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Wir atmen zu viel. Über diese These von Patrick McKeown bin ich in einem Podcast gestolpert. Über seine Weiterentwicklung der Buteyko-Methode hat er ein interessantes Buch geschrieben, das nun auch auf Deutsch verfügbar ist.

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Inhalt

Patrik McKeown: Erfolgsfaktor Sauerstoff

Patrik McKeown: Erfolgsfaktor Sauerstoff

Der Ansatz des Buches ist relativ einfach erklärt: wir Atmen zu viel und dadurch entziehen wir dem Körper Sauerstoff, statt ihm mehr davon zuzuführen. Mit der Erklärung dieses Paradoxons startet Patrick McKeown sehr nachvollziehbar und gut geschrieben in das Thema. Spannend fand ich, dass von Anfang an praktische Übungen zum Mitmachen und Überprüfen anregen. So wird sehr früh der BOLT-Test vorgestellt, mit dem man über simples Atemanhalten testen kann, wie es um die eigene Sauerstoffaufnahme bestellt ist. Ich bin da so gerade noch mit einem blauen Auge davon gekommen. ;)

Trotzdem haben die Fallbeispiele und konkreten Übungen immer wieder dazu geführt, dass ich zumindest einige Elemente versucht habe in den Alltag zu überführen. Dazu gehört zum Beispiel, nicht durch den Mund zu Atmen und nicht zu Seufzen. Während das Erste bei mir der Regelfall ist, war das mit dem Seufzen schon eine interessante Beobachtung: ich machte das wirklich mehrmals täglich!

Er empfiehlt die Wirksamkeit der Übung durch ein Pulsoximeter zu kontrollieren. Das ist ein kleines Gerät, das man an den Finger steckt und das dann Rückmeldung über die Herzfrequenz und die Sauerstoffsättigung des Blutes gibt. Einfach, gute Geräte sind schon für unter 20 Euro zu bekommen (z.B. Pulox PO-200 *) und ich fand die Verwendung sehr hilfreich und wichtig. Es ist anfangs wirklich schwer einzuschätzen, wann der Hunger nach mehr Sauerstoff zu gross wird oder gerade noch ok ist. Durch ein Pulsoximeter sieht man aber sofort die Auswirkungen auf den Sauerstoffgehalt des Blutes.

Nach Patrick McKeown soll eine Verbesserung des BOLT-Scores durch die vorgeschlagenen Übungen auch zu einer Leistungssteigerung beim Laufen führen. Vielleicht habe ich zu halbherzig geübt, aber eine Verbesserung des Scores stellte sich auch nach Wochen nicht ein… Dafür bin ich jetzt bei den Grundlagenläufen immer mit geschlossenem Mund unterwegs, während ich das vorher für unmöglich gehalten hätte. Selbst Tempoläufe kann ich so bestreiten und meine sogar, dass das Gefühl des leichten Sauerstoffmangels letztendlich doch dazu führt, das Tempo besser oder länger halten zu können. Ich mache seit dem jedenfalls häufiger die Beobachtung, dass ich zum Ende eines solches Laufes dazu neige „zu viel“ zu atmen. Bemühe ich mich dann bewusst um einen langsameren, ruhigeren Atem, stellt sich fast sofort Entspannug ein und ich kann die Belastung viel einfacher weiterführen.

Insgesamt fand ich das Buch sehr vorbildlich aufgebaut: zuerst werden die wissenschaftlichen Grundlagen erläutert, dann deren Auswirkungen und Anwendungsmöglichkeiten auf den Sport betrachtet und zum Schluss gibt es ganz konkrete Anleitungen, wie man das alles in seinem Alltag unterbringen kann. Und wie beschrieben, ist so einiges davon bei mir hängen geblieben.

Wer ein wenig reinlesen will: beim Verlag gibt es eine Leseprobe.

Meine Meinung

Ich fand das Buch sehr spannend und gut geschrieben. Doch obwohl sich die Wirkungsweisen durch kleine Übungen immer wieder selbst überprüfen liessen, bleibt unterm Strich doch die Unsicherheit, wie wissenschaftlich bewiesen das alles wirklich ist. Für lesenswert halte ich es trotzdem und wäre gespannt zu erfahren, ob jemand mit dieser Methode schon gute Erfahrungen gesammelt hat.