Rückblick: Was lief im Februar 2022?

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Nicht alles, was ich zu erzählen habe, wird zu einem eigenen Beitrag. Im Monatsrückblick sammle ich daher alle Themen, die ich trotzdem los werden möchte.

Training

Der Februar startete ziemlich perfekt. Ich bin in den ersten Wochen größtenteils schmerzfrei unterwegs gewesen und war ca. 35 Kilometer pro Woche in den Laufschuhe.

Dann habe ich es mit dem Alternativtraining etwas übertrieben und bin von einem Muskelkater (Kettlebell) in den nächsten (Taekwondo) gestolpert. Ehrlich gesagt sind sechs Trainingstage in der Woche auch einfach zu viel. Auch wenn das teilweise nur 30 Minuten auf dem Laufband sind: ich habe mir vorgenommen, ab jetzt zwei komplett Sport-freie Tage pro Woche einzuplanen.

Und da trotz aller Expertenmeinung und Übungsprogrammen meine ISG-Piriformis-Problematik immer noch nicht 100%-ig abgehakt ist, werde ich weiterhin mindestens zwei Mal in der Woche „Wartungsarbeiten“ durchführen. Das heißt vor allem: Kraft- und Koordinationstraining mit Körpergewicht oder Kettlebells.

Lauflieblinge

Der Februar hat mir auch neues Spielzeug beschert – allerdings aus der Kategorie Technik. Ich habe beim Laufen ja fast immer eine GoPro dabei, um damit auch die Fotos für den Blog zu machen. Seit einer ganzen Zeit schiele ich aber schon neidisch auf die Möglichkeiten einer 360-Grad-Kamera und habe mir jetzt eine Insta360 One X2 * zugelegt.

Dabei finde ich echte 360-Grad-Videos oder -Fotos gar nicht so spannend. Aber die Möglichkeit, im Nachhinein noch Bildformat und Blickwinkel bestimmen zu können, ist schon genial. Dazu kommt noch der „unsichtbare Selfie-Stick“, so daß es aussieht, als hätte ich nichts in der Hand.

Hier ein Beispiel als „normales Video“ mit nachträglicher Kameraführung:

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Und hier mal ein echtes 360-Grad-Video, in dem man sich in alle Himmelsrichtungen umsehen kann (an der Qualität scheint Youtube noch zu arbeiten…):

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Auch wenn ich gleichzeitig meine GoPro Hero 8 gegen eine Hero 9 (mit Max Lens Mod) getauscht habe, bin ich im Moment vor allem mit der Insta360 unterwegs.

Fundstücke

TrainingPeaks x TechnoGym MyRun

Technogym hat mich in diesem Monat mit einer neuen Funktion überrascht: das MyRun ist das weltweit einzige Laufband, das eine direkte Verbindung zu TrainingPeaks hat.

Verbindet man nun die Technogym LIVE App mit TrainingPeaks bekommt man einen neuen Button angezeigt, mit dem man direkt das für heute geplante Training aufrufen kann. Das Laufband wechselt dann automatisch zu den dort hinterlegten Trainingsgeschwindigkeiten und synchronisiert die absolvierte Einheit zurück auf die Plattform.

Voraussetzung ist natürlich ein pace-basiertes Training mit exakten Tempo-Zielen – also keine Ranges. Ausserdem gibt es bei TrainingPeaks leider keine Möglichkeit, eine Steigung zu planen. Aber vielleicht kommt das im Rahmen der scheinbar fruchtbaren Zusammenarbeit ja noch. Fände ich jedenfalls sehr spannend.

Seitliche Pomuskeln trainieren

Manchmal ist es schon fast gespenstisch, dass immer dann, wenn man sich gerade mit einem bestimmten Thema beschäftigt, neue Artikel und Videos dazu erscheinen. Oder ist das einfach nur selektive Wahrnehmung?! ;)

Für mich hat Paula jedenfalls aktuell genau die richtigen Po-Übungen auf dem Polar-Blog veröffentlicht. Die gehören jetzt zu meinem Standard-Repertoire.

Marquardt Schrittfrequenz-Rechner

Auch im Zusammenhang mit meiner Verletzung, habe ich mich nochmal mit dem Thema Schrittfrequenz beschäftigt. Die angeblich „perfekten 180“ werden gerade ja mal wieder durch alle Zeitschriften getragen. Bei höherem Tempo komme ich da auch locker hin, aber im Bummeltempo ist das nicht umsetzbar.

Eigentlich sollte ja klar sein, dass die ideale Schrittfrequenz von Körpergröße und Tempo abhängig ist. Und genau das bildet Dr. Marquardt in seinem Online-Rechner ab. Demnach sollte ich bei 183 cm Größe eine Schrittfrequenz von 164 haben, wenn ich eine 6er-Pace laufe. Selbst im 10k-Renntempo würden 174 ausreichen – beides weit weg von 180, aber für mich absolut realistisch die Werte, mit denen ich auch wirklich unterwegs bin.

Gut trainiert oder nur ok?

Spannend fand ich einen Artikel in der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin zur Kategorisierung von Sportlern.

Da geht es zwar eigentlich nur darum, das Trainingsniveau von Studienteilnehmern in ein einheitliches und damit vergleichbares Schema zu bringen. Aber ich fand ganz interessant zu sehen, dass ich mich zu den 12-19% der Weltbevölkerung zählen darf, die demnach als „trainiert“ gelten.

