Suunto baut richtig gute Laufuhren und ist für mich eine ernsthafte Konkurrenz zu Garmin. Mein einziger Kritikpunkt: die optische Messung der Herzfrequenz. Daher war ich sehr gespannt, ob die Suunto Race 2 hier aufgeholt hat.
Anzeige: Der Hersteller hat mir das Produkt für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.
Inhalt / Content
Suunto Race 2
Technische Daten auf einen Blick
| Eigenschaft | Suunto Race 2 |
|---|---|
| Gehäuse | 49 mm, 12,5 mm flach |
| Gewicht | 65 g (Titan) / 76 g (Edelstahl) |
| Display | 1,5″ LTPO AMOLED, 466 × 466 px, 2.000 Nits |
| GPS | Dualband GNSS (L1 + L5) |
| Akku: Smartwatch | bis 18 Tage |
| Akku: GPS-Training | bis 50 h (Dualband) |
| Akku: Sparmodus | bis 200 h |
| Wasserdichtigkeit | 100 m / 10 ATM |
| Sportmodi | 115+ (inkl. Trailrunning, Radfahren, Skitouren) |
| Offline-Karten | Ja, kostenlos via WLAN |
| Navigation | Routenführung, Abbiegehinweise, Climb Guidance |
| Herzfrequenz | Optisch (überarbeitet) + Brustgurt-kompatibel |
| HRV / Erholung | Ja, inkl. ZoneSense |
| Preis | ab 449 € (Edelstahl) / ab 549 € (Titan) |
Erster Eindruck

Vor zwei Jahren hat Suunto mit der Race und der Vertical zwei Uhren vorgestellt, die mich funktional und gestalterisch echt überzeugt haben. Mit der verkleinerten Version, der Suunto Race S, habe ich viele Trainingskilometer absolviert. Nun gibt es die Race 2 (und mitterweile auch die Vertical 2) im ursprünglichen, großen Uhrenformat und mit vielen Updates.

Auf den ersten Blick fällt mir vor allem das neue Ladekabel auf. Zugegeben: die bisherige Variante war nicht optimal, weil sie nicht sicher saß. Aber ein Problem hatte ich damit auch nicht.


Das neue Kabel ist eine spürbare Verbesserung und hält wirklich gut. Da muss man sich keine Sorgen mehr machen, dass die Verbindung unbemerkt abbricht und die Uhr dann doch nicht geladen ist.



Ansonsten unterscheidet sich die Uhr äußerlich kaum von den Vorgängern. Auch am Bedienkonzept mit zwei Tasten und der digitalen Krone wurde nicht gerüttelt. Außerdem steht der Touch-Screen weiter als Option zur Verfügung.

Spannender wird es da schon auf der Rückseite der Sunnto Race 2, denn der optische Sensor ist komplett neu! Das sieht erstmal vielversprechend aus – jetzt muss nur noch die Messung stimmen.

Natürlich wurde auch das Display nochmal verbessert: es ist jetzt etwas größer und auch heller. Und ehrlich gesagt wirkt es im Vergleich zur Race S fast schon riesig.
Vergleich Race 2 vs. Race S – lohnt sich das Upgrade?
Wer wie ich von der Suunto Race S kommt, stellt sich natürlich eine Frage: Reicht das Update, um umzusteigen?
Die Race S ist das kleinere Modell der ersten Generation – mit 43 mm Gehäuse deutlich handlicher, aber auch mit weniger Display und kürzerer Akkulaufzeit. Die Race 2 ist die direkte Nachfolgerin der Race 1 (49 mm), also eine andere Größenklasse.
| Merkmal | Suunto Race S | Suunto Race 1 | Suunto Race 2 |
|---|---|---|---|
| Gehäusegröße | 43 mm | 49 mm | 49 mm |
| Dicke | 12,9 mm | 13,3 mm | 12,5 mm |
| Gewicht (Titan) | 53 g | ~68 g | 65 g |
| Display | 1,3″ AMOLED | 1,43″ AMOLED | 1,5″ LTPO AMOLED |
| Helligkeit | 1.000 Nits | 1.000 Nits | 2.000 Nits |
| GPS-Akku (Dualband) | ~35 h | ~40 h | ~50 h |
| Prozessor | älter | älter | neu, spürbar schneller |
| OHR-Sensor | erste Generation | erste Generation | überarbeitet |
| Preis (Edelstahl) | ~349 € | ~399 € | ~449 € |
Welche Größe für welches Handgelenk passt, erkläre ich ausführlich im Laufuhren-Ratgeber.
Mein Fazit zum Upgrade: Wer die Race S täglich trägt und damit zufrieden ist, muss nicht wechseln – vor allem nicht wegen der Größe. Wer sich von der Race 1 zur Race 2 bewegt, bekommt spürbar mehr Display, deutlich mehr Akku und einen Prozessor, der sich im Alltag wirklich bemerkbar macht. Das 100-€-Aufpreis-Argument zieht hier.
Erfahrungen beim Laufen

