ISPO Munich 2020

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Mein erster Besuch auf der ISPO, der weltweit größten Messe des Sport Business, war ein voller Erfolg. Ich habe drei sehr intensive Tage hinter mir und muss die vielen Eindrücke erstmal verarbeiten. Hier ein kleiner Erlebnisbericht.

Sonntag

Nach einer langen Autofahrt war ich bereits mittags in München und konnte vor meinem ersten Termin noch kurz einen Happen in der Blogger-Lounge essen. Beim Schlenden durch die ersten Hallen habe ich direkt ein bekanntes Gesicht getroffen: ich folge Marina schon seit einiger Zeit auf Instagram und habe mich sehr gefreut, sie mal persönlich getroffen zu haben.

Orange Mud

Wie der Zufall es so wollte, bin ich dann direkt dem Sascha (Trailrunnersdog) in die Arme gelaufen, der den Stand von Orange Mud verstärkt hat. So konnte ich mir aus erster Hand erzählen lassen, was er an deren Produkten so mag und was es Neues gibt.

Für mich war es ein kleines Aha-Erlebnis, eine der Westen anzuprobieren. Je nach Modell sind sie eher minimal, bieten aber viele Funktionen. Sie sitzen recht hoch am Rücken, lassen dafür aber eben auch viel Raum zum Schwitzen.


Besonders die Phone Flask Vest 2.0 hat es mir direkt angetan. So eine coole, minimale Lösung zum Tragen nur des nötigsten Equipments, habe ich bisher noch nicht gesehen.

Tecnica

Auf dem Stand von Tecnica habe ich mir dann den Origin zeigen lassen – ein anpassbarer Trailrunningschuh. Der läßt sich über thermoverformbare Elemente an den Fuß des Läufers anpassen, was im Fachhandel direkt vor Ort bei der Anprobe gemacht werden kann. Ich finde das Konzept sehr spannend und freue mich darauf, den Origin selbst bald laufen zu können.


Buff

Bei Buff gab es neue Versionen der Thermonet-Balaclava zu sehen, die viele meiner Kritikpunkte (für Läufer) zu verbessern scheint. Ich konnte nochmal meine Beigeisterung für die Dryflx+-Produkte loswerden und werde mich dort sicher im Sommer nochmal nach Kopfbedeckungen umsehen.

Dæhlie

Hängen geblieben bin ich auch bei Dæhlie, einer norwegischen Outdoor-Marke, die gerade ihre erste Running-Kollektion auf den Markt gebracht hat. Mit 20 Jahren Erfahrung im Bereich Cross Country Skiing war das scheinbar kein allzu großer Schritt, denn Design und Funktion haben sie offensichtlich sehr gut hinbekommen. Das konnte mir auch Patrick bestätigen, ein sehr sympathischer Ultra-Läufer, den ich mittlerweile schon seit einigen Jahren kenne. Man trifft sich einfach zu selten, daher war auch das ein sehr willkommener Zufall. :)

La Sportiva

Gerade laufe ich noch den Kaptiva in der Winter-Version (mit GoreTex-Membran), da stehen die neuen Sommermodelle schon vor der Tür. Allen voran wurde mir der Jackal sehr empfohlen – vor allem, weil die Zehenbox meinen Füßen etwas mehr Platz bietet.

Black Diamond

Auch bei Black Diamond habe ich etwas Neues entdeckt: die Sprint war mir als Stirnlampe bisher noch nicht unter gekommen, scheint aber ein ganzes Stück leichter als die Spot zu sein. Zum Glück ist die dunkle Jahreszeit bald vorbei, aber die nächste kommt ja bestimmt. ;)

Infinite Running

Natürlich musste ich auch Nico Russ besuchen, der mit seiner Idee den Laufschuh revolutionieren möchte. ;) Statt den Schuh auszumustern wenn die Sohle abgelaufen ist, setzt er austauschbare Elemente ein, welche die Lebenszeit deutlich verlängern und den Schuh ausserdem noch individualisierbar machen.

