Im Herbst braucht niemand eine Sonnenbrille … dachte ich. Die adidas Kentro hat mich eines Besseren belehrt: Das photochrome Glas ist an grauen Tagen fast klar, dunkelt bei tiefstehender Sonne genau so weit ab, wie es nötig ist — und schützt nebenbei vor Fliegen und kaltem Wind.
Anzeige: Der Hersteller hat mir das Produkt für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.
Die adidas Kentro (SP0123 02Z) ist eine Sport-Sonnenbrille mit großem Schild-Glas und photochromer Tönung für Laufen, Radfahren und Wandern. Sie kostet 195 Euro, das Glas passt sich stufenlos von Filterkategorie 1 bis 3 an. Im Test überzeugten Passform, geringes Gewicht und ein Glas, das auch im Herbst nie stört. Wer eine Brille für wechselndes Licht sucht, wird glücklich — wer nur bei strahlendem Sommerwetter läuft, kommt mit einer günstigeren, fest getönten Variante aus.
adidas Kentro: Technische Daten auf einen Blick
| Modell | SP0123 02Z |
| Bauform | Full-Rim-Schild mit einem durchgehenden Glas |
| Rahmen | TR90, matt schwarz, belüftet an Oberkante und Bügeln |
| Glas | POWERVIZN, photochrom, violette Kontrastbasis, silberner Spiegel |
| Filterkategorie | 1 bis 3 (Lichtdurchlässigkeit ca. 50 bis 10 %) |
| Beschichtung | Wasser-, schweiß- und schmutzabweisend |
| Anpassung | Verstellbare Nasenpads und Bügelenden |
| Lieferumfang | Mesh-Beutel mit Putztuch |
| Preis | 195 Euro |
Erster Eindruck

Die Kentro ist eine klassische Schild-Brille: ein großes, durchgehendes Glas, matt schwarzer Rahmen, dezentes adidas-Logo am Bügel. Optisch ist sie damit eher sportlich-markant als zurückhaltend. Das Glas wirkt im Raum ganz leicht violett-rosa getönt — mehr dazu gleich.

Von vorne sieht man schön, wie weit das Glas nach unten und zur Seite reicht. Die Nasenpads sitzen im Mittelteil, die Brücke ist offen. Die Verarbeitung ist wieder genau so gut, wie ich es schon von der adidas Kaphiros kannte — da wackelt und knarzt nichts.

Von innen fallen die Lüftungsschlitze in der Oberkante auf, die beschlagenem Glas vorbeugen sollen. Nasenpads und Bügelenden sind gummiert und lassen sich anpassen. Bei mir saß die Kentro allerdings schon beim ersten Aufsetzen so, wie sie sitzen soll.

Geliefert wird die Brille in einem Mesh-Beutel mit weißem adidas-Logo. Der ist leicht und passt in jede Jackentasche — ein hartes Etui ist er allerdings nicht ;)

Im Beutel steckt ein Putztuch, das Fingerabdrücke und angetrockneten Schweiß zuverlässig vom Glas holt. Dank der schmutzabweisenden Beschichtung braucht es das aber seltener, als man erwarten würde.
Das photochrome Glas

Das Besondere an der Kentro ist das Glas: Es dunkelt sich automatisch ab, je heller es draußen wird. Laut adidas reicht der Bereich von Kategorie 1 bis 3, also von rund 50 bis 10 Prozent Lichtdurchlässigkeit. Dazu kommt die violette Basistönung, die Kontraste betonen soll.
Ohne Sonne ist das Glas fast klar. Es nimmt kaum Licht, verbessert aber dennoch einige Kontraste auf dem Weg — Laub, Pfützen, Unebenheiten. Mit Sonne verdunkelt es im Herbst maximal im mittleren Bereich. Voll abgedunkelt habe ich die Kentro jedenfalls noch nicht erlebt … dafür müsste wohl erst wieder Sommer sein.
Der Übergang passiert dabei so unauffällig, dass ich ihn beim Laufen kaum bemerke. Wenn ich aus dem Schatten eines Waldstücks auf ein freies Feld komme, ist das Glas schlicht schon da, wo ich es brauche.
Erfahrungen beim Laufen

Man sollte meinen, im Herbst braucht man keine Sonnenbrille mehr. Aber die tiefstehende Sonne — wenn sie denn mal da ist — kann ganz schön stören. Genau hier spielt die Kentro ihre Stärke aus: Sie nimmt die Härte aus dem Licht, ohne dass bei bewölktem Himmel gleich alles dunkel wirkt.

Dazu kommt, was sonst gern vergessen wird: Fliegen und anderes Getier sind auch im Herbst noch reichlich unterwegs. Davor schützt die Kentro genau so gut wie vor kaltem Wind an den Augen. Gerade bei den ersten frostigen Morgenläufen ist das ein spürbarer Unterschied :)
Passform und Qualität sind wieder auf dem Niveau, das ich von adidas inzwischen gewohnt bin. Die Brille sitzt stabil, drückt nirgends und rutscht auch bei höherem Tempo nicht. Weil sie so leicht ist, stört sie kein bisschen — selbst dann nicht, wenn sie sich im Nachhinein als gar nicht so notwendig herausstellt.
Meine Meinung:


Autor und Betreiber von Harlerunner.de. Läufer seit mehr als zehn Jahren, über 100 Wettkämpfe von 5 km bis Halbmarathon im Gepäck, bisher mehr als 500 Produkte getestet. Kein Labortest — alles kommt aus dem echten Training in und um Coesfeld. Was du hier liest, hat er selbst an den Füßen, am Körper, am Handgelenk oder im Ohr gehabt.
Author and owner of Harlerunner.de. A runner for over ten years, with more than 100 races under his belt – ranging from 5 km to half-marathons – and having tested over 500 products to date. No lab tests – everything is based on real-world training in and around Coesfeld. Everything you read here is something he has personally worn on his feet, on his body, on his wrist or in his ear.