Bei der Integration der Uhr ins Training gab es keinerlei Hürden. Da hatte bei mir die Suunto Race S schon Vorarbeit geleistet. Und erstmal funktionieren die Uhren auch genau gleich und können grundsätzlich alles, was das Läuferherz (auch das anspruchsvolle) sich wünscht.
Spannend war jedoch eine Änderung bei der Verwendung von strukturierten Trainingseinheiten: endlich bekomme ich eine Rückmeldung (per Vibration), wenn ich die eingestellten Bereiche verlasse! Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das mit der Suunto Race 2 neu ist, oder längst per Software-Update eingeführt wurde, ohne dass ich es gemerkt hätte. Jedenfalls ist es für mich ein wichtiges Update. Dazu gehört übrigens auch eine Anzeige der Intervall-Nummer (also zum Beispiel „3/8“).

Was mich darüber hinaus immer wieder umhaut: die Ermittlung der Watt beim Laufen. Im direkten Vergleich mit dem Stryd ist da weiterhin kein nennenswerter Unterschied festzustellen! Suunto liefert die gleichen Zahlen wie der Footpod aus den USA.
Leider sieht man oben allerdings auch, dass der optische Sensor bei der Herzfrequenz immer noch einige Schwächen hat. Vor allem in den ersten Minuten einer Einheit kommt es oft zu Fehlmessungen, die stark einen „Cadence-Lock“ vermuten lassen. Da wird also fälschlicherweise die Schrittfrequenz statt die Herzfrequenz erkannt.

Wie auch schon bei anderen Uhren, habe ich das größtenteils mit einem Nylonarmband abstellen können. Damit liegt die Suunto Race 2 bei mir anscheinend besser am Arm und es kommt nur noch selten zu Fehlmessungen.

Selbst bei intensiven Intervall-Belastungen kommt die Race 2 bei mir damit nicht aus dem Tritt – aber leider auch nicht 100% verläßlich.
Für wen ist die Suunto Race 2 die richtige Uhr?
Nach einigen Wochen im Alltag und Training habe ich ein recht klares Bild, wer mit der Race 2 glücklich wird – und wer vielleicht besser eine andere Wahl trifft.
Die Race 2 ist ideal für dich, wenn…
- Du ambitioniert trainierst und strukturierte Einheiten mit Zonenvorgaben nutzt. Die Vibrations-Rückmeldung beim Verlassen des Pulsbereichs ist endlich zuverlässig – das war für mich ein echter Gamechanger.
- Du lange Läufe machst und keine Lust hast, jeden Abend ans Ladekabel. 40+ Stunden realistische GPS-Laufzeit decken auch Ultras problemlos ab.
- Du Offline-Karten und Navigation brauchst, aber kein Outdoor-Gerät im Stil einer Garmin Fenix tragen möchtest. Die Race 2 ist dünn, leicht und alltagstauglich.
- Du bereit bist, für den optischen Sensor einen Brustgurt zu ergänzen. Der neue Sensor ist besser als sein Vorgänger – aber bei Intervallen würde ich weiterhin den Gurt nehmen.
Vielleicht nicht die erste Wahl, wenn…
- Du hauptsächlich Schwimmen trainierst. Die Pool-Erkennung ist weniger ausgereift als bei Garmin.
- Du tiefes Ökosystem-Integration mit Drittanbieter-Tools erwartest. Garmin Connect ist da noch breiter aufgestellt.
- Du eine kleinere Uhr suchst. Die 49 mm sind auf schmalem Handgelenk eine Ansage. Die Race S bleibt hier die bessere Wahl.
- Dein Budget knapp ist. Die Suunto Race 1 bekommst du aktuell für ~100 € weniger – und bekommst 90 % der Funktionen.
Meine Meinung




