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Die Zeit der Jahresrückblicke ist ja zum Glück schon fast überstanden – da möchte ich nicht noch einen drauf setzen. Vielleicht liegt es auch nur an der dunklen Jahreszeit, dass ich im Moment etwas nachdenklich bin.

Kürzlich habe ich mal wieder darauf hingewiesen, dass die Anfänge meiner „neuen“ Laufkarriere immer noch im Blog nachzulesen sind. „Endlich wieder Läufer“ ist der erste Beitrag hier und wurde im April 2014 geschrieben. Demnächst wird der Harlerunner also fünf Jahre alt.

Warum laufe ich immer noch?
Nein, ich meine nicht diese offensichtlichen Gründe wie Gesundheit, Ausgleich, Gewohnheit… alles gut, schön und richtig. Aber gehe ich wirklich deswegen nach einem langen Arbeitstag im Dunkeln und bei Regen raus? Eigentlich ist das alles eher Ergebnis von etwas anderem.

In den ersten Jahren war ein Großteil der Motivation sicher das Erfolgserlebnis. Länger laufen können. Schneller werden. Bestzeiten knacken. Sich mit anderen messen und auch einfach nur mit anderen laufen. Gemeinschaft fängt bei Läufern ja schon zu zweit an.

Seit deutlich mehr als einem Jahr ist es aber vorbei mit Bestzeiten. Auch haben sich immer wieder Wehwehchen eingeschlichen, die das Läufer-Dasein nicht unbedingt angenehmer machen. 2018 war definitiv nicht mein bestes Laufjahr. Aber: ich laufe immer noch. Trotz Dunkelheit, Regen, Sturm und allen anderen Widerständen.

Was mich antreibt
Das ist echt schwer zu sagen. Aber ich glaube zumindest eine gute Ahnung davon zu haben. Ich glaube es geht bei mir darum, etwas wirklich selbstbestimmt machen zu können. Also komplett ohne Vorgaben von aussen. Ohne ein „Muss“ oder „Soll“. Einfach nur wegen meinem „Will“.

Ich könnte jetzt einfach loslaufen. So wie ich bin. Wo immer ich gerade bin. Und ich könnte bei jedem Schritt auch wieder anhalten. Dazu brauche ich nur meinen Körper. Keine Schuhe. Keine Kleidung (nein, nein, keine Sorge…). Ich kann vollkommen selbst darüber bestimmen. Ist das nicht herrlich?

Das macht glaube ich das besondere Erlebnis Laufen für mich aus. Aus eigenem Antrieb (im wahrsten Sinne des Wortes) etwas tun. Und dadurch natürlich auch etwas zu verändern: mein Wohlbefinden, die Gesundheit, usw. Oder auch etwas zu erleben: Ziele setzen und erreichen – oder eben auch nicht. Gemeinschaft, Verbundenheit mit Anderen, die genau so selbst bestimmt haben, dass sie das hier machen wollen.

Ich habe es schon mal geschrieben und kann mich nur wiederholen: das ist genau der Grund, warum es mir immer wieder eine Ehre ist, mit euch da draussen an einer Startlinie zu stehen. Die Umstände, Herausforderungen, Möglichkeiten und Zielzeiten mögen für jeden anders sein. Aber dass wir gemeinsam an dieser Linie stehen bedeutet, dass jeder die selbe, eigene Entscheidung getroffen hat. Darauf freue ich mich auch im neuen Jahr.

Ich fürchte, jetzt ist es doch ein kleiner Rückblick geworden. Aber mehr noch ein Ausblick und auch eine kleine Motivation. :)