Man in a blue shirt takes a selfie on a rural road as three friends in dark jackets run toward the camera, smiling and cheering nearby trees and hedges.

Rückblick: Was lief im Mai 2026?

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Nicht alles, was ich zu erzählen habe, wird zu einem eigenen Beitrag. Im Monatsrückblick sammle ich daher alle Themen, die ich trotzdem loswerden möchte.

Training

Der Mai hat mich mehr auf Trab gehalten als erwartet — im schlechten Sinne. Laut Plan hätte es ein solider Aufbaumonat werden sollen, mit zwei Qualitätssessions pro Woche und dem Nottulner Stiftslauf als erstem Frühjahrstest. Geworden ist es ein Monat der Unterbrechungen, der Geduld und — zum Schluss — eines ersten echten Laktatstufentests. Immerhin.

KW19: Die Woche begann ordentlich — Mo 7,6 km Easy, Do 4,9 km Easy, Sa Einlaufen zum Stiftslauf. Beim Rennen selbst war nach Kilometer 2 Schluss: die Wade links machte nicht mit. 28:07 auf der Uhr, NP 286 W — kein Ergebnis, dafür ein Befund. Gastrocnemius Grad I–II, so die Einschätzung. HRV war die ganze Woche schon im Keller (7d-Ratio 0,86), rückblickend ein deutlicher Hinweis, dass der Körper noch nicht bereit war ;)

Runners participate in an outdoor race along a rural road, with a man in the foreground wearing a cap and race bibs visible behind him.

KW20: Verletzungswoche. Ein Laufversuch Do (3,8 km, Abbruch nach 23 Minuten), Sa 22 km Fahrrad statt Laufen, der geplante Laktattest fiel komplett aus. ATL brach auf 22,8 ein — knapp Detrain-Bereich. Einzig positives Signal: die HRV erholte sich deutlich, Plews-Quadrant zeigte Positive Adaptation. Der Körper hat die erzwungene Pause genutzt.

KW21: Erste vorsichtige Schritte zurück. Testjog Di (3,7 km), Easy Mi (5,0 km), dann der erste Übungs-Laktattest mit dem Lactate Scout Sport am Samstag — holprig, wie erwartet. So 3,6 km NSM Easy als Abschluss. Gesamt ~15 km, weit unter jedem Limit, aber: die Wade hat mitgemacht. Gate nach 8-Tage-Streak ≤1/10 am 24.05. offiziell aufgehoben. Das war die wichtigste Meldung des Monats :)

KW22 (Ende Mai): Der zweite Laktattest am 25.05. hat dann Zahlen geliefert — LT1 bei ~225 W / 5:56/km, LT2 bei 284 W / 5:05/km. Erster Solo-Test, leider mit einem auffälligen Sprung bei Stufe 3→4 (2,0 → 7,2 mmol/L), daher ist die Interpretation mit Vorbehalt versehen. Da ist eine Rekalibrierung in 4–6 Wochen fällig.

Weil Wade und Achillessehne endlich wieder unauffällig waren, ging es auch zum LG-Training mit 4×600m — das lief gut, zum ersten Mal seit Wochen wieder etwas mit Struktur. Aber das war scheinbar doch zu früh für die Achillessehne, denn am nächsten Morgen zwickte es wieder… Das bedeutet: 3 Tage Laufpause, stattdessen Alternativtraining und kein Start beim Johannes-Lauf in Lette. :(

Fazit Mai: ein Monat, der wirklich viel Geduld von mir verlangt hat.

Laufliebling des Monats

claude.ai

In diesem Monat habe ich wahrscheinlich jeden Tag meine Limits bei Claude voll ausgeschöpft. Das hat natürlich mit der intensiven Nutzung meines Trainer-Teams zu tun, aber auch mit den vielen Ideen, die ich ausserdem noch hatte. Dazu gehörte zum Beispiel ein Skill zur Vorbereitung und Auswertung von Laktattests und eine eigene Oberfläche für intervals.icu mit vielen ergänzenden Funktionen.

Fundstücke

Das Norwegian-Singles-Universum wächst

Der Methodenwechsel zur Norwegian Singles Method hat mich im Mai tief in ein Rabbit-Hole gezogen — und meine Bookmarks zeigen es deutlich. James Copelands Ansatz bekommt gerade spürbar mehr Aufmerksamkeit: eine eigene Website (norwegiansingles.run), ein eigenes Subreddit, und ein 2,5-stündiges Video, das Marius Bakken, sirpoc und FodRunner zusammenbringt. Die Frage, wie sich das System für niedrigere Wochenvolumina skalieren lässt, beschäftigt viele — dazu gibt es einen lesenswerten LetsRun-Thread.

Stryd-Power auf dem Laufband: Wie valide ist das?

Eine Studie im International Journal of Sports Physiology and Performance hat untersucht, wie gut Stryd-Power den metabolischen Aufwand beim Laufband-Laufen mit Steigung abbildet. Für alle, die — wie ich beim Laktattest — Laufband-Daten mit Stryd erheben: interessante Lektüre. Die Kurzbotschaft ist, dass Power-Metriken auf dem Laufband mit Vorsicht interpretiert werden sollten, weil das Band selbst Energie liefert. → Validity of Stryd Running Power (IJSPP)

Was Eliteläufer anders machen — und warum das relevant ist

Ein YouTube-Video von Anfang Mai, das sich mit Lauftechnik-Unterschieden zwischen Elite und Freizeitläufern beschäftigt — nicht aus der „mach das ABC“-Ecke, sondern eher aus der Frage: Was lässt sich realistischerweise verbessern? Ergänzt gut durch ein anderes Video zum Thema Laufform in elf Minuten. Guter Einstieg, falls das Thema gerade aktuell ist.

Ausblick

Jetzt haben wir es schon Juni, die Hälfte der Laufsaison ist gefühlt vorbei und ich bin noch nichtmal richtig ins Training gekommen. Prognose bei einer Reizung am Achillessehnenansatz: mindestens 3-6 Monate bis wieder eine normale Belastbarkeit da ist. Es wird also noch einiges an Durststrecke vor mir liegen.

Aber ich bleibe dran und werde vor allem der Norwegian Singles Method im Training eine Chance geben. Die verspricht eine gleichmäßige Trainingsbelastung und dadurch weniger Verletzungsgefahr. Vielleicht muss ich das Vereinstraining auch erstmal aussetzen, bis ich wieder normal belastbar bin.

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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