und die Ergebnisse in die App eintragen. Dazu läuft man zum Beispiel einmal drei und einmal 9 Minuten all-out. Natürlich mit dem Stryd, denn anschließend braucht man die durchschnittlichen Watt-Werte dieser beiden Läufe.

Das kann dann einen guten Anfangswert bringen, bevor man auf die automatische Berechnung umschaltet. Es macht aber auch Sinn, diesen Test alle 2-3 Monate im Training zu wiederholen. Denn auch die automatische Kalkulation wird diese Läufe berücksichtigen und wahrscheinlich die CP daraufhin aktualisieren.

Finetuning

Stryd als Quelle für Pace und Distanz

Es wäre deutlich zu kurz gegriffen, den Stryd „nur“ für die Powermessung zu verwenden. Für mich liegt ein großer Vorteil auch in der Möglichkeit, eine GPS-unabhängige Quelle für Pace und Distanz zu haben. Meine Erfahrungen damit sind sehr gut (ich laufe seit zwei Jahren nicht mehr mit GPS-Pace), allerdings muss man sich ein wenig kümmern, um gute Ergebnisse zu bekommen.

Auto-Kalibrierung: aus

Bei Garmin, Polar und Suunto ist nach dem Hinzufügen als Laufsensor die Auto-Kalibrierung aktiviert. Die Uhren vergleichen also selbstständig die vom Footpod übermittelte Distanz mit der per GPS ermittelten und errechnen daraus den passenden Faktor. Dieses Verhalten ist vom Stryd-Hersteller ausdrücklich nicht erwünscht, daher sollte man die Auto-Kalibrierung deaktivieren und den Faktor auf „100.0“ stellen.

Mit meinem ersten Stryd-Footpod mit ich mit dieser Einstellung gut zurecht gekommen. Auf vermessenen Strecke hatte ich immer nur minimale Abweichungen. Trotzdem kann es vorkommen, dass man manuell eingreifen muss – so wie ich beim neuen Stryd Wind.

Pace (und Distanz)

Je nach Uhrenmodell ist es dann möglich, Pace oder Distanz bzw. sogar Pace und Distanz des Stryd zu verwendet. Die Uhr zeichnet dann weiterhin den GPS-Track eurer Lauftrecke auf, die Anzeigen zu Geschwindigkeit und Entfernung stammen aber eben vom Stryd. Das macht sich immer dann positiv bemerkbar, wenn der GPS-Empfang schlecht ist: im Wald, in Schluchten oder in Städten mit hohen Gebäuden. Dazu kommt noch, dass die Pace-Werte deutlich schneller aktualisiert werden, was auch bei kurzen, schnellen Intervallen zu brauchbaren Anzeigen führt.

Kalibrierungsfaktor ermitteln

Auch dafür hat Stryd natürlich eine Anleitung in der Support-Datenbank. Man soll auf einer 400-Meter-Bahn auf der inneren Markierung der Bahn 2 laufen. Die sollte exakt 406 Meter lang sein. Nach zum Beispiel fünf Runden kommen also 2,03 Kilometer zusammen. Hat man die Uhr mit dem Stryd bereits so eingestellt, dass die Distanz vom Stryd kommt und der Kalibrierungsfaktor auf 100 steht, kann man aus der gemessenen Abweichung einen neuen Faktor ermitteln:

(Vermessene Distanz der Strecke) / (vom Stryd gemessene Strecke)

Beispiel: Du bist fünf Runden auf der Innenmarkierung von Bahn 2 gelaufen, die Uhr zeigt aber nicht 2,03 Kilometer an, sondern 1,95 Kilometer. Dann wäre der neue Faktor 1.04.

Allerdings ist dabei zu beachten, dass der Faktor geschwindigkeitsabhängig ist. Läuft man die Runden mit einer 6er-Pace kommt also ein leicht anderer Faktor heraus, als wenn man mit einem 5er-Schnitt unterwegs ist. Letztendlich ist es einfach so, dass 100%ige Genauigkeit nicht zu erreichen ist. Daher ist mein Ansatz etwas praxisnäher:

Strava

Ehrlich gesagt ist Strava nicht gerade bekannt dafür, besonders exakt mit den übermittelten Daten umzugehen. Die dort angezeigte GPS-Distanz kann durchaus von der GPS-Distanz der aufzeichnenden Laufuhr abweichen, weil Strava den Track selbst nochmal nachrechnet. Mein Weg ist also keine „präzise Wissenschaft“, sondern eher die „einfache Lösung“. ;) Dafür muss man auch nicht um einen Sportplatz laufen, sondern kann es bequem am Rechner erledigen.

