Die adidas Kaphiros kam spät ins Harlerunner-Testlabor — aber gerade noch rechtzeitig. Denn wenn die Herbstsonne tief steht, zählt vor allem eins: ein Sichtfeld, das wirklich abgedeckt ist. Und genau da spielt die randlose Laufbrille ihre größte Stärke aus.
Anzeige: Der Hersteller hat mir das Produkt für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.
Die adidas Kaphiros ist eine randlose Sport-Sonnenbrille mit umlaufendem Schild-Glas für Laufen und Radfahren. Sie kostet 150 Euro, Nasenpads und Bügel sind verstellbar. Im Test überzeugten vor allem die Abdeckung des Sichtfelds und die Glasqualität. Wer eine hochwertige Laufbrille für tiefstehende Sonne sucht, wird hier sehr glücklich — wer nur gelegentlich eine Brille braucht, findet günstigere Alternativen.
adidas Kaphiros: Technische Daten auf einen Blick
| Modell | SP0122 67L |
| Bauform | Randloses Schild-Glas, umlaufend |
| Glas | POWERVIZN, braun getönt, HD-Optik |
| Beschichtung | Wasser- und schmutzabweisend (hydrophob / oleophob) |
| Anpassung | Verstellbare Nasenpads und Bügel |
| Maße | 137 mm Breite, 125 mm Bügellänge |
| Lieferumfang | Gepolstertes Etui mit Putztuch |
| Preis | 150 Euro |
Erster Eindruck

Bevor es um die Brille selbst geht, muss ich kurz über die Verpackung sprechen … denn die ist bei der Kaphiros schon fast ein eigenes Kapitel. adidas liefert die Brille in einer richtig luxuriösen Tasche aus. Die ist ungewöhnlich dick gepolstert und schützt die Brille auch dann, wenn sie mal im Rucksack oder in der Sporttasche zwischen Schuhen und Trinkflasche landet.
Im Inneren liegt ein Putztuch — soweit, so üblich. Der eigentliche Clou kommt aber erst, wenn das Tuch mal verloren geht: Der innere Bezug der Tasche lässt sich nach außen ziehen und taugt dann selbst als Putztuch. Fettfinger und angetrockneter Schweiß sind so schnell wieder vom Glas. Kleines Detail, großer Effekt — so etwas habe ich bei einer Laufbrille bisher noch nicht gesehen :)

Die Brille selbst setzt auf ein großes, durchgehendes Schild-Glas ohne umlaufenden Rahmen. Nur oben ist die Scheibe mit der Brücke und den Bügeln verbunden, der Rest ist freies Glas. Das braune POWERVIZN-Glas wirkt schon in der Hand hochwertig — und beim ersten Blick durch die Brille wird die Umgebung angenehm warm und kontrastreich.

Nasenpads und Bügel lassen sich anpassen, die Bügelenden sind gummiert. Damit lässt sich die Kaphiros ziemlich genau auf die eigene Kopfform einstellen. Bei mir saß sie auch ohne Justierung so, wie sie sitzen soll.

Sichtfeld und Glasqualität
Das große Schild-Glas zieht sich weit um das Gesicht herum und deckt das Sichtfeld nach vorne, zur Seite und auch nach unten sehr gut ab. Gerade jetzt im Herbst ist das Gold wert: Die Sonne steht tief, blendet schräg von der Seite — und genau da lassen viele Brillen eine Lücke. Bei der Kaphiros … Fehlanzeige ;)

Was mich am meisten überrascht hat: Die Ränder des Glases nehme ich beim Laufen überhaupt nicht wahr. Kein Rahmen, der irgendwo im Augenwinkel auftaucht, keine Kante, an der der Blick hängen bleibt. Die Brille ist einfach da — und man vergisst sie.
Die Abdunkelung empfinde ich als überragend. Das braune Glas nimmt der Sonne die Härte, ohne die Umgebung zu dunkel wirken zu lassen, und Kontraste auf dem Weg bleiben gut erkennbar. Die optische Qualität ist tadellos — keine Verzerrungen, auch nicht beim Blick durch die äußeren Bereiche der Scheibe.
Erfahrungen beim Laufen

Rund vier Wochen war die Kaphiros jetzt mein Begleiter auf den Laufrunden — und noch sind die Tage sonnig genug, um sie ausgiebig zu nutzen. Die Passform hat mich dabei durchweg begeistert. Die Brille sitzt stabil, drückt nirgends und rutscht nicht, auch wenn das Tempo mal anzieht.
Besonders bei der tiefstehenden Sonne am Morgen und am späten Nachmittag hat sich die Kaphiros bewährt. Wo ich sonst die Augen zusammenkneife oder den Kopf wegdrehe, konnte ich einfach weiterlaufen. Das gut abgedeckte Sichtfeld ist hier kein Marketing-Versprechen, sondern im Alltag spürbar.

Und wenn nach dem Lauf doch mal Schweiß oder ein Fingerabdruck auf dem Glas landet? Dann kommt wieder die Tasche ins Spiel. Tuch raus, oder im Zweifel eben den Innenbezug — und die Brille ist wieder sauber. Das klingt nach einer Kleinigkeit … ist im Alltag aber eine, die ich nicht mehr missen möchte.
Meine Meinung

150 Euro sind natürlich kein Pappenstiel für eine Laufbrille. Wer aber viel bei Sonne läuft — und gerade im Herbst gegen die tiefstehende Sonne — bekommt dafür eine Brille, die ihren Job nahezu perfekt erledigt. Schade eigentlich, dass sie erst so spät im Jahr kam … aber der nächste Frühling kommt bestimmt ;)

Autor und Betreiber von Harlerunner.de. Läufer seit mehr als zehn Jahren, über 100 Wettkämpfe von 5 km bis Halbmarathon im Gepäck, bisher mehr als 500 Produkte getestet. Kein Labortest — alles kommt aus dem echten Training in und um Coesfeld. Was du hier liest, hat er selbst an den Füßen, am Körper, am Handgelenk oder im Ohr gehabt.
Author and owner of Harlerunner.de. A runner for over ten years, with more than 100 races under his belt – ranging from 5 km to half-marathons – and having tested over 500 products to date. No lab tests – everything is based on real-world training in and around Coesfeld. Everything you read here is something he has personally worn on his feet, on his body, on his wrist or in his ear.

