Wer meine Berichte liest, weiß: Ich bin ein Fan von technischer Bekleidung, die ein spezifisches Problem löst. Im Winter ist das Problem oft die Balance zwischen Wärmerückhalt und dem Feuchtigkeitstransport. Soar Running aus London tritt hier mit einer Materialmischung an, die man eher aus der Luxus-Schneiderei als vom Sportplatz kennt: Merino und Seide.
Anzeige: Der Hersteller hat mir das Produkt für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.
Soar Silk Base Layer
Der Soar LS Silk Base Layer soll die natürliche Temperaturregulierung von Wolle mit der Strapazierfähigkeit und dem Hautgefühl von Seide kombinieren. Soar verspricht ein „Next-to-Skin“-Gefühl, das Geruchsbildung verhindert und auch in nassem Zustand isoliert. Zielgruppe sind Läufer, die bei Temperaturen um den Gefrierpunkt eine zuverlässige erste Schicht suchen, die nicht aufträgt.
Erster Eindruck


Beim Auspacken fällt sofort das Gewicht auf: Mit etwa 114 Gramm (in Größe M) ist das Longsleeve extrem leicht. Die Materialzusammensetzung liegt bei 60 % Merino und 25 % Seide.

Wer Merino pur kennt, weiß, dass es manchmal minimal „kratzig“ wirken kann. Durch den Seidenanteil ist der Stoff hier jedoch extrem glatt und fast schon kühl beim ersten Kontakt.



Auch die Passform ist typisch Soar – sehr athletisch und körpernah geschnitten. Der „Close Fit“ ist hier Programm; es gibt keine flatternden Stellen. Die Ärmel sind angenehm lang, und der Rumpf ist so geschnitten, dass man ihn problemlos in die Tights stecken kann, ohne dass er beim Laufen hochrutscht. Die Flachnähte sind tadellos verarbeitet.
Erfahrungen beim Laufen
Was sofort auffällt, ist das Feuchtigkeitsmanagement. Während reine Synthetik-Baselayer oft dieses „plastikartige“ Schwitzen verursachen und reine Merino-Shirts sich irgendwann schwer und nass anfühlen, hält die Seiden-Merino-Mischung die Haut spürbar trockener. Die Dochtwirkung (Wicking) ist exzellent. Selbst nach einem intensiven Schwellenlauf klebt das Material nicht unangenehm am Körper.

Bei 0 Grad unter einem dünnen Windbreaker (wie dem Soar Windbreaker) ist man perfekt temperiert. Das Material isoliert die Körperwärme, ohne einen Hitzestau zu provozieren. Die antibakterielle Wirkung der Wolle ist – wie erwartet – ein Segen: Man kann das Teil problemlos zwei- bis dreimal lüften, bevor es wirklich in die Maschine muss. Das schont das Material und die Umwelt.
Meine Meinung


