Triple Perform im Test: was Kollagen für die Achillessehne wirklich bringt

Fünf Jahre nach meinem ersten Test bin ich wieder bei Triple Perform gelandet — diesmal nicht aus Neugier, sondern aus Notwendigkeit während meiner Achillessehnen-Reha. Und einiges hat sich getan: neue Firma, zwei Geschmacksrichtungen, ein überarbeitetes Kollagen-Trio.

Anzeige: Der Hersteller hat mir das Produkt für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.

Triple Perform ist ein Collagen-Pulver mit drei bioaktiven Collagen-Peptiden (BODYBALANCE®, FORTIGEL®, TENDOFORTE®), Magnesium, Zink und Vitamin C, seit Kurzem unter der Marke Sanct Bernhard. Ich habe es diesmal während meiner Achillessehnen-Reha über mehrere Monate getestet, in beiden Geschmacksrichtungen. Wer bei Sehnen- oder Gelenkproblemen etwas Wissenschaftlich-Fundiertes zusätzlich zur eigentlichen Reha sucht, bekommt hier ein praktisches, gut schmeckendes Produkt. Wer schnelle Wunder erwartet, wird enttäuscht.


Was ist neu?

Vor fünf Jahren habe ich Triple Perform schon einmal getestet — damals noch als eigenständige Marke, mit genau einer Geschmacksrichtung. Inzwischen gehört Triple Perform zum Kräuterhaus Sanct Bernhard, einem Hersteller, den man aus dem Ausdauersport-Regal eher mit Iso-Getränken und Riegeln kennt. Am Rezept hat sich dabei wenig geändert … das Collagen-Hydrolysat mit den drei Peptid-Komplexen BODYBALANCE®, FORTIGEL® und TENDOFORTE® ist geblieben, ebenso Magnesium, Zink und Vitamin C.

Sichtbar neu sind zwei Dinge: Es gibt jetzt „Wild Berry“ als zweite Geschmacksrichtung, und „Grapefruit“ wurde geschmacklich nochmal nachgeschärft — laut Hersteller „verbessert“. Ich kann das nicht eins zu eins mit meinem Test von 2021 vergleichen, aber die Grapefruit-Variante schmeckt runder als in Erinnerung, weniger nach künstlichem Bitterstoff.

Warum ich diesmal wieder zu Triple Perform gegriffen habe

Diesmal ging es nicht um Neugier, sondern um meine Achillessehne. Seit April 2026 stecke ich in einer Reha für eine insertionale Achillessehnen-Tendinopathie … und da taucht Kollagen als Supplement in der Literatur ziemlich regelmäßig auf, wenn es um Sehnengesundheit geht. Bevor ich zur eigenen Erfahrung komme, ein kurzer Ausflug in die Wissenschaft dahinter — ich bin kein Arzt und kein Wissenschaftler, ich fasse hier nur zusammen, was ich in der Fachliteratur gefunden habe. Für eine medizinische Einschätzung der eigenen Situation ersetzt das kein Gespräch mit Arzt oder Physiotherapeutin.

Nicht jedes Kollagen ist gleich

Kollagen ist nicht gleich Kollagen — das war mir vor dem tieferen Reinlesen ehrlich gesagt auch nicht klar. Es gibt mehr als 20 Kollagen-Typen im Körper, aber für uns Läufer sind vor allem zwei relevant: Typ I macht über 90 % des Kollagens in Sehnen, Bändern, Haut und Knochen aus, Typ II sitzt vor allem im Gelenkknorpel. Ein Kollagen-Pulver, das auf Knorpelregeneration zielt, ist also nicht automatisch das richtige für Sehnenprobleme — und umgekehrt.

Auch der beliebte Sammelbegriff „gut für Haare, Haut, Nägel und Gelenke“ auf vielen Verpackungen zieht bei genauerem Hinsehen nicht ganz. Haare und Nägel bestehen überwiegend aus Keratin, nicht aus Kollagen — der Zusammenhang zur Kollagen-Einnahme ist da deutlich dünner belegt als bei Haut und Sehnen. Für die Achillessehne ist relevant, dass sie zu über 95 % aus Typ-I-Kollagen besteht — genau das, was in Hydrolysat- und Gelatine-Präparaten überwiegend enthalten ist.