Habt ihr schon mal auf das Wort „Distanz“ unter den Angaben zu eurem Lauf geklickt? Angezeigt wird dort die von der Uhr übermittelte Entfernung. Sollte diese nicht vom GPS stammen, kann man über „Distanz korrigieren“ den übertragenen Wert gegen den (von Strava berechneten) GPS-Wert austauschen.

In diesem Beispiel hat der Stryd also ca. 30 Meter zu kurz gemessen, was auf gut neun Kilometern eine Abweichung von deutlich weniger als einem Prozent ausmacht. Es entspricht also einem Faktor von „1.003“. Somit ist sicher keine Korrektur am jetzigen Faktor notwendig (die Streuung über die Geschwindigkeiten ist deutlich größer…).

Bei dem Lauf war in der Uhr allerdings bereits ein Faktor von „1.032“ hinterlegt. Um den zu ermitteln, hatte ich mir eine kleine Excel-Tabelle gebastelt. Dazu sind sicher nicht so viele Werte notwendig, wie ich ermittelt habe. Aber andererseits ist der Weg so einfach, dass das in wenigen Minuten erledigt ist.

Dies und das

Akkustand

Lange Zeit gab es keine Lösung, den Akkustand des Stryd einzusehen. Die Funktion ist aber mittlerweile in die App integriert. Auf der Trainingsseite geht man oben rechts auf die drei Punkte und wählt dann „Check Battery“.

Garmin: Bluetooth oder ANT+?

Bei den anderen Herstellern stellt sich die Frage erst garnicht, denn es wird „nur“ Bluetooth unterstützt. Garmin hat lange Zeit nur auf den Funkstandard ANT+ gesetzt, bietet jetzt bei den höherpreisigen Modellen alternativ auch Bluetooth für die Verbindung zum Beispiel zum Stryd an. So ist der Stryd für meine Garmin Forerunner 945 insgesamt als drei Geräte erkennbar: als „Stryd“-Laufsensor (Bluetooth), als Laufsensor „48457“ (ANT+) und als Leistungssensor „48457“ (ANT+).

Grundsätzlich sollte nur eine Verbindung (als Laufsensor) hergestellt werden. Ob diese über Bluetooth oder ANT+ läuft, ist meines Erachtens egal.

Garmin: ANT+-ID eintragen

In dem Connect-IQ-Datenfeld gibt es in den Einstellungen die Möglichkeit, die ANT-ID des Stryd fest einzutragen. Steht in diesem Feld die „0“, verbindet sich das Datenfeld im Prinzip mit dem nächsten erreichbaren Stryd-Footpod. Das könnte im Starterfeld einer großen Laufveranstaltung theoretisch auch der Sensor des Nebenmanns sein… Die ANT-ID ist die Zahl, unter der der Stryd von der Uhr gefunden wurde – in meinem Fall also „48457“. Sicherheitshalber trage ich die immer in das Feld ein.

Interessanterweise funktioniert die Verbindung zum Datenfeld mit eingetragener ID auch dann noch, wenn man den Stryd als Sensor in der Uhr wieder entfernt. :) Sollte man natürlich nicht machen, ist mir aber mal passiert und hat erstmal zu viel Rätselraten geführt.

Läuft die Verbindung über Bluetooth, sollte eine Verwechslung des Pods mit dem Nebenmann auch nicht auftreten. In wiefern dann trotzdem der Eintrag der ANT-ID sinnvoll ist, kann ich nicht sagen.

Auch als Leistungsmesser verbinden?

Normalerweise reicht es aus, den Stryd als Laufsensor zu verbinden. Das betrifft alle Hersteller, mit Ausnahme der Suunto Ambit3-Modelle. Denn über den Weg gelangen nicht nur die typischen Footpod-Daten an die Uhr (Geschwindigkeit, Schrittfrequenz, Bodenkontaktzeiten, …), sondern eben auch die Leistung.

Die Verbindung als Leistungmesser kann allerdings auf einigen Garmin-Uhren Sinn machen, die nativ mit Powermetern umgehen können (Forerunner 935/945, Fenix-Modelle), und auf denen spezielle Connect-IQ-Datenfelder verwendet werden, die zum Auslesen der Powerdaten diese zusätzliche Verbindung brauchen. Das sollte aber der seltene Ausnahmefall sein.

Abschluss

Puh… meine „kurze Erstanleitung“ ist doch ganz schön lang geworden. Trotzdem hört sie auf, wo es ja eigentlich erst anfängt: was mache ich nun mit den ganzen neuen Daten? Soll ich ab jetzt nur noch nach Watt trainieren? Welches Watt-Ziel ist für meinen nächsten Wettkampf sinnvoll?

