Recovery-Boost mit den Reboots

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Recovery Boots sind auch für uns Freizeit-Athleten in greifbare Nähe gerückt. Ich konnte die Reboots Go Pants und die Reboots Go Lite Boots miteinander vergleichen. Wer eine Entscheidungshilfe braucht, sollte weiterlesen.

Anzeige: Der Hersteller hat mir die Produkte für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.


Reboots – Based in Germany

2018 startete Reboots als einer der ersten Anbieter für Recovery-Boots in Europa. Das junge Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Frankfurt hat es seitdem weit gebracht: Viele bekannte Athletinnen und Athleten aus dem Ausdauersport nutzen ihre Produkte – und verstecken das auch nicht.

Unter den auf der Website genannten Partnern findet sich zum Beispiel Anne Haug, amtierende Ironman-Weltmeisterin. Und auch Philipp Pflieger sieht man gerne mit den Boots auf dem Sofa liegen.

Die Produktpalette fängt oben auch beim Profi-Bedarf an – die neuen Reboots One Pro für knapp 2.000 Euro übersteigen sicher so manches Budget. Aber mit den hier vorgestellten Modellen ergänzt sich das Angebot um Alternativen, die für ambitionierte Sportler durchaus interessant sein dürften.

Wie funktioniert das?

Recovery Boots basieren im Grunde auf dem Massageprinzip. Nur dass hier Luftkammern den Druck auf die Beine ausüben und so Blut und Lymphflüssigkeiten in Bewegung bringen. Das soll den Stoffwechsel beschleunigen, was eine schnellere Regeneration ermöglicht. Eben ganz so wie bei einer manuellen Massage.

In der Folge sollen sich die Beine nach der Behandlung frischer anfühlen – bereit für den nächsten Einsatz. Außerdem soll Muskelkater verhindert und die Beweglichkeit gesteigert werden.

Es geht also darum, den Körper bei der Regeneration zu unterstützen und schneller wieder bereit für die nächste Trainingseinheit zu sein.

Reboots Go Lite Boots

Preis

499 Euro

Aktiv getestet

4 Wochen


Die Reboots Go Lite sind preislich das Einstiegsmodell und richten sich mit dem kleinen, leichten Kompressor vor allem an Athleten, die es (auch mal) unterwegs nutzen wollen.

Beim Auspacken haben mich erstmal viele Beutel und Taschen erwartet. Davon war eigentlich nur ein Element direkt zu identifizieren: die Steuereinheit mit dem Kompressor.

Das handliche Gerät kommt in einer Hülle, die es auch beim späteren Transport vor Beschädigungen schützt. Oben befindet sich der Power-Schalter und eine Anzeige für die Programmwahl. Unten wird die Stromversorgung zum Aufladen des eingebauten Akkus angeschlossen und die Schlauchverbindung zu den Boots.

Auf dem kleinen Display erscheint beim Einschalten die ausgewählte Druckintensität, die man mit Plus und Minus jederzeit anpassen kann. „P“ wählt zwischen den Programmen, während man mit der vierten Taste das Programm starten und pausieren bzw. beenden kann.

Durch zunächst war ein wenig handwerkliche Arbeit angesagt, denn die weiteren Tüten brachten eher Bauteile als ein fertiges System zum Vorschein.

Während die Bedieneinheit am Ladegerät hing, mussten noch die Druckschläuche mit den Boots verbunden werden. Das dauerte nur wenige Minuten und muss auch nur einmal gemacht werden. Die notwendigen Handgriffe erklärt Reboots in einem Video.

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Danach sind die Boots grundsätzlich einsatzbereit. Man schlüpft in die Boots, verbindet die Schläuche mit dem Bedienteil und kann mit der ersten Anwendung starten. Leider lag keine Anleitung bei und ich musste die Funktionen der drei Programme online nachschlagen.

Beim Programm A „Intense Flow“ werden immer zwei der vier Kammern in den Boots gefüllt. Diese wandern langsam von unten nach oben, bevor sich der Zyklus wiederholt. Programm B „Intense“ füllt alle Kammern nach und nach, während Programm C „Impulse“ alle gleichzeitig füllt und natürlich auch wieder leert.

