SOAR X Tour – meine erste virtuelle Laufserie

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Alle Wettkämpfe abgesagt und keinen Plan wie es weiter geht… Das ist schon eine verrückte Zeit. Aber ich habe meine Trainingsmotivation kein bisschen verloren und spule fleissig meine Kilometer runter.

Nachdem anfangs die „Corona Racing Days“ eine willkommene Abwechslung gebracht haben und ich anschließend mein „Projekt 44“ wieder aufleben ließ, war seit dem Urlaub kein Highlight mehr in Sicht. Daher habe ich mich natürlich unter den virtuellen Rennformaten umgesehen, aber nichts hat mich so richtig angesprochen.

Die Soar X Tour war da eine Ausnahme, denn ich fand die Idee einer kleinen Laufserie mit eingegrenztem Zeitfenster ganz spannend. Und die ausgeschriebenen Distanzen waren auch ein zusätzlicher Reiz.

Regelwerk

Die Regeln sind leicht beschrieben: innerhalb eines Zeitfensters von 10 Tagen mussten die Distanzen 1 km, 1 Meile und 5 km absolviert werden – und zwar genau in dieser Reihenfolge. Die Strecke durfte nicht mehr als 2 Meter Gefälle auf einen Kilometer haben und das Laufen auf einer 400m-Laufbahn war auch untersagt. Das hätte sich auch dadurch ausgeschlossen, dass die Anzahl der maximal zu laufenden Runden pro Distanz beschränkt war.

Das Rennen war kostenlos, weltweit für alle Läufer offen und wurde über die Plattform OpenTrack verwaltet, wo man seine Ergebnisse hochladen musste. Zusätzlich gab es noch Preise zu gewinnen. Nicht nur für die schnellsten Läufer: per Los konnte es jeden erwischen. ;) Ausserdem gab es einen „King of the Mountain“-Preis und einen für besonders stetige Leistungen.

Vorbereitung

Nachdem ich im Urlaub nur lockere Kilometer gemacht hatte, war ich langsam wieder angefangen, Intervalle ins wöchentliche Training zu integrieren. Ein paar VO2max-Einheiten hatte ich also schon in den Beinen – teilweise auch als Experiment. Jens (Rage & Run) hatte zum Beispiel Moneghetti-Intervalle ins Spiel gebracht, die ich auch gleich mal ausprobiert hatte. Dazu kam auch noch ein „High-intensity decreasing interval training“ gemäß einer aktuellen Studie.

Aber ich habe nicht speziell für die Distanzen trainiert. Zumal die ersten beiden Läufe ja sonst eher Intervall-Länge haben… Am ehesten war ich also wohl für die 5 km vorbereitet – die ich allerdings überhaupt erst zwei Mal als Rennen gelaufen war.

SOAR Racing Kit

Eigentlich bin ich sogar erst durch das Racing Bundle auf die Tour aufmerksam geworden. Ich bin durch gute Optik so einfach zu kriegen… ;) Besonders spannend war für mich die Race Vest in einem speziellen Design, das es nur für die Tour gibt. Dazu gehörten aber auch die Elite Speed Shorts 2.0 in „Electric Blue“, die mich zwar auch interessiert haben, aber nicht so sehr wie das Oberteil.


Die Race Vest brauchte ich nicht Probe laufen, denn ich habe mittlerweile vier Stück davon in unterschiedlichen Designs – und bin absolut begeistert davon. Bei den Speed Shorts bin ich den Vorgänger schon gelaufen und war so mittel begeistert. Die neue Version ist definitiv ein großer Schritt nach vorne! Absolut minimal und sehr funktional. Es lohnt sich mal wieder, sich Tims Designer’s Notes dazu anzusehen.

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Wettkämpfe

Meine Wettkampfstrecken hatte ich mir vorher in Strava erstellt, um mir auch sicher zu sein, dass ich die Regeln einhalte (Gefälle und Runden). Ausgeguckt habe ich mir ein Industriegebiet in der Nähe, das verschiedene Runden ermöglicht und relativ flache Strecken hat. Ausserdem sollte da zu meinen Wettkampfzeiten nichts los sein, so dass ich meine Ruhe habe.

