Pair of black and gray running shoes with white soles on a white surface.

Salomon Spectur 3 im Test — schneller Tempo-Trainer mit schmalem Sitz

Der Spectur 3 knüpft nahtlos an die guten Erfahrungen mit seinen Vorgängern an — und bringt mit einer neuen Zwischensohle und dem schmalen Salomon-Schnitt genau das mit, was ich mir von einem Tempo-Trainer wünsche.

Anzeige: Der Hersteller hat mir das Produkt für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.

Der Salomon Spectur 3 ist der dritte Anlauf der Franzosen in Sachen leistungsstarker Trainingsschuh mit Glasfaserplatte. Im Test: schmaler Schnitt, neue optiFOAM²-Zwischensohle mit Reverse-Camber-Geometrie und ein gemessenes Gewicht von 627 Gramm für beide Schuhe. Für mich funktioniert der Spectur 3 vor allem als schneller Tempo-Trainer — mit gutem Sitz bei passenden Füßen und einer angenehm geformten Fersendämpfung.


Erster Eindruck

Auf den ersten Blick wirkt der Spectur 3 aufgeräumt und unaufgeregt — kein lautes Design, eher ein klassischer Salomon-Auftritt in dezenten Farben. Wer die Spectur-Reihe kennt, erkennt die Formsprache sofort wieder … das ist erkennbar dieselbe Familie ;)

Von oben und im Seitenprofil zeigt sich der eigentlich interessante Teil: die neue Zwischensohle. Salomon verbaut jetzt optiFOAM², kombiniert mit einer vom Skisport inspirierten Reverse-Camber-Geometrie in der Sohle. Das soll für ein rundes Abrollen sorgen, fast so, als würde man über den Boden gleiten … Auffällig ist außerdem der Schnitt: der Spectur 3 fällt recht schmal aus — typisch Salomon eben. Wer schon beim S/LAB Spectur gemerkt hat, dass „normale“ bis schmale Füße hier am besten aufgehoben sind, weiß, worauf er sich einlässt. Bei mir passt das genau — der Sitz ist eng, aber nirgendwo unangenehm.

Von unten wird sichtbar, was für den Vortrieb sorgt: die durchgehende Glasfaserplatte (energyBLADE™ CF) ist wieder mit an Bord, genau wie schon beim Spectur 2. Die Sohlengeometrie mit dem Reverse Camber ist auch von dieser Seite gut zu erkennen — insgesamt wirkt die Konstruktion durchdacht und nicht wie ein reiner Reste-Recycling-Job aus dem Vorgänger.

Auch die Fersenpartie fällt sofort auf: der Fersenschaum ist speziell geformt und umschließt die Ferse spürbar anders als bei den meisten anderen Trainingsschuhen in meinem Rotationsschrank. Das gibt dem Schuh von der ersten Sekunde an ein sehr geführtes, fast schon eingebettetes Gefühl im Rückfuß — die Zunge ist dabei angenehm gepolstert, ohne aufzutragen.

Gewicht (beide Schuhe): 627 Gramm — damit gehört er in die Klasse Mittelgewicht (600–675 Gramm). Das ist deutlich mehr als beim Spectur 2 (603 Gramm) und erst recht mehr als beim S/LAB Spectur (598 Gramm, Leichtgewicht) — satte 24 bzw. 29 Gramm Unterschied. Die neue optiFOAM²-Zwischensohle und die zusätzliche Reverse-Camber-Geometrie schlagen also spürbar auf die Waage. Innerhalb der Mittelgewichts-Klasse bewegt sich der Spectur 3 damit in der Gesellschaft von Allroundern wie dem Adidas Adizero Boston 13 oder dem Saucony Ride 18 — Schuhen, die eher auf Vielseitigkeit als auf Renn-Tempo ausgelegt sind. Auf der Laufbahn merkt man davon überraschend wenig … der Schuh fühlt sich leichter an, als die Zahl vermuten lässt, was vor allem für die Platte und die Sohlengeometrie spricht.

Erfahrungen beim Laufen

Die geformte Fersendämpfung sorgt für einen sehr stabilen Auftritt — gerade bei Tempowechseln oder auf leicht unebenem Untergrund merkt man, dass hier nicht nur Schaum, sondern durchdachte Geometrie am Werk ist.

Für mich ist der Spectur 3 vor allem eins geworden: ein sehr guter Tempo-Trainer. Er fühlt sich bei lockeren Kilometern zwar solide, aber nicht überragend an — sobald das Tempo anzieht, wacht der Schuh regelrecht auf. Die Glasfaserplatte liefert den Vorwärtsschub, die neue Zwischensohle federt das Ganze angenehm gedämpft ab, ohne träge zu wirken.

Das deckt sich auch mit dem, was Salomon selbst vorgibt: der Spectur 3 soll 2–3 Mal pro Woche laufen, nicht als tägliches Grundlagenschuh-Modell. Genau da würde ich ihn nach diesen neun Wochen auch einsortieren — als schnellen Begleiter für Tempoeinheiten und Wettkämpfe, weniger als Dauerläufer-Allrounder.

Passform

Ein Wort noch zum Leisten: der schmale Schnitt ist bei Salomon kein Ausrutscher, sondern Konsequenz — schon beim S/LAB Spectur war das so. Wer breitere Füße hat, sollte vor dem Kauf unbedingt anprobieren oder zumindest eine halbe Nummer größer denken. Für mich passt der Spectur 3 dagegen genau richtig — und dieser enge, aber nicht einschnürende Sitz ist mit ein Grund, warum sich der Schuh beim schnellen Laufen so direkt anfühlt.

Meine Meinung:

Pair of black and gray running shoes with white soles on a white surface.
Salomon Spectur 3 im Test — schneller Tempo-Trainer mit schmalem Sitz
Klare Empfehlung
Die Spectur-Linie von Salomon hat mich bisher bei keinem der Modelle enttäuscht und der Spectur 3 ist da keine Ausnahme. Er ist vielleicht kein reinrassiger Racer, aber als Tempo-Trainer auf jeden Fall eine große Bereicherung.
Qualität
Funktion
Begeisterung
Preis / Leistung
4.9
Bewertung
Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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