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Mir gefallen erfolgreiche Kickstarter-Projekte. Denn so schaffen es innovative Nischenprodukte häufig auf den regulären Markt. Die Million Mile Lights gehören dazu. Der Hersteller ist seinem ursprünglichen Konzept treu geblieben, hat mittlerweile aber schon die zweite Generation seiner batterie-losen Lichter entwickelt. Und die sind richtig gut!

Produkttest

Million Mile Light – Next Generation

Preis
ab ca. 13 Euro
Aktiv getestet
einen Winter lang

Review

Erster Eindruck

Das Konzept des Million Mile Light ist so einfach wie genial: Bewegung erzeugt Strom und Strom erzeugt Licht. Moderne LED-Technik macht es möglich, das bereits minimale Bewegungen ausreichen, um – wie beim Million Mile Light – zwei helle LEDs (30 Lumen) mit ausreichend Spannung für einen Lichtblitz zu versorgen. So kann auf eine Batterie verzichtet und die Umwelt damit entlastet werden, was eine nicht unwesentliche Intention der Entwickler war.

(c) Million Mile Light

Die notwendige Technik dafür ist in einem kompakten Gehäuse untergebracht, das einen „Schutz gegen Eindringen von Wasser bei kurzzeitiger Überflutung“ mitbringt (IPx6). Es sollte also einen ungeplanten Aufenthalt in der Waschmaschine überleben. ;) Und erst recht natürlich einen langen Lauf im Regen.

Neben der Erhöhung der Empfindlichkeit auf Bewegung, waren die Befestigungsmöglichkeiten ein deutlicher Entwicklungsschritt bei der neuen Generation der Lichter. Ursprünglich hatte das Million Mile Light dafür keine eigene Lösung. Jetzt gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Wege, das Licht an der Kleidung zu befestigen: Klemme oder Gummi.

An das Gehäuse kann (optional) eine Klemme gesteckt werden. Diese läßt sich in 90°-Schritten drehen bzw. umstecken. So kann das Million Mile Light zm Beispiel am Hosenbund oder einer Tasche befestigt werden.

(c) Million Mile Light

Alternativ kann man die Klemme entfernen und das Gummi zur Befestigung nutzen. Dafür wird das Million Mile Light an der gewünschten Position auf ein Kleidungsstück gelegt und von hinten mit dem Gummi festgeklemmt. Das ist eine wirklich geniale Idee, die ausserdem noch sehr gut funktioniert!

(c) Million Mile Light

Um die Sichtbarkeit um Dunkeln zu erhöhen, gibt es das Million Mile Light in weiss und rot – also für die Befestigung an der Körpervorder- und rückseite. Man kann beide Farben einzeln kaufen oder direkt ein (frei kombinierbares) 2er-Set – was ich für sehr sinnvoll halte. Bei einem Dämmerungslauf kann man so beide Lichter tragen. Läuft man sowieso mit Stirnlampe, kann man sich durch ein „Rücklicht“ zusätzlich besser sichtbar machen.

Der englische Hersteller gibt übrigens eine Million Meilen (1.609.344 km) bzw. 5 Jahre Garantie. Sollte das Licht in diesem Zeitraum versagen, bekommt man anstandslos einen Austausch. Ich tippe mal darauf, dass der Fünf-Jahres-Zeitraum zuerst eintritt. ;)

Erfahrungen beim Laufen

Der Verzicht auf eine Batterie ist nicht nur aus Umweltschutzgründen genial. Denn für den Läufer bedeutet das: das Million Mile Light ist jederzeit (!) einsatzbereit. Ohne Aufladen. Es wird einfach an die Kleidung gesteckt und es kann los gehen.

In der Praxis ist dabei die Befestigung per Klemme am unaufwändigsten. Vorausgesetzt es gibt den richtigen Platz zum Anstecken. Denn das Licht darf natürlich nicht durch Kleidung oder Ausrüstung verdeckt werden – was bei der Befestigung am Hosenbund schon mal schwierig sein kann. Dreht man die Klemme aber um 180°, lässt sich das Shirt ganz gut hinter das Licht schieben.

Million Mile Light - Next Generation

Million Mile Light – Next Generation

Bei der Bequemlichkeit bekommt die Klemme allerdings Abzüge: liegt sie direkt auf der Haut, kann es gut zu Druckstellen kommen. Das ist teilweise durch Verschieben zu lösen, aber sinnvoller ist diese Befestigung sicher für Taschen, Westen oder Rucksäcke.

Das Festklemmen per Gummi geht mir mittlerweile gut von der Hand, aber etwas Fummelei bleibt leider. Dafür lässt sich das Million Mile Light quasi bei jeder Art von Kleidung optimal platzieren. Nur bei richtig dicken Jacke kommt das System an seine Grenzen und hält nicht mehr ganz so sicher wie bei dünneren Materialien.

Allerdings gilt auch: je dünner das Material, desto mehr Gedanken muss man sich über die Platzierung machen. Denn auch wenn es mit 50 Gramm sehr leicht ist, kann es bei ungeschickter Anbringung doch sehr hüpfen oder ziehen. Hinten am Shirt finde ich daher einen Platz kurz unterhalb des Kragens ganz gut (wenig Bewegung), während mir das Licht unten am Saum einfach zu viel hüpft. Die Abstrahlung der LEDs geht über 180°, so dass man für die Platzierung einen relativ guten Freiheitsgrad hat.

Gut angebracht ist das Million Mile Light beim Laufen dann schnell vergessen – bis es dunkel wird. Denn die Helligkeit der LED-Blitze ist mehr als ausreichend, um auf sich aufmerksam zu machen. Beim weissen Licht vorne würde es sogar für eine Notfall-Ausleuchtung des Laufweges reichen. Ein Ersatz für eine Stirnlampe ist das Million Mile Light aber auf keinen Fall.

Alternativen

Alle Alternativen haben einen entscheidenden Nachteil: die Batterie. Das addiert nicht nur Gewicht, sondern auch den zusätzlichen Schritt des Aufladens. Trotzdem kommt man um eine gute Stirnlampe nicht herum, wenn man – so wie ich – oft abends unterwegs ist. Aktuell benutze ich eine Black Diamond Spot *, mit der ich echt zufrieden bin.

Beim „Rücklicht“ gibt es schon eher echte Alternativen zum Million Mile Light. Bei Decathlon gibt es ein kleines und günstiges, rotes Blinklicht *, das so leicht ist, dass man es gut an den Kragen oder die Mütze heften kann. Versorgt wird es mit einer Knopfzelle, die nahezu ewig hält. ;) Aber auch das Run Light 250 * aus gleichem Hause ist eine gute Alternative, wenn man vorne und hinten Licht haben möchte und keine Stirnlmapen mag.

Bewertung

Meine Meinung: Kaufen!

Das Million Mile Light kann ich uneingeschränkt empfehlen. :) Als Sicherheitsbeleuchtung beim Laufen halte ich es für die beste Lösung überhaupt. Jeder sollte mindestens ein rotes haben, um in der dunklen Jahreszeit gut gesehen zu werden. Dank der batterielosen Konstruktion gibt es auch keine Ausrede mehr, es nicht dabei zu haben. ;)