Zu einigen Fragen gibt es hier auf dem Blog bereits Antworten – anderen kommen bestimmt noch. Guckt einfach mal und dem Stryd-Tag nach. :) Ansonsten kann ich nur die beiden Stryd-Gruppen auf Facebook empfehlen: die STRYD Community (englisch) und die STRYD Community deutsch.

Wem noch Ergänzungen oder Korrekturen zu diesem Artikel einfallen, darf sich gerne bei mir melden.

  1. Wieder einmal eine klasse Beschreibung wie schon beim PowerCenter. Diese hätte ich vor zwei Wochen gebraucht, als ich meinen Stryd gekauft habe. Naja, persönliches Pech ;-). Eine Kleinigkeit verstehe ich aber bei der Befestigung nicht. In der beiliegenden Beschreibung zum Stryd steht, wie man diesen an den Schuh gefestigt. Und dort steht man soll die Befestigung an dem ganz unteren einzelnen und den darüberliegenden gekreuzten Schnürsenkel befestigen. In dem Video wird der Stryd a den beiden unteren gekreuzten Schnürsenkel befestigt. Hier ein Bild zum besseren Verständnis. Was ist nun korrekt? https://www.laufmix.de/wp-content/uploads/2020/02/IMG_2690-2048×1536.jpeg

    1. Naja, es gibt viele Schuhe, bei denen der Schnürsenkel unten mittig durch eine Lasche läuft – da läßt sich der Stryd nicht wie in der Beschreibung befestigen. Angeblich sind die ursprünglichen Messungen zur Bestimmung der Messgenauigkeit mit dem Stryd möglichst weit oben in der Schnürung gemacht worden – und so lautete auch die Empfehlung damals. In der Praxis wirst Du wohl keinen Unterschied bemerken, so lange der Footpod nur sicher und gerade befestigt ist. Aber so wie man sich für einen Fuß entscheiden sollte, machte es ja auch Sinn, auf einen möglichst gleichen Sitz am Schuh zu achten.

  2. Hui, was für eine tolle Rezension: Chapeau, mein Herr! ;-)

    Ich finde, es ist ein recht hoher Aufwand, den man hier treiben muss, bevor korrekt Daten gemessen werden können. Installation der App, Einrichtung und Konfiguration, Befestigung des Sensors.

    Aber wenn man das alles mal hinter sich gebracht, und ein paar Läufe absolviert hat, fühlt man sich beim Blick auf das Stryd Powercenter wahrscheinlich so ein bisschen, als säße man in der Mission Control der NASA: Faszinierend, würde Mister Spock sagen.

    Für mich ist das Gadget nix, denn ich renne einfach, was der alte Körper noch hergibt. Ob ich dabei ober- oder unterhalb meiner „Critical Power“ laufe, ist mir egal. Wenn nix mehr geht, ist eben Schluss. Aber für alle ambitionierten Läufer, die ihre Ergebnisse verbessern wollen, ist dies natürlich ein nützlicher Messwert.

    1. Hi Eddy, na wenn keiner so eine Anleitung schreibt, muss ein Blogger ran. ;) Und Du hast Recht: das ist natürlich eher was für den ambitionierten, eher technikaffinen Läufer.

  3. Hallo Harlerunner, Deine Rezension bildete für mich einen sehr informativer Einstieg in die Wattmessung.
    Jetzt habe ich 3 Läufe mit dem Windstryd absolviert und möchte ihn ebenfalls für Pace+Distanz verwenden (Einstellungen vorgenommen wie Du).
    2 Fragen hierzu:
    Du schriebst, dass du den Wind kalibriert hättest, dagegen nicht den Vorgänger. Persönlich habe ich keine Vergleichsmöglichkeit mangels Vorgängerbesitz, es scheint aber alles zu passen-war es daher ein individuelles Problem bei Dir oder gibt es die generelle Empfehlung?
    Alle 3 Läufe habe ich mit der stryd Power App auf meinem 935 aufgezeichnet. Kommt dann da hoffentlich die Pace und Distanz auch nur vom stryd? Er wartet nämlich immer auf Verbindung stryd und gps, was ja auch für sich genommen in Ordnung ist, da dies für den Track erforderlich ist, soweit ich es verstanden habe?!
    Sportliche Grüße
    Eva

    1. Hallo Eva,

      Stryd selbst gibt an, dass der Pod auch ohne Kalibrierung sehr genau die Distanz misst. Normalerweise dürfte das also nicht notwendig sein. Wenn Dir also keine Abweichungen zu anderen Distanzangaben auffallen, brauchst Du da erstmal nicht ran.