Die Vorplanung diente auch dazu, eine Vorstellung von den Streckenlängen zu bekommen. Ein irgendwie sichtbares „Ziel“ kann ja sehr hilfreich sein. Daher habe ich die Strecken so geplant, dass sie immer z.B. an einer Kreuzung enden. Also… in der Theorie. ;)

Soar X Tour – 1 km

Den ersten Renntag habe ich auf einen Samstag gelegt. Mittwochs bin ich noch Intervalle gelaufen und habe es danach ruhig angehen lassen. Den Startpunkt habe ich vor Ort spontan verschoben, um mir den lebhaften Gegenwind zu ersparen. Nach dem Warmlaufen hieß es dann aber trotzdem: 1 km Vollgas. :)

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Meine bisherige Bestzeit stammt aus einem zwei Jahre alten Downhill-Segment und lag bei 3:45 min/km. Ansonsten bin ich noch nie nur einen Kilometer auf Zeit gelaufen. Dem entsprechend bin ich mit den resultierenden 3:33 min/km ganz zufrieden. Ich glaube zwar da wäre noch etwas mehr drin gewesen, aber ich will auch nicht meckern. ;)

Angeschlossen habe ich noch einen Schwellenlauf mit 4×4 Minuten, damit sich der Tag auch lohnt. ;) Naja, und als Vorbereitung für die weiteren Läufe natürlich.

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Soar X Tour – 1 Meile

Nach einem langen und einem kurzen Lauf stand dann eigentlich für Mittwoch die Meile auf dem Programm. Das ist sowieso immer mein HIT-Tag. Doch der Alltag kam dazwischen und ich musste sehen, dass ich den Lauf am Donnerstag dazwischen bekomme. Richtig motiviert war ich nicht und der Zeitpunkt passte mir auch nicht so recht (#mimimi). Aber um noch genug Erholung vor den 5 Kilometern zu haben, musste es nun mal so sein.

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Nachdem beim Kilometer schon noch etwas Luft nach oben war, hatte ich für die Meile eine mögliche Pace von vielleicht 3:40 min/km ausgerechnet. Letztendlich ist aber auch die Meile ein All-out-Lauf, der allerdings gefühlt mehr als doppelt so lang ist wie der Kilometer… ;) Es hat jedenfalls viel zu lange gedauert, bis die Uhr mich nach 6:03 min erlöst hat. Trotzdem: neue Bestzeit erreicht. :)

Soar X Tour – 5 km

Auch beim letzten Lauf gab es eine Planänderung. Eigentlich wollte ich ihn am Sonntag laufen – nach zwei Tagen Pause. Doch Samstag ergab sich nicht nur ein günstiges Zeitfenster, auch die Beine wollten unbedingt arbeiten. Also bin ich bei bestem Laufwetter (sonnig und kühl) zu meiner Wettkampfstrecke aufgebrochen.

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Die 5 Kilometer bin ich zumindest schon zwei Mal im Wettkampf gelaufen, doch so ganz viel mehr als meine Schwellen-Pace (4:25 bis vielleicht 4:20 min/km) hatte ich mir nicht zugetraut. Orientiert habe ich mich aber nicht an der Pace, sondern neben dem Gefühl vor allem am Puls. Der lag sehr genau an meiner Schwelle und ich hatte den Plan gefasst, ihn zumindest für die ersten zwei von drei Runden dort zu belassen.

Erst auf dem letzten Kilometer habe ich dann die Bremsen gelöst, obwohl gefühlt nicht mehr viel im Tank war… Wieder war die Atmung mein limitierender Faktor. Zum Glück wusste ich ja sehr genau, wo das Rennen enden würde. Und so bin ich aus dem letzten Loch pfeifend auf die Ziel-Kreuzung zu gerannt, nur um festzustellen, dass es laut GPS dann noch 210 Meter bis ins Ziel waren… Irgendwie habe ich den Schlussspurt noch verlängern können und musste mich danach erstmal hinlegen. ;)

Mit 21:12 Minuten habe ich meine alte Bestzeit pulverisiert und um glatte 20 Sekunden verbessert! Was für ein krönender Abschluss der Tour. Damit hätte ich ehrlich nicht gerechnet.

Ergebnis

Was soll ich sagen: in allen drei Disziplinen habe ich eine neue Bestzeit für mich aufgestellt. Damit kann man doch nur zufrieden sein, oder? :) Nebenbei habe ich meine Power-Kurve mit neuen Maximalwerten gefüttert und damit meine Critical Power um 5% angehoben. Im Gesamt-Klassement liege ich ziemlich genau im Mittelfeld, allerdings waren gleich neun Läufer aus meiner Altersklasse schneller als ich.

Spannend war auch, dass ich im größtenteils englischen Starterfeld auch einen Deutschen entdeckt und mich direkt mit ihm vernetzt habe. So konnten wir uns bei Strava gegenseitig anfeuern und bei Instagram weitere Eindrücke von den Läufen teilen. Richard scheint genau so ein großer Soar-Fanboy zu sein wie ich. ;) Wäre schön mit ihm in Kontakt zu bleiben. Allein dafür hätte sich das ganze Gerenne schon gelohnt. :)

  1. Schöne Zusammenfassung einer wirklich tollen Rennserie und die Rennkombo finde ich auch sehr gelungen. Sollten uns mal ein Rennen aussuchen, wo wir damit zusammen an den Start gehen :).

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Ich bin der Harlerunner

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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