Weil ich den Nottulner Stiftslauf der Streiflichter Laufserie gestern leider verpasst habe, bin ich heute nach Reken zum Volkslauf gefahren. Dort wartete eine hügelige 10km-Strecke, auf der ich bisher noch nie unterwegs war.

Vorbereitungen

Ich hatte ja schon für Samstag geplant, daher war mein Mini-Tapering sogar einen Tag länger als vorgesehen. Das hat aber sicher nicht geschadet, weil die letzte Einheit diese Woche mit ein wenig Tempo war. Zumindest bin ich sehr erholt wach geworden.

Das allerdings deutlich zu spät, weil die Kinder uns ausnahmsweise mal haben ausschlafen lassen. Also habe ich auf dem Weg zum Klo schon ein Marmeladentoast geschmiert und ansonsten ein wenig Sportler-Flüssignahrung vorbereitet. Knapp zwei Stunden vor dem Lauf wollte ich nichts mehr in den Magen packen.

Die Anfahrt nach Klein-Reken ist mit einer halben Stunde noch ganz passend, allerdings hatte ich die Organisation vor Ort nicht mit eingeplant. Der einzige Zuweg zum Veranstaltungsort führte nämlich über die Laufstrecke… Genialer Plan. Vor allem, wenn direkt vorher noch ein Wettkampf läuft und alle auf den letzten Walker warten müssen.

Warten bis der letzte Walker durch ist

Warten bis der letzte Walker durch ist

Rückstau

Rückstau

Aber gut, die werden sich schon etwas dabei gedacht haben. Bei der Nachmeldung habe ich meinen Laufbuddy Norbert getroffen, der bereits den 5-km-Lauf hinter sich hatte und bis zum 10-km-Start noch ein paar Kilometer sammeln wollte. Sonntag ist halt „langer Lauf“. 😉 Ich habe mich derweil ein wenig umgesehen.

Rekener Volkslauf

Rekener Volkslauf

Für so einen kleinen Lauf war ganz schön viel aufgebaut auf dem Sportplatz. Sogar Winkels hatten einen Stand und auch ein Trüppchen Läufer am Start. Bernd und Nadine hatten gerade den 5-km-Lauf hinter sich, aber schon genug Luft für einen kleinen Plausch.

Als Norbert von seiner Schleife zwischen den Läufen zurück kam, haben wir uns auf dem Ascheplatz noch kurz gemeinsam eingelaufen, bevor ich dann schonmal zum Start getrabt bin. Zum Glück hatte ich neben dem Singlet auch ein T-Shirt dabei, denn es war doch kühler als erwartet.

Start

Ich bin aus der zweiten Reihe gestartet und musste mich erst langsam zurück fallen lassen, um von dem 4er-Schnitt langsam auf die geplanten 4:25 min/km zu kommen. Das Streckenprofil war ganz schön wellig, daher wollte ich mich mal komplett auf die Watt-Anzeige des STRYD verlassen. Somit hatte ich auch nur die eine Zahl auf dem Display: 310 Watt dürfte ungefähr der machbaren Pace entsprechen, also versuchte ich mich daran zu halten.

Das klappte auf der ersten Hälfte erstaunlich gut. Ich hatte mich auch hinter einen alten Hasen geklemmt, der genau mein Tempo lief und bei jeder Steigung im gleichen Maß langsamer wurde – ganz ohne Technik, einfach nach Gefühl. 🙂 Wobei ich mit meinem Gefühl auch selten daneben lag und die Watt-Anzeige nur als Rückversicherung benutzt habe. Ein oder zwei Mal habe ich auch kurz auf die Pace-Anzeige umgeschaltet, um nicht doch zu schnell oder zu langsam unterwegs zu sein. Passte aber alles.

Die zweite Hälfte der Strecke führte abseits der asphaltierten Straßen durch den Wald. Das war zwar eine willkommene Abwechslung, machte sich aber auch im Tempo bemerkbar. Bei gleicher Leistung war ich etwas langsamer unterwegs. Aber vom Gefühl her war ich durchgängig im richtigen Belastungsbereich und schaffte es sogar mich einige Plätze nach vorne zu laufen.

Der letzte Kilometer hatte zwar noch zwei kleine Hügelchen, führte aber gefühlt nur bergab zurück ins Stadion. Der Rasen-Abschnitt kurz vor der Aschebahn hat mich ganz schön Kraft gekostet, auch wenn ich gut Tempo zulegen konnte. Kurz vor Schnappatmung brachte mich der Schlussspurt sogar noch auf eine Pace mit einer drei vorne – vor allem, weil ich die Uhr sehen konnte…! 🙂

Ziel

Darauf war vorne nämlich noch eine 43 zu lesen, womit ich gar nicht gerechnet (aber es insgeheim gehofft) hatte! Und das bei dem Streckenprofil! Supergeil. 🙂

Urkunde Rekener Volkslauf 2017

Urkunde Rekener Volkslauf 2017

Offiziell waren es also 43:51 Minuten auf 10 Kilometer. Das liegt nur 24 Sekunden über meiner bisherigen Bestzeit und ist die zweit schnellste Zeit, die ich jemals über die Distanz gelaufen bin! Als Generalprobe für Lette hat das also gut funktioniert. 😉 Sehr spannend ist auch die Auswertung des Laufs gewesen. Denn natürlich schwankt die Pace relativ stark entsprechend des Geländeprofils. Auch die Watt-Zahl war nicht so konstant wie ich gedacht hätte. Allerdings zeigt mir meine Uhr auch einen über drei Sekunden geglätteten Wert an, während WKO4 mit den rohen Daten arbeitet. Bemerkenswert finde ich aber den Verlauf der Herzfrequenz:

Herzfrequenz (WKO4)

Herzfrequenz (WKO4)

Die geht nämlich nicht bei jedem Hügel hoch und wieder runter, sondern bleibt sehr lange sehr konstant. Erst in der zweiten Hälfte des Rennens liegt sie (auch wieder sehr gleichmäßig) 2-3 Schläge über meiner anaeroben Schwelle. Das wäre schon für einen absolut flachen Kurs ein ziemlich idealer Verlauf, für die Rekener 10-km-Runde ist das phänomenal und ausschließlich auf die Orientierung am STRYD-Powermeter zurück zu führen.

Abschluss

Natürlich war der Lauf noch nicht zu Ende bis mein Laufbuddy Norbert im Ziel ist. Der hatte mittlerweile bestimmt gut 20 Kilometer in den Beinen, kam aber trotzdem lächelnd um die Ecke.

Norbert hat es auch fast geschafft

Norbert hat es auch fast geschafft

Zieleinlauf

Nachdem er auch für heute durch war, haben wir uns noch 1-2 Becher Wasser lang unterhalten können, bevor ich mich auf den Heimweg machten musste. Natürlich nicht ohne mich auch bei Bernd und Nadine bedankt und verabschiedet zu haben – ich durfte meine Lauftasche netterweise an ihrem Stand ablegen, weil ich ohne Crew unterwegs war. 😉

Jetzt folgen noch ein paar Wochen Tempotraining, bevor Ende des Monats der Johannes-Lauf in Lette ansteht, bei dem ich meine Bestzeit nochmal ein wenig raus schieben möchte. Die Prognosen versprechen bereits eine kleine Revolution ;), aber dafür muss ich auch entsprechend gut trainieren (können). Ich bin sehr gespannt. 🙂