Für „gut trainiert“ müssten meine Wettkampfergebnisse maximal 20% unter Weltrekord liegen… Davon bin ich selbst unter Berücksichtigung des Age-Gradings sehr weit weg. ;)

Ausblick

Ich freue mich schon darauf, im März wieder mehr draussen laufen zu können – vielleicht sogar schon die ersten Läufe in kurz/kurz. Normalerweise ist das auch der Monat, in dem viele neue Schuhe, Uhren und sonstige Produkte vorgestellt werden. Ein paar sehr spannende Gadgets sind bereits unterwegs zu mir… :)

  1. „Manchmal ist es schon fast gespenstisch, dass immer dann, wenn man sich gerade mit einem bestimmten Thema beschäftigt, neue Artikel und Videos dazu erscheinen. Oder ist das einfach nur selektive Wahrnehmung?! ;)“

    JAAAAA!

    Ich hab schon gedacht, ich bin paranoid.

    Es schmerzt an Punkt X. Facebook so: „Finde hier die besten Übungen bei Schmerzen an Punkt X!“

    Und ich hab nicht danach gesucht!

    1. Ich glaub bei mir ist das so: wenn es an Stelle X zwickt, dann schreibt mir einer genau den passenden Artikel dazu. Ich fände es aber gut, wenn er mich dann auch noch kurz dazu anruft. ;)

  2. Moin Harleruner!

    Zitat:

    „Dann habe ich es mit dem Alternativtraining etwas übertrieben und bin von einem Muskelkater (Kettlebell) in den nächsten (Taekwondo) gestolpert. Ehrlich gesagt sind sechs Trainingstage in der Woche auch einfach zu viel. Auch wenn das teilweise nur 30 Minuten auf dem Laufband sind: ich habe mir vorgenommen, ab jetzt zwei komplett Sport-freie Tage pro Woche einzuplanen.“

    Wieso trainiert man mit Muskelkater? Ist dieser Fehler nicht schon seit Jahrzehnten als ein solcher bekannt? ;-)

    Warum sind 6 Trainingstage zuviel? Leistungssportler machen sowas. (Es ist immer eine Frage der eigenen Möglichkeiten im Kontext intelligenten Trainings.)
    Die Frage ist stets: Wie trainiere ich bzw. welche (physischen) Möglichkeiten habe ich überhaupt im Kontext dessen, was ich „Laufziel“ nenne?

    Natürlich muss man die Trainingsarten gut auseinanderhalten. Training in der Zielsportart darf nicht übertrieben werden (Was ja jeder selbst kontrollieren kann.), Alternativtraining aber eben auch nicht. Und es ist ja eine sehr simple Rechnung: Wenn ich Training an Training reihe, dann bin ich als Läufer überfordert. Denn ob ich nun alternativ Bälle werfe oder auf der Straße laufe, führt in der Summe der absoluten physischen Belastung trotzdem zum Übertraining.

    Wann und wie oft man Pause macht, ist höchst individuell. Erfahrene Sportler bewegen sich hier leichtfüßig durch die Materie. Man muss nur erstmal den Kopf von der Zwangsvorstellung des „Trainings“ (oder was auch immer man dafür hält) freibekommen. ;-)
    Leistung kommt aus der Regeneration – diese Erkenntnis ist so alt wie der Sport, wird aber auch heute wenig verstanden.

    30 Minuten auf dem Laufband oder laufend auf der Straße sind eben nur unter bestimmten Bedingungen als Regeneration zu bezeichnen (und geeignet). Abgesehen davon muss man sich immer nach dem Sinn fragen. Ich bspw. halte 30 Minuten Spaziergang für sinnvoller.
    Marquardt ist meiner Erinnerung nach auch ein Verfechter der „echten“ Regeneration. Das heißt: Als Läufer läuft man in der R-Phase NICHT.

    *

    Der Schrittfrequenz-Rechner von Marquardt ist ein altes, sehr gutes Tool, das sich auch prima als „Fersenläufer-Indikator“ eignet. Meint, wer mit der Schrittfrequenz nicht klarkommt bzw. meint, diese wäre egal, hat ein Technikproblem und ist höchstwahrscheinlich Fersenläufer. Warum? Fersenläufer können – biomechanisch bedingt – keine vernünftige SF laufen.
    Schrittfrequenz laufen heißt, diese „aktiv zu erlaufen“ (So, wie man am Berg nur durch aktives Wegdrücken der Füße nach hinten vorwärts kommt.) Das ist mit einem passiven Plumpsen (des Körpers) auf die Fersen de facto unmöglich.

    Die „stehende 180“ bez. der Schrittfrequenz war schon immer das Dümmste, das die Medien je zum Thema veröffentlichten. Darüber habe ich früher schon gelacht. Aber was wären die Medien ohne ihre ahnungslosen Rezipienten, die – anstatt sich ein Fachbuch zu kaufen – jeden Blödsinn sofort mitmachen, weil es ihnen irgend so ein Wurstblatt im Internet verkauft hat? :-D

    Sport frei!
    Frank_BN

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Ich bin der Harlerunner

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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Thomas (der Harlerunner)