„Medical Running“ von Larsen/Zürcher/Altmann

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Ich bin ganz ehrlich: so einen dicken und umfangreichen Wälzer hatte ich nicht erwartet als ich das Buch „Medical Running“ bestellt habe. Jetzt liegt es schon seit einiger Zeit mit Lesezeichen gespickt auf meinem Schreibtisch und ist reif für einen kleinen Bericht.

Anzeige: Der Verlag hat mir das Buch für diesen Artikel auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Berichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.

Inhalt

Im Untertitel heißt es: „Laufanatomie analysieren, Lauftechnik optimieren, Laufbeschwerden wegtrainieren“ – und das entspricht auch ungefähr dem Aufbau des Buches. Die drei Autoren beginnen mit einer ausführlichen Betrachtung der Grundlagen des Laufens. Von „Born to Run“ über Superkompensation bis hin zur Ausrüstung werden viele Themen vorgestellt und bilden eine gute Informationsgrundlage. Mir war das teilweise etwas zu oberflächlich, was aber sicher der Anzahl der Themen zuzuschreiben ist.

Spannend wird es dann beim Kapitel „Runner’s Self Check“ – einer Anleitung zur Selbstanalyse des eigenen Laufstils. Die Laufbewegung wird in seine einzelnen Elemente zerlegt und diese jeweils mit Bildbeispielen beschrieben. Es gibt immer einen Vergleich von „normal“ zu typischen (!) Abweichungen und für diese dann konkrete Übungsempfehlungen. Die Übungen finden sich weiter hinten im Buch.

Nach den Grundlagen und einem Selbst-Check geht es dann in die Praxis: Kraft und Beweglichkeit werden als Basics für den Läufer vorgestellt, erklärt und mit ausführlichen Übungsanleitungen versehen. Doch das ist nur der Auftakt für den seitenmäßigen stärksten Teil des Buches: die „Übungsbox 100“. Auf Grundlage der Selbstdiagnose gibt es zu 10 Themengebieten jeweils 10 konkrete Übungen, um die erkannten Probleme abzustellen. Wer also weiß, woran er bei sich arbeiten muss, findet hier eine gute und systematische Anleitung.

Nach einem Ausflug ins unvermeidbare Thema „Essen für Läufer“, fand ich das Kapitel zu den „fünf Flows“ ungewöhnlich und spannend. In fünf Schritten wird erklärt, wie man beim Laufen im Einklang mit sich selbst sein kann – also im Flow. Dabei geht es um Bewegung, Atmung, Herzschlag und Bewusstsein, worunter z.B. auch das Thema Schlaf fällt.

Den Abschluss macht das wieder sehr umfangreiche Kapitel zu „Selbsthilfen für Läufer“. Hier finden sich so bekannte Begriffe wie Läuferknie oder Piriformis. ;) Nach der Beschreibung des Problems werden Lösungen vorgestellt, die auch z.B. Veränderungen der Lauftechnik, Hinweise zur Laufausrüstung oder weiterführender Literatur enthalten.

Meine Meinung

Wenn ein Arzt, eine Sportlehrerin und ein Physiotherapeut ein Buch über das „richtige“ Laufen schreiben, kann fast nur ein dickes Nachschlagewerk dabei heraus kommen. Es macht Spaß in dem umfangreichen Werk zu lesen und seinen eigenen Problemchen nachzugehen. Durch die Fülle der angeschnittenen Themen und trotz der vielen, vielen Beispiele bleiben speziellere Fragen allerdings unbeantwortet. Dafür ist der Spagat zwischen wissenschaftlichen Grundlagen und praktischen Übungsanleitungen aber sehr gut gelungen.

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Medical Running *

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  1. Also die Katastrophe beginnt ja bereits auf dem Cover. Was soll das sein, was die Frau da präsentiert? „Running“? Ach nein, „Medical Running“ – Gott sei Dank. Deshalb diese Bewegungspose, die eher an Kampfsport erinnert. Wenn es „Laufen“ gewesen wäre, hätte man sicher eine andere Illustration genommen. Nun gut, so ungewöhnlich ist das ja andererseits auch wieder nicht, denn wenn man sich anschauen will, wie man besser NICHT läuft, kann man sich ja seit Jahrzehnten auch die einschlägigen Läufer-Postillen zu Gemüte führen (RW und R). :-D

    Ich empfehle übrigens die Laufbibel – da steht alles drin. Und die Bilder sind korrekt. Okay, die ist nichts für Atheisten (nomen est omen) und kostet ansonsten genauso viel.

    Sport frei!
    Frank

    1. Der Titel ist mir letztens in unserem Buchhandel in die Hände gefallen. Inhaltlich sah das Buch sehr solide aus. Wahrscheinlich werde ich mir das Werk beim nächsten Gehalt zulegen. Viele Grüße,
      Micha

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Ich bin der Harlerunner

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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