Stack of boxes: Hanging Neck Mount Max, Osmo 360 II, Lens Replacement Kit and Transparent Lens Protectors.

DJI Osmo 360 II im Test: Beim Laufen ganz neue Perspektiven

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Eine 360-Grad-Kamera am Selfie-Stick verändert, wie sich Läufe festhalten lassen: Die Perspektive wird erst nach dem Lauf festgelegt. Die DJI Osmo 360 II hat mir dabei Blickwinkel geliefert, die ich mit einer klassischen Actioncam nie hinbekommen hätte — und sie bleibt dabei erstaunlich unkompliziert.

Anzeige: Der Hersteller hat mir das Produkt für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.

DJI Osmo 360 II: 360-Grad-Kamera mit zwei 1/1,1-Zoll-Sensoren und 8K bei 60 Bildern pro Sekunde. Der Adventure Combo kostet 739 Euro und enthält drei Akkus, ein Ladecase und einen Selfie-Stick. Am ausgefahrenen Stick entstehen beim Laufen Perspektiven, die sonst kaum möglich sind. Wer experimentieren und nachträglich schneiden mag, wird viel Freude haben; wer nur schnell draufhalten will, braucht keine 360-Grad-Kamera.


DJI Osmo 360 II: Technische Daten auf einen Blick

Sensoren2 × 1/1,1-Zoll-CMOS, Blende f/1.9
Video8K/60 (360°), 10 Bit; 4K/240 Zeitlupe
Dynamikumfang14,5 Blendenstufen (13,5 in D-Log M)
Fotos120-MP-Panorama, HDR und RAW; 30,72 MP mit einer Linse
Speicher128 GB intern (105 GB nutzbar), microSD bis 1 TB
Akku2.150 mAh; bis ca. 100 Min. bei 8K/30 (Herstellerangabe)
Laden80 % in ca. 22 Minuten (30 W PD)
Gewicht / Maße183 g / 61 × 36,3 × 81 mm
Display2,0 Zoll Touchscreen, 800 Nits
Wasserdichtigkeit10 m ohne Gehäuse, 50 m mit separatem Gehäuse
KonnektivitätWi-Fi 6, Bluetooth, NFC
Preis (UVP)Standard Combo 589 €, Adventure Combo 739 €

Alle Daten laut Hersteller. Die Preise beziehen sich auf den Marktstart im September 2026.

Erster Eindruck

Der Adventure Combo kommt mit reichlich Zubehör: drei Akkus, einem Ladecase und einem Selfie-Stick, dazu liegt eine kleine Neopren-Tasche bei. Die Kamera selbst ist kompakt und mit 183 g leicht — auf der Vorderseite sitzen ein Objektiv und ein kleiner Touchscreen, auf der Rückseite das zweite Objektiv. Das Gehäuse wirkt solide und griffig.

Unten sitzt die magnetische Schnellwechsel-Aufnahme, die sich in beide Richtungen verwenden lässt. Im Alltag ist das praktisch: Kamera drauf, Kamera runter, ohne Schrauben ;) Die mitgelieferte Tasche kann zusätzlich als Schutz dienen, notwendig fand ich sie nicht unbedingt — mit den Transparent Lens Protectors war die Kamera für meine Zwecke ausreichend geschützt.

Was ist neu gegenüber der Osmo 360?

Die Osmo 360 II ist ein Update, keine Revolution. Laut CameraJabber (ich hatte den Vorgänger nicht selbst im Test) bleiben Sensor, Gewicht, Abmessungen und Speicher gleich — gewachsen sind Bildrate (8K/60 statt 50), Dynamikumfang (14,5 statt 13,5 Blendenstufen) und der Akku (2.150 statt 1.950 mAh).

Neu sind außerdem RAW- und HDR-Fotos, NFC-Kopplung, ein besseres SuperNight und ein magnetischer Schnellwechsler für beide Richtungen. Die wohl praktischste Änderung: Die Linsen lassen sich jetzt ohne Werkzeug selbst wechseln. Die Osmo 360 habe ich nicht getestet — wer sie schon besitzt, sollte eher keinen großen Sprung erwarten.

Mit dem Stick unterwegs beim Laufen

Beim Laufen habe ich die Kamera fast immer am Selfie-Stick benutzt, dazu die Transparent Lens Protectors. Der Stick lässt sich für seine Größe erstaunlich weit ausfahren — beim Stick des Combos sind es 1,2 m. Dadurch entstehen immer wieder spannende Perspektiven, und ich habe für meine Laufaufnahmen tatsächlich viele neue entdeckt.

Der Trick dahinter: Bei 360-Grad-Aufnahmen wird der Stick in der Software herausgerechnet. Das funktioniert mit dem DJI-Stick am besten. Im fertigen Video wirkt es dann, als schwebe die Kamera von selbst neben oder vor dir. ;)

Besonders gefallen haben mir die Wechsel zwischen Blick nach vorn, Blick auf mich selbst und Blick auf die Landschaft. Auch im tiefen Abendlicht liefern die Aufnahmen ein stimmiges Bild.

Auch enge Orte machen mit 360 Grad Spaß. Ein Tunnel wirkt in der symmetrischen Ansicht fast wie ein Kunstwerk — dabei war es nur ein ganz normaler Lauf …

Bei den Bildern, in denen man einen Teil des Selfie-Sticks noch sieht, hatte ich die Kamera leicht abgewinkelt angebracht. Dadurch klappt das mit dem unsichtbaren Stick leider nicht ganz.

