White HOKA running shoes with blue logo and green accents on a white surface, angled to show side and toe detail.

Hoka Skyward X2 im Test — großer Spaß, solange der Boden mitspielt

Der Hoka Skyward X2 hat mir richtig viel Spaß gemacht — aber nur, solange der Untergrund eben bleibt. Auf glattem Asphalt ist er ein Sofa mit Vortrieb, auf welligem Terrain zeigt der weiche Schaum schnell seine Grenzen.

Anzeige: Der Hersteller hat mir das Produkt für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.

Der Hoka Skyward X2 ist ein Max-Cushion-Trainer mit PEBA-Zwischensohle und Carbon-Platte im SCF-Rahmen, gedacht für Easy Runs und Long Runs. Bei 682 Gramm für beide Schuhe (US 12.5) liegt er in der Halbschwergewichtsklasse. Auf ebener Strecke liefert er enormen Komfort, sobald der Boden uneben wird, verliert die weiche Dämpfung aber merklich an Stabilität.


Erster Eindruck

Auf den ersten Blick wirkt der Skyward X2 erstmal wie das, was er ist — ein ziemlicher Klotz. Aber ein aufgeräumter Klotz, muss man sagen. Die Zonal Engineered Flat Knit-Obermaterial-Konstruktion sitzt sauber am Fuß.

Im Seitenprofil zeigt sich dann, worum es hier eigentlich geht: 44 mm Ferse, 39 mm Vorfuß, 5 mm Sprengung — also immer noch jede Menge Schaum, auch wenn Hoka gegenüber dem ersten Skyward X rund 4 mm Stapelhöhe eingespart hat. Der Schnitt selbst ist eher schmal, mit spitz zulaufender Zehenbox — bei mir passte es ganz gut, aber für richtig breite Füße ist der Hoka eher nichts.

Von unten sieht man die Carbon-Platte, die im SCF-EVA-Rahmen eingebettet liegt und den weichen PEBA-Schaum stabilisieren soll. Die Sohlengeometrie ist stark gerockert — das sagt schon einiges darüber, wie sich der Schuh später beim Laufen anfühlt.

Von hinten fällt der Fersenbereich angenehm weich auf — gut gepolstert, ohne zu scheuern. Die Zunge ist dünn, aber ausreichend fixiert, sodass sie beim Laufen nicht wandert. Nichts Aufregendes, aber solide gemacht.

Gewicht (beide Schuhe, US 12.5): 682 Gramm — damit gehört er in die Klasse Halbschwergewicht. Zum Vergleich: der erste Skyward X brachte laut Hoka-Angaben pro Schuh noch rund 20 Gramm mehr auf die Waage — hochgerechnet auf das Paar also gut 40 Gramm mehr als der X2. Erklären lässt sich das vor allem über die reduzierte Stapelhöhe und das neue, dünner gestrickte Flat-Knit-Obermaterial, das weniger Material braucht als die Vorgänger-Konstruktion.

Innerhalb der Halbschwergewichtsklasse steht der Skyward X2 damit neben Modellen, die eigentlich fürs Grobe gedacht sind — für einen reinen Straßenschuh ist das ungewöhnlich viel Gewicht, was seine Rolle als Ultra-Komfort-Trainer statt Tempo-Schuh unterstreicht. Auf der Waage wirkt er dabei gar nicht so wuchtig, wie man erwarten würde — angezogen spürt man dann aber vor allem die Bauhöhe, nicht das Gewicht. Genau daran musste ich mich erstmal gewöhnen.

Erfahrungen beim Laufen

Die ersten Kilometer im Skyward X2 waren erstmal ungewohnt. So viel Schaum unter dem Fuß, das kannte ich in der Form noch nicht — man steht buchstäblich etwas höher über der Straße, und das Gefühl für den Boden verändert sich dadurch spürbar. Nach ein paar Läufen hatte ich mich aber eingewöhnt, und dann wurde es richtig gut … ;)

Man in a pink cap, navy shirt, and gray shorts running along a paved path with green bushes on the side, photographed from above (selfie view).

Auf ebener Strecke ist der Skyward X2 wirklich ein Genuss. Die PEBA-Zwischensohle federt jeden Schritt weich ab, die Carbon-Platte sorgt trotzdem für einen ordentlichen Vortrieb — man rollt eher über den Asphalt, als dass man läuft.

Male runner in a white tank top and red shorts jogs along a sunlit country road bordered by fences and trees.

Auf unebenem Terrain sieht die Sache anders aus. Sobald der Untergrund wellig wird oder kleine Unebenheiten kommen, verliert der weiche Schaum ziemlich schnell an Stabilität. Man merkt dann deutlich, dass so viel Material unter dem Fuß eben auch Nachgiebigkeit bedeutet — und die geht auf Kosten der Führung.

Person taking a selfie while running on a wet paved path in a green field, wearing a camo cap, gray rain jacket, navy shorts, and white sneakers.

Auf glattem Asphalt taucht dieses Problem dagegen praktisch gar nicht auf. Da bleibt der Schuh stabil genug, und der Komfort steht klar im Vordergrund. Das will schon etwas heißen bei einem Schuh mit derart viel Stack …

Spaßfaktoren / Eignung

Nicht jeder Schuh eignet sich für jede Art von Training oder Wettkampf. Das ist (neben dem Schuh an sich) abhängig von Lauferfahrung, Leistungsstand, Gewicht und persönlichen Vorlieben. Meinen Spaß mit dem Schuh würde ich für folgende Kategorien so einschätzen:

Besonders gerne getragen habe ich den Skyward X2 bei Easy Runs und Long Runs — immer dann, wenn die Beine jeden Komfort gebrauchen konnten. Da spielt er seine Stärken voll aus, und der Spaßfaktor war entsprechend hoch :) Auf unebenen Laufstrecken, etwa Waldwegen mit Wurzeln oder welligem Kopfsteinpflaster, würde ich eher zu einem anderen Schuh greifen — die Stabilität leidet dort einfach zu schnell. Für Tempoeinheiten oder Wettkämpfe ist er ohnehin nicht gedacht, dafür ist er schlicht zu hoch und zu weich gebaut. Wobei er trotz des Gewichts ein wenig Tempo gut vertragen kann.

Meine Meinung:

White HOKA running shoes with blue logo and green accents on a white surface, angled to show side and toe detail.
Hoka Skyward X2 im Test — großer Spaß, solange der Boden mitspielt
Lieblingsschuh
Mir hat der Hoka Skyward X2 sehr gut gefallen - nach kurzer Gewöhnung. Dass er beim Laufen auf Feldwegen etwas mehr Konzentration fordert, kann ich ihm gut verzeihen. Denn vom Laufgefühl und Komfort her macht er eine wirklich gute Figur.
Qualität
Funktion
Begeisterung
Preis / Leistung
4.8
Bewertung
Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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