Weniger Eigenproduktion im Alter — und die Rolle von Vitamin C

Die körpereigene Kollagenproduktion nimmt ab Mitte Zwanzig kontinuierlich ab, üblicherweise mit etwa ein bis zwei Prozent pro Jahr angegeben. Mit Mitte 50 wie bei mir ist da über die Jahrzehnte einiges zusammengekommen — nicht nur an der Haut, sondern auch am Bindegewebe insgesamt. Eine neuere Untersuchung von Nulty et al. (2024, American Journal of Physiology) legt sogar nahe, dass Männer mittleren Alters kaum noch mit einer Kollagensynthese-Reaktion auf Belastung allein reagieren — eine Art „anabole Resistenz“. Das wäre dann tatsächlich ein Argument dafür, in dieser Lebensphase zusätzlich Kollagen von außen zuzuführen, statt sich allein auf Training zu verlassen.

Vitamin C spielt dabei eine große Rolle. Es ist als Cofaktor für zwei Enzyme nötig, die Prolin und Lysin im Kollagenmolekül hydroxylieren — ohne diesen Schritt bleibt die charakteristische Tripelhelix des Kollagens instabil (sagt die Recherche…). Deswegen macht die Kombination aus Kollagen-Hydrolysat und Vitamin C in einem Produkt wie Triple Perform durchaus Sinn, statt nur pures Kollagen zu schlucken.

Was die Studienlage zu Sehnen und Achillessehne konkret sagt

Eine oft zitierte Untersuchung von Shaw et al. (2017, American Journal of Clinical Nutrition) zeigte, dass 15 g Gelatine mit Vitamin C, etwa 60 Minuten vor einer Belastungseinheit eingenommen, die Kollagensynthese-Marker im Blut deutlich ansteigen ließ — in der Studie wird von einer Verdopplung gesprochen. Die Idee dahinter: Der Körper baut nach Belastung ohnehin verstärkt Kollagen um, und wenn zu diesem Zeitpunkt mehr Bausteine im Blut zirkulieren, kann mehr davon eingebaut werden.

KI generiert

Speziell zu Sehnenbeschwerden gibt es einige kleinere Studien mit 5 bis 10 g bioaktivem Kollagen täglich bei Sportlern mit Knieschmerzen, die nach rund zwölf Wochen eine Schmerzlinderung unter Belastung zeigten — ähnliche Ergebnisse gibt es zu chronischen Achillessehnenbeschwerden im Bereich der Sehnenmitte (Midportion). Die konkreteste Untersuchung speziell zur Achillessehne stammt von Praet et al. (2019, Nutrients), allerdings zur Midportion-Tendinopathie (Sehnenmitte statt Ansatz) mit TENDOFORTE® — hier verbesserte sich der VISA-A-Fragebogen-Wert nach drei Monaten Kollagen-Gabe um 12,6 Punkte gegenüber 5,3 Punkten unter Placebo. Für die insertionale Tendinopathie, also den Ansatz der Sehne am Fersenbein — genau meine Baustelle — gibt es nach meiner Recherche bislang keine eigene klinische Studie zu Kollagen-Supplementen. Die Evidenz stammt aus benachbarten Bereichen und wird meist mit „sehr niedriger“ Qualität nach GRADE-Kriterien eingestuft, wie es eine Meta-Analyse von Bischof et al. (2024, Sports Medicine) über mehrere zusammengefasste Studien formuliert. Sprich: Es gibt vielversprechende Signale, aber keine wasserdichten Beweise — und schon gar nicht speziell für meinen Fall.

Timing: kurz vor der Reha-Einheit, nicht wahllos über den Tag verteilt

In der Literatur wird recht einheitlich empfohlen, Kollagen-Hydrolysat 30 bis 60 Minuten vor der eigentlichen Belastung einzunehmen — bei mir also vor der exzentrischen Wadenübung in der Reha, nicht zufällig irgendwann zwischen Frühstück und Abendessen. Der Gedanke dahinter: Der Blutspiegel der Kollagen-Bausteine soll genau dann am höchsten sein, wenn die Sehne durch die Belastung den größten Reiz zum Umbau bekommt. Ob das bei mir wirklich exakt so funktioniert hat, kann ich als Laie natürlich nicht messen — ich habe mich aber möglichst an dieses Zeitfenster gehalten.

Meine Erfahrungen aus dem Testzeitraum

Seit April 2026 nehme ich Triple Perform regelmäßig, meistens direkt vor meinen Reha-Einheiten für die Achillessehne. Und der wichtigste Punkt vorweg: Es hat bei mir gefühlt drei bis vier Wochen konsequenter Einnahme gebraucht, bis ich überhaupt das Gefühl hatte, dass sich etwas verändert. Wer nach einer Woche einen Unterschied erwartet, wird vermutlich enttäuscht … so schnell geht das bei einem Strukturprotein wie Kollagen einfach nicht.