Treffen mit Kurt

Nach der Messe habe ich mich noch mit Kurt getroffen – einem Triathlon-Urgestein und -Trainer aus der Schweiz. Scheinbar wird der Blog auch dort gelesen und die Themen scheinen auf beiden Seiten der Alpen die selben zu sein. Jedenfalls ist uns der Gesprächsstoff nicht ausgegangen und so wurden wir nur durch das Schließen des Lokals unterbrochen. ;) War sehr nett, Dich zu treffen, Kurt.

Montag

Nach dem halben Messetag gestern hatte ich etwas Sorgen, wie ich wohl durch einen ganzen Tag komme… Aber zum Glück startete der Tag erstmal locker in der Blogger-Lounge bei einem Frühstück und interessanten Gesprächen. Ich habe Jahn (Fitvolution) kennengelernt, Tom (Alles nur Sport) war da und auch Gerald (Uhren und Touren) konnte ich erstmals die Hand schütteln.

ISPO Brandnew Walk

Gemeinsam ging es auf eine geführte Tour in die Halle B4, wo wir uns fünf junge Unternehmen mit ihren Ideen und Produkten ansehen konnten. Es gab aufblasbare Dachgepäckträger, neuartige Inline-Skates, eine verbesserte Sicherheitsbindung für Kitesurfer, E-Mountainbikes und ein smartes Widerstandsband.

Zusätzlich habe ich mir noch Keego angesehen, die eine spannende Trinkflasche aus flexiblem Titan herstellen. Durch den Verzicht auf Plastik sollen Getränke geschmacksneutraler bleiben und ausserdem die Umwelt geschont werden.

Auch Sporthacks haben mir ihre Idee von einem modularen Sportrucksack gut verkaufen können – weil die Jungs einfach an alles gedacht haben. ;) Sie binden ausserdem die Community aktiv mit ein, um ihr Design zu verbessern und neue Erweiterungen für das Produkt zu entwickeln.

Saucony

Es folgte mein Highlight des Tages: ich konnte einen Blick auf die neue Endorphin-Linie von Saucony werfen. Gerüchte um einen Schuh mit Karbonplatte gab es ja schon länger, die konkrete Produktankündigung ist aber erst ein paar Wochen alt. Somit war ich schon ein wenig aufgeregt, als die drei Schuhe plötzlich aus einem kleinen Beutel hervorgezaubert wurden. :)

Der Saucony Endorphin Pro ist das Modell für Top-Athleten und hat neben der Karbonplatte auch ein neuartiges superleichtes Dämpfungsmaterial bekommen: PWRRUN PB. Es ist aber wohl nicht nur die Platte, die dem Läufer einen „Schub nach vorne“ geben soll, sondern auch eine neue Schuhgeometrie, die alle drei Modelle gemeinsam haben.

Der Endorphin Speed ist der Schuh für Tempoläufe. Ausgestattet mit einer harten TPU-Platte und der neuen Speedroll-Technologie ist er das Modell für die Vorbereitung zum Wettkampf. Im Grunde bringt er die wesentlichen Vorteile des Endorphin Pro mit, aber eben ohne Karbonplatte.

Als Dritter im Bunde ist der Endorphin Shift ideal fürs Training und sorgt durch die Speedroll-Technologie auch hier für ein neues Laufgefühl. Er hat eine auffällig dicke Sohle und verwendet natürlich das neue PWRRUN+-Material. Auf alle drei Schuhe müssen wir aber wohl noch bis zum Frühsommer warten (Juni/Juli 2020).

Icebug

Am Icebug-Stand konnte man nicht einfach so vorbei laufen. Die Demonstration der Spikeschuhe auf einem Eisblock war zu fesselnd. Ständig wurden Kameras gezückt und mit der Hand geprüft, ob das auch wirklich echtes Eis ist. ;)

Auch das Thema Nachhaltigkeit stand sehr im Vordergrund, ganz konkret auch durch die Verwendung von Recyclingmaterialien bei Laufschuhen.

