Der Spectur 3 knüpft nahtlos an die guten Erfahrungen mit seinen Vorgängern an — und bringt mit einer neuen Zwischensohle und dem schmalen Salomon-Schnitt genau das mit, was ich mir von einem Tempo-Trainer wünsche.
Anzeige: Der Hersteller hat mir das Produkt für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.
Der Salomon Spectur 3 ist der dritte Anlauf der Franzosen in Sachen leistungsstarker Trainingsschuh mit Glasfaserplatte. Im Test: schmaler Schnitt, neue optiFOAM²-Zwischensohle mit Reverse-Camber-Geometrie und ein gemessenes Gewicht von 627 Gramm für beide Schuhe. Für mich funktioniert der Spectur 3 vor allem als schneller Tempo-Trainer — mit gutem Sitz bei passenden Füßen und einer angenehm geformten Fersendämpfung.
Salomon Spectur 3
| Vorschau | Produkt | Preis | |
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Salomon Herren Spectur 3 Laufschuhe, Black/White/Castlerock, 44 EU | 180,00 EUR | Bei Amazon kaufen |
Erster Eindruck

Auf den ersten Blick wirkt der Spectur 3 aufgeräumt und unaufgeregt — kein lautes Design, eher ein klassischer Salomon-Auftritt in dezenten Farben. Wer die Spectur-Reihe kennt, erkennt die Formsprache sofort wieder … das ist erkennbar dieselbe Familie ;)

Von oben und im Seitenprofil zeigt sich der eigentlich interessante Teil: die neue Zwischensohle. Salomon verbaut jetzt optiFOAM², kombiniert mit einer vom Skisport inspirierten Reverse-Camber-Geometrie in der Sohle. Das soll für ein rundes Abrollen sorgen, fast so, als würde man über den Boden gleiten … Auffällig ist außerdem der Schnitt: der Spectur 3 fällt recht schmal aus — typisch Salomon eben. Wer schon beim S/LAB Spectur gemerkt hat, dass „normale“ bis schmale Füße hier am besten aufgehoben sind, weiß, worauf er sich einlässt. Bei mir passt das genau — der Sitz ist eng, aber nirgendwo unangenehm.

Von unten wird sichtbar, was für den Vortrieb sorgt: die durchgehende Glasfaserplatte (energyBLADE™ CF) ist wieder mit an Bord, genau wie schon beim Spectur 2. Die Sohlengeometrie mit dem Reverse Camber ist auch von dieser Seite gut zu erkennen — insgesamt wirkt die Konstruktion durchdacht und nicht wie ein reiner Reste-Recycling-Job aus dem Vorgänger.

Auch die Fersenpartie fällt sofort auf: der Fersenschaum ist speziell geformt und umschließt die Ferse spürbar anders als bei den meisten anderen Trainingsschuhen in meinem Rotationsschrank. Das gibt dem Schuh von der ersten Sekunde an ein sehr geführtes, fast schon eingebettetes Gefühl im Rückfuß — die Zunge ist dabei angenehm gepolstert, ohne aufzutragen.

Gewicht (beide Schuhe): 627 Gramm — damit gehört er in die Klasse Mittelgewicht (600–675 Gramm). Das ist deutlich mehr als beim Spectur 2 (603 Gramm) und erst recht mehr als beim S/LAB Spectur (598 Gramm, Leichtgewicht) — satte 24 bzw. 29 Gramm Unterschied. Die neue optiFOAM²-Zwischensohle und die zusätzliche Reverse-Camber-Geometrie schlagen also spürbar auf die Waage. Innerhalb der Mittelgewichts-Klasse bewegt sich der Spectur 3 damit in der Gesellschaft von Allroundern wie dem Adidas Adizero Boston 13 oder dem Saucony Ride 18 — Schuhen, die eher auf Vielseitigkeit als auf Renn-Tempo ausgelegt sind. Auf der Laufbahn merkt man davon überraschend wenig … der Schuh fühlt sich leichter an, als die Zahl vermuten lässt, was vor allem für die Platte und die Sohlengeometrie spricht.
Erfahrungen beim Laufen
Die geformte Fersendämpfung sorgt für einen sehr stabilen Auftritt — gerade bei Tempowechseln oder auf leicht unebenem Untergrund merkt man, dass hier nicht nur Schaum, sondern durchdachte Geometrie am Werk ist.

Für mich ist der Spectur 3 vor allem eins geworden: ein sehr guter Tempo-Trainer. Er fühlt sich bei lockeren Kilometern zwar solide, aber nicht überragend an — sobald das Tempo anzieht, wacht der Schuh regelrecht auf. Die Glasfaserplatte liefert den Vorwärtsschub, die neue Zwischensohle federt das Ganze angenehm gedämpft ab, ohne träge zu wirken.
Das deckt sich auch mit dem, was Salomon selbst vorgibt: der Spectur 3 soll 2–3 Mal pro Woche laufen, nicht als tägliches Grundlagenschuh-Modell. Genau da würde ich ihn nach diesen neun Wochen auch einsortieren — als schnellen Begleiter für Tempoeinheiten und Wettkämpfe, weniger als Dauerläufer-Allrounder.
Passform
Ein Wort noch zum Leisten: der schmale Schnitt ist bei Salomon kein Ausrutscher, sondern Konsequenz — schon beim S/LAB Spectur war das so. Wer breitere Füße hat, sollte vor dem Kauf unbedingt anprobieren oder zumindest eine halbe Nummer größer denken. Für mich passt der Spectur 3 dagegen genau richtig — und dieser enge, aber nicht einschnürende Sitz ist mit ein Grund, warum sich der Schuh beim schnellen Laufen so direkt anfühlt.
Meine Meinung:


Autor und Betreiber von Harlerunner.de. Läufer seit mehr als zehn Jahren, über 100 Wettkämpfe von 5 km bis Halbmarathon im Gepäck, bisher mehr als 500 Produkte getestet. Kein Labortest — alles kommt aus dem echten Training in und um Coesfeld. Was du hier liest, hat er selbst an den Füßen, am Körper, am Handgelenk oder im Ohr gehabt.
Author and owner of Harlerunner.de. A runner for over ten years, with more than 100 races under his belt – ranging from 5 km to half-marathons – and having tested over 500 products to date. No lab tests – everything is based on real-world training in and around Coesfeld. Everything you read here is something he has personally worn on his feet, on his body, on his wrist or in his ear.