Allen Programmen geht eine kurze Vorbereitungsphase voraus, in der die Kammern leicht vorbefüllt werden. So passen sich die Beinmanschetten schon mal an die Beine an und man kann ggf. den Sitz noch leicht korrigieren.

Beim Starten eines Programms ist die Intensität auf 8 voreingestellt. Bei einer Skala von 1-16 ist das also so mittel. 😉 Es macht Sinn, sich hier vorsichtig heran zu tasten. Das Gerät kann einen Druck bis zu 180 mmHg aufbauen! Die Druckstufe lässt sich während der Anwendung jederzeit anpassen.

Die Funktionalität der Reboots Go Lite lässt sich per App noch deutlich erweitern. Hier stehen dann weitere vier Programme zur Verfügung, die man außerdem noch nach seinen Vorlieben anpassen kann (Druckstufe, Zeit, benutzte Kammern, …). Wer es noch individueller angehen möchte, kann in der Reboots-App sogar seine eigenen Sequenzen erstellen.


Reboots Go Pants

Preis

989 Euro

Aktiv getestet

4 Wochen


Bei den Go Pants sorgen gleich 6 Kammern für eine noch effektivere Massage. Und das sogar noch über den Gluteus bis in den unteren Rücken hinein.

Die Aufgabenstellung nach dem Auspacken ist allerdings erstmal die gleiche: Pants und Schläuche müssen miteinander verbunden werden. Am besten lädt man parallel die Bedieneinheit auf, damit man anschließend direkt mit der ersten Anwendung starten kann.

Das Steuergerät fällt deutlich wuchtiger aus. Dafür hat man aber auch direkt am Gerät die volle Kontrolle: Oben lässt sich die Massagezeit einstellen, in der Mitte die Druckstufe und eines von vier Programmen. Diese sind grundsätzlich identisch mit denen der Reboots Go Lite, ergänzt um eine kleine Variation des Programms C.

Der Akku des Gerätes hält satte drei Stunden durch und kann über das mitgelieferte Netzteil aufgeladen werden. Neben dem Power-Schalter gibt es am Steuergerät sonst nur noch den Anschluss für die Luftschläuche.

Ist alles verbunden und aufgeladen, kann man mit der ersten Massage starten. Dabei wird alles direkt am Steuergerät gemacht – eine Anbindung an die Reboots App gibt es hier nicht.

Bei den Reboots Go kann man beim Kauf entscheiden, ob man die Boots (nur die Hosenbeine) oder die Pants (die gesamte Hose) braucht. Während für die Boots auch noch eine passende Größe zu wählen sind, passt die Pants universell – ist aber auch knapp 100 Euro teurer.

Dafür erhält man allerdings auch eine Massage, die deutlich über die Beine hinaus geht. Denn neben dem Po erreichen die Luftkammern der Pants auch den unteren Rücken.

Praxisvergleich

So ähnlich die beiden Systeme auf den ersten Blick scheinen, so unterschiedlich waren sie für mich in der Praxis.

Reboots Go Pants

Ich habe mich zuerst auf die Reboots Go mit den Pants gestürzt. Sechs statt vier Luftkammern und ein deutlich leistungsfähigeres Steuergerät, das einen Druck bis zu 240 mmHg aufbauen kann, hören sich sehr überzeugend an.

Doch die Pants bedeuten eben auch, dass man in eine komplette Hose steigen muss. Die passte trotz (oder dank?) Universalgröße gut bei mir. Doch das Hinsetzen und spätere Aufstehen damit waren doch eine größere Herausforderung als mit den Boots.

