Nicht alles, was ich zu erzählen habe, wird zu einem eigenen Beitrag. Im Monatsrückblick sammle ich daher alle Themen, die ich trotzdem loswerden möchte.
Inhalt / Content
Training

Der Mai hat mich mehr auf Trab gehalten als erwartet — im schlechten Sinne. Laut Plan hätte es ein solider Aufbaumonat werden sollen, mit zwei Qualitätssessions pro Woche und dem Nottulner Stiftslauf als erstem Frühjahrstest. Geworden ist es ein Monat der Unterbrechungen, der Geduld und — zum Schluss — eines ersten echten Laktatstufentests. Immerhin.
KW19: Die Woche begann ordentlich — Mo 7,6 km Easy, Do 4,9 km Easy, Sa Einlaufen zum Stiftslauf. Beim Rennen selbst war nach Kilometer 2 Schluss: die Wade links machte nicht mit. 28:07 auf der Uhr, NP 286 W — kein Ergebnis, dafür ein Befund. Gastrocnemius Grad I–II, so die Einschätzung. HRV war die ganze Woche schon im Keller (7d-Ratio 0,86), rückblickend ein deutlicher Hinweis, dass der Körper noch nicht bereit war ;)

KW20: Verletzungswoche. Ein Laufversuch Do (3,8 km, Abbruch nach 23 Minuten), Sa 22 km Fahrrad statt Laufen, der geplante Laktattest fiel komplett aus. ATL brach auf 22,8 ein — knapp Detrain-Bereich. Einzig positives Signal: die HRV erholte sich deutlich, Plews-Quadrant zeigte Positive Adaptation. Der Körper hat die erzwungene Pause genutzt.
KW21: Erste vorsichtige Schritte zurück. Testjog Di (3,7 km), Easy Mi (5,0 km), dann der erste Übungs-Laktattest mit dem Lactate Scout Sport am Samstag — holprig, wie erwartet. So 3,6 km NSM Easy als Abschluss. Gesamt ~15 km, weit unter jedem Limit, aber: die Wade hat mitgemacht. Gate nach 8-Tage-Streak ≤1/10 am 24.05. offiziell aufgehoben. Das war die wichtigste Meldung des Monats :)

KW22 (Ende Mai): Der zweite Laktattest am 25.05. hat dann Zahlen geliefert — LT1 bei ~225 W / 5:56/km, LT2 bei 284 W / 5:05/km. Erster Solo-Test, leider mit einem auffälligen Sprung bei Stufe 3→4 (2,0 → 7,2 mmol/L), daher ist die Interpretation mit Vorbehalt versehen. Da ist eine Rekalibrierung in 4–6 Wochen fällig.
Weil Wade und Achillessehne endlich wieder unauffällig waren, ging es auch zum LG-Training mit 4×600m — das lief gut, zum ersten Mal seit Wochen wieder etwas mit Struktur. Aber das war scheinbar doch zu früh für die Achillessehne, denn am nächsten Morgen zwickte es wieder… Das bedeutet: 3 Tage Laufpause, stattdessen Alternativtraining und kein Start beim Johannes-Lauf in Lette. :(
Fazit Mai: ein Monat, der wirklich viel Geduld von mir verlangt hat.
Laufliebling des Monats
claude.ai

In diesem Monat habe ich wahrscheinlich jeden Tag meine Limits bei Claude voll ausgeschöpft. Das hat natürlich mit der intensiven Nutzung meines Trainer-Teams zu tun, aber auch mit den vielen Ideen, die ich ausserdem noch hatte. Dazu gehörte zum Beispiel ein Skill zur Vorbereitung und Auswertung von Laktattests und eine eigene Oberfläche für intervals.icu mit vielen ergänzenden Funktionen.
Fundstücke
Das Norwegian-Singles-Universum wächst
Der Methodenwechsel zur Norwegian Singles Method hat mich im Mai tief in ein Rabbit-Hole gezogen — und meine Bookmarks zeigen es deutlich. James Copelands Ansatz bekommt gerade spürbar mehr Aufmerksamkeit: eine eigene Website (norwegiansingles.run), ein eigenes Subreddit, und ein 2,5-stündiges Video, das Marius Bakken, sirpoc und FodRunner zusammenbringt. Die Frage, wie sich das System für niedrigere Wochenvolumina skalieren lässt, beschäftigt viele — dazu gibt es einen lesenswerten LetsRun-Thread.
Stryd-Power auf dem Laufband: Wie valide ist das?
Eine Studie im International Journal of Sports Physiology and Performance hat untersucht, wie gut Stryd-Power den metabolischen Aufwand beim Laufband-Laufen mit Steigung abbildet. Für alle, die — wie ich beim Laktattest — Laufband-Daten mit Stryd erheben: interessante Lektüre. Die Kurzbotschaft ist, dass Power-Metriken auf dem Laufband mit Vorsicht interpretiert werden sollten, weil das Band selbst Energie liefert. → Validity of Stryd Running Power (IJSPP)
Was Eliteläufer anders machen — und warum das relevant ist
Ein YouTube-Video von Anfang Mai, das sich mit Lauftechnik-Unterschieden zwischen Elite und Freizeitläufern beschäftigt — nicht aus der „mach das ABC“-Ecke, sondern eher aus der Frage: Was lässt sich realistischerweise verbessern? Ergänzt gut durch ein anderes Video zum Thema Laufform in elf Minuten. Guter Einstieg, falls das Thema gerade aktuell ist.
Ausblick
Jetzt haben wir es schon Juni, die Hälfte der Laufsaison ist gefühlt vorbei und ich bin noch nichtmal richtig ins Training gekommen. Prognose bei einer Reizung am Achillessehnenansatz: mindestens 3-6 Monate bis wieder eine normale Belastbarkeit da ist. Es wird also noch einiges an Durststrecke vor mir liegen.
Aber ich bleibe dran und werde vor allem der Norwegian Singles Method im Training eine Chance geben. Die verspricht eine gleichmäßige Trainingsbelastung und dadurch weniger Verletzungsgefahr. Vielleicht muss ich das Vereinstraining auch erstmal aussetzen, bis ich wieder normal belastbar bin.

Autor und Betreiber von Harlerunner.de. Läufer seit mehr als zehn Jahren, über 100 Wettkämpfe von 5 km bis Halbmarathon im Gepäck, bisher mehr als 500 Produkte getestet. Kein Labortest — alles kommt aus dem echten Training in und um Coesfeld. Was du hier liest, hat er selbst an den Füßen, am Körper, am Handgelenk oder im Ohr gehabt.
Author and owner of Harlerunner.de. A runner for over ten years, with more than 100 races under his belt – ranging from 5 km to half-marathons – and having tested over 500 products to date. No lab tests – everything is based on real-world training in and around Coesfeld. Everything you read here is something he has personally worn on his feet, on his body, on his wrist or in his ear.