Garmin

Das Thema Laufen war auf der ISPO irgendwie nicht so groß, aber Garmin hat die Fahne mit ihrem Stand zumindest hoch gehalten – als einziger Laufuhren-Hersteller. Richtig spannende Neuigkeiten gab es eigentlich nicht, aber dennoch ein kleines Highlight, denn die Garmin Fenix 6X Pro Solar hat einen ISPO Award 2020 in Gold abgeräumt.

Ich bin sehr gespannt wie sich die Uhr im Praxistest schlagen wird – gerade was die Solar-Funktion angeht. Denn die ist derzeit bei den Laufuhren ziemlich einzigartig und auch nur in Garmins Topmodell verbaut.

Thoni Mara

Nicht als Aussteller sondern als Besucher habe ich Christian Schwab von Thoni Mara auf der ISPO getroffen. Beim Thema Nachhaltigkeit und Produktion in Deutschland war mir die Marke nicht zum ersten Mal aufgefallen, daher freue ich mich sehr darauf, bald einige Stücke aus der Kollektion testen zu dürfen.

Zpurs

Zpurs kennt ihr nicht?! Ich auch nicht – bisher. Das patentierte System zum Aufhängen von Schuhen ist dabei so naheliegend, dass man sich fragt, warum es das nicht schon lange gibt. Alistair war so nett mir eine Aufhängung zum Testen mitzugeben.

Dienstag

Mit gepackten Koffern ging es letztmals zur Messe. Die Blogger-Kollegen hatten anscheinend nicht so einen langen Atem und so gab es in der Lounge nichtmal Kaffee. Zum Glück hat Patrick mir da ausgeholfen. :) Beim letzten Bummel vor meinem großen Termin des Tages, stand ich plötzlich vor dem Stand von Sketchers.

Sketchers

Der Presseausweis verschaffte mir Zugang und so bekam ich einen halbwegs exklusiven Einblick in das aktuelle Laufschuh-Programm. Alle Modelle waren wahnsinnig leicht und sahen zudem noch ziemlich klasse aus. Nicht einen Schuh hatte ich vorher schon mal gesehen oder zumindest bewusst wahrgenommen.

Aber irgendwie hätte ich mindestens drei der Modelle gerne sofort zum Laufen mitgenommen. Mal sehen, ob daraus noch etwas wird und ich eigene Erfahrungen damit sammeln kann.

Soar

Man soll sich das Beste immer bis zum Schluss aufbewahren – und das war für mich definitv das Treffen mit Tim Soar. Der Kopf und Namensgeber von Soar Running hat nicht ganz ohne Grund einen eigenen Wikipedia-Eintrag, denn er hat in seinem Leben schon so einiges auf die Beine gestellt. Trotzdem drehte sich unser Gespräch quasi sofort um das Thema Laufen, unser Training und die nächsten Wettkampfstarts. Wir haben sehr viele Gemeinsamkeiten und Parallelen entdeckt – nicht nur beim Laufen.

Es war sehr inspirierend mit ihm zu sprechen und dadurch noch besser zu verstehen was Soar ausmacht. Natürlich hat er mir auch einen kleinen Ausblick gegeben, welche Produkte in diesem Jahr noch zu erwarten sind. Ich verrate nur so viel: für mich sind mindestens zwei Highlights dabei. :)

Fazit

Auch wenn ich ein wenig enttäuscht davon war, dass ich mir das Thema Laufen auf der Messe mühsam zusammensuchen musste, haben mich die vielen persönlichen Kontakte mehr als entschädigt. Ich hatte gehofft, aber nicht unbedingt erwartet, so viele Menschen in München zu treffen, die ich bisher nur „digital“ kannte.

Die drei Tage fühlen sich gerade eher an wie eine ganze Woche. Und ich bin mir sicher, dass ich vom Input, den Gesprächen und den vielen neuen Ideen noch sehr viel länger zehren werde.

Podcast: ISPO-Special mit dem Trailrunnersdog

Kurz nach der ISPO habe ich mich mit Sascha von trailrunnersdog.de über unsere Erfahrungen auf der Messe unterhalten. Es geht aber auch ums Bloggen und einige Nerd-Themen. Hört doch mal rein:

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Ich bin der Harlerunner

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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