Genau deswegen würde ich inzwischen direkt zu den Vorteilspaketen greifen. Es gibt den 3er-Pack für rund drei Monate — dann allerdings nur in einer Geschmacksrichtung — oder man nimmt sich je ein Paket Grapefruit und Wild Berry als Vorrat für etwa zwei Monate. Bei einer Sache, die man ohnehin über mindestens zwei bis drei Monate konsequent durchziehen sollte, spart man sich mit den größeren Paketen nicht nur Geld, sondern auch die Nachbestell-Logistik.

Was mir im Vergleich zu geschmacksneutralen Kollagenpulvern, die man z. B. ins Müsli oder in den Kaffee rührt, richtig gut gefällt: Der fertige Mix schmeckt tatsächlich nach etwas, und man löst einfach ein Tütchen in Wasser auf, fertig. Kein Abwiegen, kein Grübeln, ob es sich im Essen auflöst oder nicht. Das klingt banal, macht bei einer täglichen Routine über Monate aber einen spürbaren Unterschied — bei mir jedenfalls entscheidet sowas am Ende darüber, ob ich dranbleibe oder nicht.

KI generiert

Ganz ehrlich muss ich aber auch sagen: Die tägliche Einnahme über Wochen und Monate ist auf Dauer schon etwas ermüdend. Genau hier zahlen sich die zwei Geschmacksrichtungen aus — Grapefruit an einem Tag, Wild Berry am nächsten, das bringt spürbar Abwechslung in eine Routine, die sonst irgendwann zur lästigen Pflicht wird.

Aber auch damit gab es bei mir immer wieder Phasen, in denen ich Triple Perform nicht so regelmäßig wie geplant genommen habe. Das betrifft auch die Einnahme zum optimalen Zeitpunkt (30-60 Minuten vorher). Oft habe ich meine Reha-Übung relativ spontan in den Tagesablauf integriert — da war das dann schwierig. Und an Tagen ohne Session war ich eherlich gesagt auch nicht immer so konsequent…

Pluspunkte

  • Fertiger, angenehmer Geschmack — kein geschmacksneutrales Pulver zum Untermischen
  • Zwei Geschmacksrichtungen sorgen für Abwechslung bei täglicher Langzeit-Einnahme
  • Vitamin C bereits enthalten — kein separates Nachdenken über Cofaktoren nötig
  • Vorteilspakete machen die für einen Effekt nötige Mindestdauer von mehreren Monaten günstiger

Minuspunkte

  • Effekt stellt sich erst nach Wochen ein — nichts für Ungeduldige
  • Wissenschaftlich fundiert, aber für die insertionale Achillessehnen-Tendinopathie speziell gibt es keine eigene Studienlage
  • Tägliche Einnahme über Monate wird auf Dauer etwas eintönig

Für wen ist Triple Perform die richtige Wahl?

Wer wie ich mit Sehnen- oder Gelenkproblemen kämpft, sich aktuell in einer Reha befindet oder nach Verletzungen häufiger pausieren muss, findet in Triple Perform eine praktische, gut schmeckende Möglichkeit, die eigene Kollagenzufuhr zu unterstützen — als Ergänzung, nicht als Ersatz für die eigentliche Reha-Übung. Wer schnelle, messbare Wunder innerhalb weniger Tage erwartet oder grundsätzlich keine zusätzlichen Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchte, kann sich das Geld sparen.

Meine Meinung:

So wie schon vor fünf Jahren kann ich auch diesmal keinen exakten Wirknachweis liefern — dafür fehlt mir schlicht die Kontrollgruppe „ich selbst, aber ohne Triple Perform“. Meine Achillessehne hat sich im Testzeitraum spürbar gebessert, aber das lag mit Sicherheit auch am eigentlichen Reha-Programm mit den exzentrischen Übungen.

Was ich aber sagen kann: Die tägliche Einnahme hat sich für mich als machbare Routine erwiesen, gerade weil das Produkt gut schmeckt und es jetzt zwei Sorten gibt … und die Studienlage zu Kollagen plus Vitamin C bei Sehnenbeschwerden ist zumindest vielversprechend genug, dass ich die drei bis vier Monate jederzeit wieder investieren würde.

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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