      Damit die Uhr aber wirklich die Distanz vom Stryd nimmt, musst Du bei den Sensoren-Einstellungen auf der Uhr aber die Option „Distanz“ auf „immer“ stellen – genau wie bei „Pace“. Ansonsten hast Du die GPS-Werte in der Aufzeichnung.

  4. Lieber Harlerunner,

    danke für die tolle Einführung.

    Ich benutze den neuen Stryd mit Garmin Fenix 6. Jetzt taucht er unter Sensoren 3x auf (Laufsensor Stryd, Leistung 12676 und Laufsensor 12676). Gleichzeitig verbinden kann ich mit entweder (Laufsensor Stryd und Leistung 12676) oder mit (Leistung 12676 und Laufsensor 12676). Das ist verwirrend, da ich ja auch den Kalibrierungsfaktor dann 2x eingeben müsste. Pace und/oder Distanz kann ich nur unter „Laufsensor 12676“ festlegen, den brauche ich also auf jeden Fall.
    Macht es Sinn entweder „Laufsensor Stryd“ oder „Leistung 12676“ zu löschen oder wie sieht hier die beste Konfiguration aus?

    Vielen Dank für deine Hilfe
    Gruss Peter

    1. Hallo Peter!

      Ja, das ist wirklich etwas verwirrend. Aber nur, weil Du so eine gute Uhr hast. ;) Denn die Fenix 6 beherrscht nicht nur das garmin-typische ANT+, sondern auch Bluetooth. Und da der Stryd auch beides kann, hast Du ihn mehrfach in der Anzeige.

      „Laufsensor Stryd“ ist die Bluetooth-Verbindung, die eigentlich eher für Nicht-Garmin-Geräte gedacht ist. Kann also weg. „Leistung 12676“ ist die ANT+-Verbindung für den reinen Leistungskanal. Das ist ursprünglich für Rad-Sensoren gedacht und wird für die normale Stryd-Funktionalität nicht gebraucht. Kann also auch weg.

      Bleibt „Laufsensor 12676“ – mehr als den brauchst Du nicht. Die Nummer ist die ANT+-ID, die Du auch in der Konfiguration des Connect-IQ-Datenfeldes eintragen solltest.

      Gruss Thomas

  5. Hallo Thomas,

    danke für Deine genialen Ausführungen, damit kann selbst ich etwas anfangen und mich nun hoffentlich intensiver mit dem Thema Leistungsmessung befassen. Eine Verständnisfrage habe ich trotzdem noch.

    Den Stryd habe ich mit meiner neuen 935 verbunden (Laufsensor, Geschwindigkeit und Distanz immer, Autokalibrierung aus und Faktor 100), ebenso Stryd Zones auf der Garmin installiert und in einer Trainingsansicht integriert.

    Gleichzeitig hat in die Uhr noch als Leistungsmesser gekoppelt. Du schreibst in Deinem Blog, dass dies bei bestimmten Uhren Sinn macht und führst beispielhaft die 935 auf. In einem vorherigen Kommentar habe ich gelesen, dass die Kopplung als Leistungsmesser nicht benötigt wird, da ursprünglich für Radsport gedacht. Kann ich die Kopplung als Leistungsmesser löschen?

    Danke.

    Gruß Sandro

    1. Hi Sandro, für die normale Funktionalität des Stryd im Zusammenhang mit dem „Stryd Zones“-Datenfeld, wird tatsächlich nur die Verbindung als Laufsensor benötigt – und vom Hersteller empfohlen. Nur für manche anderen Connect-IQ-Datenfelder wird teilweise die Verbindung als Leistungsmesser verlangt. Solange es dafür aber keinen guten Grund gibt, sollte man die Kopplung besser löschen.

  6. danke für den ausführlichen Bericht. Wie empfindlich ist der Stryd eigentlich bezüglich Dreck/Matsch? Werden hierdurch die Messungen verfälscht (vermutlich bei der Windmessung, aber darüber hinaus ebenfalls?)? Und kann man das Gerät danach einfach wieder abwaschen? VG, Marcel

    1. Hi Marcel, kritisch ist nur, wenn sich das Luftloch zusetzt und damit keine barometrischen Messungen mehr möglich sind. Das ist mir aber während des Laufs noch nie passiert, obwohl meine Stryds auch schon so einige Tauchgänge hinter sich haben. Wirklich säubern musste ich sie danach noch nie, aber ich habe zumindest das Loch kontrolliert und ggf. frei gepustet.

    1. Hi Edgar, es werden ja grundsätzlich nur neue Dateien synchronisiert und ausserdem müssen diese auch Power-Daten enthalten. Hast Du auf Garmin Connect die Daten des Stryd Datenfeldes?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich bin der Harlerunner

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

Strava Badge