Der zweite Laufschuh von CEP ist da, und er fühlt sich anders an als der erste — ehrlich gesagt in fast allem etwas erwachsener. Die „Kugel unter dem Fuß“, die mich beim Pro Run Omnispeed noch irritiert hat, ist verschwunden, der Schaum wirkt straffer. Ausgereift ist die BowTech-Idee für mich trotzdem noch nicht ganz … ;)
Anzeige: Der Hersteller hat mir das Produkt für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.
Erster Eindruck

Auf den ersten Blick wirkt der Optaspeed aufgeräumter als sein Vorgänger — weniger verspielt, klarer in der Linienführung. Meine Testpaar kam in einer eher zurückhaltenden Farbgebung, das Neon-Coral-Colorway von CEP gibt es aber ebenfalls und macht deutlich mehr her ;) Insgesamt sieht man dem Schuh die zweite Generation an, er wirkt fertiger.

Von oben und im Profil zeigt sich die Stapelhöhe von rund 37 mm in der Ferse und 30 mm im Vorfuß — bei 7 mm Sprengung also durchaus hoch gebaut, ohne dabei wackelig zu wirken. Der Schnitt fällt eher schmal aus, was zur knappen Zehenbox passt, dazu aber gleich mehr. Das Obermaterial aus Textil und TPU sitzt eng am Fuß, ohne einzuschnüren.

Auf der Unterseite verrät sich das eigentliche Herzstück des Schuhs — die beiden auffälligen BowTech-Platten des patentierten Systems. Die Außensohle ist profiliert genug für griffigen Asphaltkontakt, ohne dass ich das Material bislang übermäßig strapaziert hätte. CEP gibt hier eine Haltbarkeit von bis zu 800 km an.

Von hinten fällt der Fersenbereich angenehm zurückhaltend gepolstert auf — nicht überbaut, aber auch kein Sparmodell. Die Zunge sitzt fest und rutscht auch nach längeren Läufen nicht zur Seite, was ich beim Vorgänger zwischendurch schon anders erlebt hatte. Insgesamt ein solider, eher unauffälliger Eindruck an dieser Stelle.

Gewicht (beide Schuhe, US 12.5): 686 Gramm — damit gehört er in die Klasse Halbschwergewicht. Zum Vorgänger Pro Run Omnispeed (688 g) ist das quasi eine Nullnummer, nur 2 Gramm Unterschied. Erklären lässt sich das über den ähnlichen Aufbau — auch beim Optaspeed sorgt eine zweigeteilte Zwischensohle aus TPEE im Vorfuß und EVA in der Ferse plus die BowTech-Doppelplatte für das Gewicht, nur eben in einer überarbeiteten Abstimmung.
In der Gewichtsklasse zwischen 675 und 750 Gramm tummeln sich vor allem Allround-Tagestrainer mit ordentlich Dämpfung — genau da würde ich auch den Optaspeed einsortieren, nicht als reinen Renn- oder Tempo-Schuh trotz des Namens. Interessant: Obwohl die Waage praktisch dasselbe Gewicht wie beim Vorgänger anzeigt, läuft er sich für mich spürbar leichter — die Zahl allein erzählt hier also nicht die ganze Geschichte.
Erfahrungen beim Laufen
Wer den Pro Run Omnispeed kennt, wird beim Optaspeed ziemlich schnell merken: Da hat sich einiges getan. Der Schaum fühlte sich beim Vorgänger stellenweise fast schon schwammig an, gerade im Vorfuß gab es dieses eigenartige Gefühl einer kleinen „Kugel“ unter dem Fuß — vermutlich die vordere BowTech-Platte, die spürbar durchdrückte. Beim Optaspeed ist davon nichts mehr zu spüren, das Abrollen wirkt geschlossener und direkter.
Trotzdem bleibt der Grundcharakter erhalten: Der Optaspeed läuft sich einfach anders als die meisten anderen Schuhe in meinem Rotation-Regal. Das BowTech-System gibt seine Energie nicht so, wie man es von einer klassischen Carbonplatte kennt — eher subtiler, mit einem eigenen Rhythmus, an den man sich ein paar Kilometer lang gewöhnen muss. Bei ruhigem Tempo merkt man davon eigentlich wenig, das wird erst schneller spürbar.

Auf ebenem Asphalt, bei zügigem Tempo, funktioniert das ganz gut — da fühlt sich der Schuh tatsächlich nach „Optaspeed“ an, wie der Name verspricht. Auf welligem oder leicht unebenem Untergrund wird die Sache schon diffiziler, weil ich das Gefühl habe, die Rückmeldung vom Schuh kommt dort weniger klar an als bei einem konventionelleren Aufbau.
Ein Punkt, der mir schon nach den ersten Läufen aufgefallen ist: Der Platz nach oben in der Zehenbox ist spürbar begrenzt. Bei mir persönlich hat es gerade noch gepasst, aber wer eher hohe Zehen oder empfindliche Nägel hat, sollte vorher unbedingt anprobieren — da würde ich nicht blind online bestellen. Insgesamt bleibt für mich der Eindruck: ein deutlicher Schritt nach vorne gegenüber dem Erstling, aber das Konzept BowTech braucht meiner Einschätzung nach noch etwas Zeit, um wirklich rund zu werden.
Meine Meinung:


Autor und Betreiber von Harlerunner.de. Läufer seit mehr als zehn Jahren, über 100 Wettkämpfe von 5 km bis Halbmarathon im Gepäck, bisher mehr als 500 Produkte getestet. Kein Labortest — alles kommt aus dem echten Training in und um Coesfeld. Was du hier liest, hat er selbst an den Füßen, am Körper, am Handgelenk oder im Ohr gehabt.
Author and owner of Harlerunner.de. A runner for over ten years, with more than 100 races under his belt – ranging from 5 km to half-marathons – and having tested over 500 products to date. No lab tests – everything is based on real-world training in and around Coesfeld. Everything you read here is something he has personally worn on his feet, on his body, on his wrist or in his ear.

