Der Puma Deviate Pure Nitro ist eigentlich genau der Schuh, der neben meinem Deviate Nitro Elite 4 gefehlt hat — ein Allrounder mit derselben Passform und demselben Laufgefühl, aber ohne Platte und ohne Renn-Anspruch. Für den Alltag gebaut, mit ein bisschen Tempo-Ambition oben drauf. ;)
Anzeige: Der Hersteller hat mir das Produkt für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.
Der Puma Deviate Pure Nitro ist ein neutraler Alltagsschuh mit NITROFOAM-Dämpfung, 8 mm Sprengung und ohne Carbonplatte. Für 149,95 Euro positioniert er sich als Allrounder, der lockere Läufe genauso mitmacht wie Tempoeinheiten — im Grunde der leichtfüßige, unaufgeregte Gegenpart zum Rennschuh Deviate Nitro Elite 4.
Puma Deviate Pure Nitro
Erster Eindruck

Auf den ersten Blick wirkt der Deviate Pure Nitro erstmal unauffällig: kein lautes Farbkonzept, kein aggressives Design, sondern ein ziemlich aufgeräumter Auftritt – mal abgesehen von der hier gezeigten Farbe Ultra Red-Red Rhythm. Nach dem Elite 4, der schon optisch wie ein Rennschuh daherkommt, ist das fast ein bisschen unspektakulär … was ihm aber gut steht. Man sieht ihm nicht sofort an, dass da ein Bruder des Renn-Flaggschiffs drinsteckt.

Im Seitenprofil zeigt sich dann, was den Schuh trägt: 38 mm Stapelhöhe an der Ferse, 30 mm im Vorfuß, 8 mm Sprengung. Das ist ordentlich viel Schaum für einen Alltagsschuh — spürbar mehr als beim Elite 4 mit seinen 40/32 mm, aber eben ohne Platte und ohne den giftigen Vorfuß-Sprung. Der Schnitt fällt bei mir normal aus, eher schmal als weit, aber nicht einengend.

Von unten fällt vor allem auf, was fehlt: keine Carbon- oder Glasfaserplatte, dafür großzügig PUMAGRIP-Gummi über die komplette Auftrittsfläche. Puma nennt das selbst „kein Plate, nur geschmeidiger Vortrieb“ — und genau danach fühlt es sich beim ersten Abrollen auch an. Kein Trampolin-Gefühl, eher ein weicher, gleichmäßiger Übergang von der Ferse zum Vorfuß.

Von hinten sitzt die Fersenkappe angenehm eng, ohne zu drücken — die Polsterung ist spürbar üppiger als beim schlanken Renn-Obermaterial des Elite 4. Die Zunge ist gut gepolstert und rutscht auch ohne Lasche nicht zur Seite weg. Für einen Alltagsschuh ist das genau das Maß an Komfort, das man sich hier wünscht.

Gewicht (beide Schuhe, US 12.5): 530 Gramm — damit landet er in der Klasse Leichtgewicht. Deutlich leichter, als die Herstellerangabe (220 Gramm für den Einzelschuh in Größe 42) zunächst vermuten ließ. Zum Vergleich: der reguläre Deviate Nitro 3 aus derselben Familie wiegt 662 Gramm — der Pure ist also satte 132 Gramm leichter, obwohl beide auf derselben NITROFOAM-Basis stehen.
Das erklärt sich vor allem über die reduzierte Ausstattung: keine Platte, ein einfacheres, dünneres Obermaterial, weniger Verstärkungen als beim vollausgestatteten Deviate Nitro 3. Damit reiht er sich neben Modellen wie dem Salomon S/LAB Spectur (598 Gramm) oder dem Hoka Mach X2 (ca. 590 Gramm) ein — klassische Tempo-Allrounder mit spürbarem Renn-Anspruch. Am Fuß bestätigt sich das Gewicht eigentlich ziemlich genau: der Schuh läuft sich leichtfüßig, ohne dabei nervös oder instabil zu wirken.
Erfahrungen beim Laufen
Die ersten Kilometer im Deviate Pure Nitro fühlten sich seltsam vertraut an — kein Wunder, die Passform ist fast deckungsgleich mit dem Elite 4. Gleicher Halt im Mittelfuß, gleiches Gefühl im Zehenbereich, nur eben ohne das Renn-Feedback der Platte. Auf lockeren Läufen merkt man vor allem, wie unaufgeregt sich der Schuh bewegt — nichts drängt, nichts schiebt, er lässt einen einfach laufen.

Auf ebenem Asphalt läuft er sich am homogensten. Die NITROFOAM-Mittelsohle ist weich genug für lange, lockere Einheiten, aber nicht so weich, dass sie träge wirkt — ein Balanceakt, den Puma hier ganz ordentlich hinbekommen hat. Bei Tempoläufen zieht er dann tatsächlich nach: nicht mit der Direktheit des Elite 4, aber mit genug Rückmeldung, um nicht wie ein reiner Cruiser zu wirken.

Auf unebenerem Untergrund — Waldwege, leicht angeschlagener Asphalt — zeigt sich dann auch, warum die fehlende Platte kein Nachteil ist, sondern hier ein Vorteil wird. Der Schuh bleibt kontrollierbar, ohne das leicht kippelige Gefühl mancher Carbon-Alltagsschuhe. Für mich war genau das der Moment, in dem klar wurde: das ist kein abgespeckter Rennschuh, sondern ein eigenständiger Allrounder mit eigenem Charakter.
Spaßfaktoren / Eignung
Nicht jeder Schuh eignet sich für jede Art von Training oder Wettkampf. Das ist (neben dem Schuh an sich) abhängig von Lauferfahrung, Leistungsstand, Gewicht und persönlichen Vorlieben. Meinen Spaß mit dem Schuh würde ich für folgende Kategorien so einschätzen:
Lockere Läufe: sehr gut geeignet — genug Dämpfung für hohe Kilometerzahlen, ohne träge zu wirken.
Longruns: gut geeignet — die Polsterung an Ferse und Zunge macht auch längere Einheiten angenehm.
Tempotraining: überraschend gut geeignet — für einen Allrounder ohne Platte reagiert er erstaunlich willig auf höheres Tempo.
Wettkampf 5–10 km: bedingt geeignet — wer sportlich unterwegs ist, kann ihn nutzen, wirklich zuhause ist er dort aber nicht; dafür gibt es ja den Elite 4.
Meine Meinung


Autor und Betreiber von Harlerunner.de. Läufer seit mehr als zehn Jahren, über 100 Wettkämpfe von 5 km bis Halbmarathon im Gepäck, bisher mehr als 500 Produkte getestet. Kein Labortest — alles kommt aus dem echten Training in und um Coesfeld. Was du hier liest, hat er selbst an den Füßen, am Körper, am Handgelenk oder im Ohr gehabt.
Author and owner of Harlerunner.de. A runner for over ten years, with more than 100 races under his belt – ranging from 5 km to half-marathons – and having tested over 500 products to date. No lab tests – everything is based on real-world training in and around Coesfeld. Everything you read here is something he has personally worn on his feet, on his body, on his wrist or in his ear.