Bei der ersten Anwendung habe ich die mögliche Druckentfaltung der Reboots Go deutlich unterschätzt. Von der Therabody Recovery Air Pro war ich gewohnt, die höchste Stufe zu wählen – das ist aber nicht mal die Hälfte des Leistungsvermögens der Reboots… Daher war es gut, dass man die Druckstufe während der Anwendung jederzeit anpassen kann. 😉

Die überlappenden acht Luftkammern führen zu einem sehr angenehmen Druckaufbau. Auch ist es so, dass mein Knie genau zwischen Kammer 3 und 4 lag, so dass der Druck vor allem die Muskulatur erreicht hat.

Sehr gewöhnungsbedürftig fand ich allerdings den Druck der obersten Kammer. Dem angenehmen Druck auf den Gluteus und unteren Rücken stand ein genau so großer Gegendruck auf den unteren Bauch entgegen.

Dem lässt sich natürlich durch eine Druckregulierung begegnen, aber das betrifft dann leider direkt alle Kammern. Ich hätte mir eine Einzelsteuerung z.B. per App gewünscht. So habe ich mir damit beholfen, die Kammer am Steuergerät zu deaktivieren, sobald mir der Druck zu hoch wurde.

Reboots Go Lite Boots

Im Vergleich war die Nutzung der Boots deutlich einfacher. Man kann sich darin besser bewegen, was das Hinsetzen und Aufstehen deutlich erleichtert. Auch die handliche Steuereinheit fand ich in der Praxis etwas angenehmer, weil sie immer schnell zur Seite zu legen ist, ohne zu stören.

Allerdings sind die Bedienoptionen am Gerät nicht ganz so komfortabel. So fehlt zum Beispiel eine Einstellmöglichkeit für die Anwendungszeit. Die Beschränkung auf drei Programme fand ich dagegen nicht als Nachteil, denn ich bin mir sicher, dass jeder darunter sein Lieblingsprogramm finden wird.

Trotzdem war die Bedienung über die App eine Bereicherung. Denn allein die Zeitwahl oder auch die Speicherung der persönlichen Einstellungen sind ein echter Mehrwert. Auch wenn ich in den meisten Fällen trotzdem nur mit dem Steuergerät bedient habe.

Insgesamt hatte ich aber das Gefühl, dass der kleinere Kompressor der Reboots Go Lite deutlich mehr zu arbeiten hat, um gerade die höheren Druckstufen zu erreichen. Zusätzlich zur Vorbefüllungszeit schienen mir die Programme insgesamt länger zu dauern als mit den Go Pants. Bei Stufen unterhalb von 10 schien mir das aber nicht so wesentlich zu sein.

Den Unterschied der „nur vier“ Luftkammern ist mir dagegen nicht so sehr aufgefallen. Die Aufteilung hat bei mir zwar dazu geführt, dass die Knie nicht zufällig zwischen zwei Kammern lagen (sondern am unteren Ende von Kammer drei). Aber in der Praxis hatte das keine Auswirkung.

Auswahlhilfe

Unterm Strich muss ich feststellen, dass beide Geräte mehr als genug Druck erzeugen können und auch der Unterschied zwischen vier und sechs Luftkammern nicht so wesentlich ist. Für eine gute Massage ist bei den Reboots also auf jeden Fall gesorgt – egal bei welchem Modell und in welcher Ausführung.

Die Pants sind sicher eine gute Option, wenn die Massage von Po und unterem Rücken ein wichtiger Faktor für Dich sind. Ansonsten finde ich die Boots ausreichend. Hier gäbe es sogar die Option auf Boots mit acht Kammern beim Modell Reboots One.

Reichen Dir die Boots mit sechs Kammern, würde ich mich wohl eher für die Reboots Go Lite entscheiden – einfach wegen dem höheren Komfort durch die App-Steuerung. Den eventuell etwas langsameren Ablauf der Massage nehme ich gerne in Kauf – zumal der Preis ja auch stimmt.

Dem Steuergerät der Reboots Go gut traue ich dagegen eine etwas höhere Lebenserwartung zu. Hier erhält man ein solides Gerät, das eben nicht auf Funktionserweiterungen durch eine App angewiesen ist – was auch ein Vorteil sein kann.

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Ich bin der Harlerunner

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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