Linsenschutz: wichtig bei freiliegenden Objektiven

Die Objektive einer 360-Grad-Kamera liegen frei und ragen aus dem Gehäuse — jede Berührung mit Tisch, Rucksack oder Ast kann Kratzer hinterlassen. Mit den Transparent Lens Protectors sind sie auch bei Läufen geschützt. Für den Transport bleibt zusätzlich die mitgelieferte Silikon-Kappe.

Neu ist die Möglichkeit, die Linsen selbst zu tauschen. Der Wechsel einer kaputten Linse dauert etwa zwei Minuten; ein Ersatzset kostet 39 Euro. Das nimmt dem Gedanken an einen Kratzer ein gutes Stück Schrecken.

Akku, Ladecase und Speicher

Im Adventure Combo stecken drei Akkus mit einem Ladecase. Laut Hersteller reicht ein Akku für bis zu 100 Minuten bei 8K/30. Geladen sind 80 % in etwa 22 Minuten — vorausgesetzt, ein passendes 30-W-Netzteil ist vorhanden.

Intern stehen 128 GB zur Verfügung (davon 105 GB nutzbar), zusätzlich passt eine microSD-Karte bis 1 TB hinein. Bei 8K-Material ist das schneller voll, als es klingt.

Hanging Neck Mount Max: für alle, die nicht halten möchten

Wer die Osmo 360 II nicht in der Hand halten möchte, sollte sich den Hanging Neck Mount Max ansehen. Die Halterung hängt die Kamera vor die Brust und wird zusätzlich mit einem Brustgurt fixiert. Als Lösung für lange Läufe taugt das nicht — trotz Brustgurt hüpft der Mount etwas.

Beim Radfahren oder bei anderen Aktivitäten ist er dagegen die deutlich bessere Wahl. Für den Mount stand mir außerdem der Dual-Direction Quick Release Foldable Adapter Mount zur Verfügung.

Die App: einfach und trotzdem flexibel

Die zugehörige App fand ich gut und einfach zu bedienen. Mit wenigen Klicks entsteht ein ansprechendes Video; wer es individueller mag, kann sehr genau nach eigenen Vorstellungen schneiden. Auf dem Rechner gibt es außerdem DJI Studio — einsteigerfreundlich, mit vorgefertigten Kamerabewegungen, Keyframes und Farbprofilen für D-Log M.

360 Grad: Die Perspektive nachträglich entscheiden

Der eigentliche Reiz einer 360-Grad-Kamera liegt darin, dass die Entscheidung für einen Blickwinkel erst später fällt. Dadurch findet sich eigentlich immer das perfekte Motiv. Sogar mehrere Blickwinkel desselben Moments sind möglich — zum Beispiel erst die Landschaft, dann die Person.

Beim Laufen in der Gruppe ließe sich außerdem für jeden Läufer einzeln der Fokus setzen und jeder in den Mittelpunkt stellen. Dazu kommt Spotlight Follow, eine automatische Motivverfolgung bis 4K/30.

Grenzen und offene Fragen

Ganz ohne Haken geht es nicht. Bei sommerlichen Temperaturen gab es laut slashcam im On/Off-Modus keine Hitzewarnung, im Dauerbetrieb mit 8K/50 und D-Log M kam nach 17 Minuten eine Warnung und nach 22 Minuten die Abschaltung. Das ist ein Extremfall, aber nicht ohne Bedeutung.

Bei dynamischen Motiven können Stitching-Nähte sichtbar werden — wichtige Motive daher besser mittig vor den Objektiven halten. Unter Wasser ist die Kamera ohne Gehäuse nur bis 10 m dicht, und DJI rät ohnehin davon ab, ohne Gehäuse unter Wasser zu filmen, weil die Linsen verzerren.

Pluspunkte

  • Perspektiven, die mit normaler Actioncam kaum gelingen
  • Selfie-Stick lässt sich weit ausfahren und wird im Video herausgerechnet
  • Perspektive nachträglich frei wählbar, auch mehrere Blickwinkel desselben Moments
  • Gute und einfach zu bedienende App, wahlweise schneller Schnitt oder individuelle Bearbeitung
  • Linsen wechselbar, Linsenschutz verfügbar
  • Adventure Combo mit drei Akkus und Ladecase gut ausgestattet
  • Leicht (183 g) und kompakt

Minuspunkte

  • Hanging Neck Mount Max hüpft trotz Brustgurt — für lange Läufe ungeeignet
  • Akku bei 8K begrenzt: laut Hersteller bis ca. 100 Minuten bei 8K/30
  • Bei hohen Auflösungen im Dauerbetrieb Hitzeprobleme
  • Nur 10 m wasserdicht ohne Zusatzgehäuse
  • Nachbearbeitung kostet Zeit — 360-Grad-Material will geschnitten werden
  • Auflösung bei extrahierten Fotos könnte besser sein
  • Mit 739 Euro für den Adventure Combo kein Schnäppchen

Meine Meinung:

Stack of boxes: Hanging Neck Mount Max, Osmo 360 II, Lens Replacement Kit and Transparent Lens Protectors.
DJI Osmo 360 II im Test: Beim Laufen ganz neue Perspektiven
Spannende Alternative
Wer Laufvideos nicht nur aufnehmen, sondern gestalten möchte und Spaß am Schneiden hat, bekommt mit der Osmo 360 II ein sehr vielseitiges Werkzeug. Wer lediglich ein schnelles Video ohne Nachbearbeitung sucht, ist mit einer klassischen Actioncam einfacher bedient. Am Stick ist sie beim Laufen hervorragend aufgehoben; am Körper getragen fand ich sie beim Radfahren besser aufgehoben als beim Laufen.
Qualität
Funktion
Begeisterung
Preis / Leistung
4.3
Bewertung

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Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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