Rückblick: Was lief im Oktober 2021?

Nicht alles, was ich zu erzählen habe, wird zu einem eigenen Beitrag. Im Monatsrückblick sammle ich daher alle Themen, die ich trotzdem los werden möchte.

Training

Ist etwa schon wieder ein Monat ‚rum? Das hat sich trainingstechnisch nicht so angefühlt… Zwar bin ich nach der Laufpause wieder in Laufschuhen unterwegs, allerdings immer noch nicht schmerzfrei.

Erschwerend kam im Oktober aber auch noch ein Jobwechsel hinzu, der mich gefordert hat. Zum Glück konnte ich im Urlaub in Dänemark einiges wieder aufholen. Trotzdem sind es im Oktober nur 45 Laufkilometer geworden – so viel wie sonst in einer Woche. Das sieht man mittlerweile leider auch am Gewicht: Das ist der einzige Trend, der stetig nach oben geht… ;)

Was aber nicht bedeutet, dass ich ansonsten untätig wäre. Die Anzahl der Trainingseinheiten ist nahezu gleich geblieben, weil ich weiterhin durch Krafttraining „kompensiere“. Nachdem ich in den letzten Wochen vor allem das sehr lauf-spezifische Running-Rewired-Programm gemacht habe, bin ich seit kurzem umgestiegen.

Kneesovertoesguy

Ben Patrick taucht schon seit langem in meinen Sport-Feeds auf. Seine Kernthese ist wohl, dass man Knieverletzungen am besten mit Übungen kurieren und vorbeugen kann, wenn man die alte Regel, dass das Knie nie vor den Zehen stehen sollte, in den Wind schlägt und genau das macht. Daher: Knees-over-toes-Guy. ;)

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Ein weiteres Prinzip ist, die Kraft im Körper von unten nach oben aufzubauen. Sprich: eine instabile Hüfte wird nicht direkt gekräftigt, sondern erst Fußgelenke, Unterschenkel, das Knie und die Oberschenkel. Jetzt kommt er aus dem Basketball, wo die Sprungbelastungen sicher eine besondere Bedeutung haben. Aber ich habe so viele begeisterte Bericht über sein Übungsprogramm gelesen, dass ich es ausprobieren wollte.

Wie man auf seiner Website „ATG Onlinecoaching“ schnell lernt, ist das Ganze nicht umsonst… Allerdings bekommt man für das Geld wirklich eine 1:1-Onlinebetreuung und damit (wenn man will) täglich Korrekturhinweise zu den Übungen und Antworten auf seine Fragen. Gefällt mir bisher sehr gut.

Lauflieblinge

Besonders in Dänemark habe ich den SOAR Windbreaker wieder zu schätzen gelernt. Ich hatte sowieso nur die „kleine Laufgarderobe“ mit – und da gehörte das Teil auf jeden Fall rein. In den kühleren Monaten gibt es für mich kaum ein vielseitigeres Oberteil.

Die neue Version des Windbreakers ist gerade bei mir eingetroffen und durch einen Gummizug im Rücken nochmal ein Stück besser geworden.

Fundstücke

DNA Daily Nerd Alert

Sascha ist ein echter Lauf-Nerd und beschäftigt sich auf seinem relativ neuen Youtube-Kanal vor allem mit den technischen Laufgadgets wie Uhren oder Software. Ich bin auf ihn und seine Videos aufmerksam geworden, weil er so praxisnah da ran geht und auch viele Tutorials anbietet.

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Wie oft sollte man in Minimalschuhen laufen?

Laut einer im kanadischen Running-Magazin veröffentlichten Studie, nicht mehr als 35% seiner Trainingszeit. Denn dann sollen die Vorteile wie minimieren der Energiekosten durch einen effizienteren Laufstil überwiegen. Wenn möglich sollten das dann auch nicht gewöhnliche Trainingsläufe sein, sondern eher Wettkämpfe oder zumindest fordernde Einheiten.

Kann man zu langsam laufen?

Wir kennen ja mittlerweile alle den Spruch, dass man langsamer laufen soll um schneller zu werden. Im TrainingPeaks-Blog ging es um die Frage, ob man auch zu langsam laufen kann. Ergebnis: theoretisch ja, praktisch eher nein.

Für die Grundlagenläufe (also ca. 80% des Trainings) solle man sich natürlich unterhalb der ersten ventilatorischen (oder aeroben) Schwelle bewegen. Aber die Grenze nach unten ist mit ca. 68% der maximalen Herzfrequenz so niedrig, dass man sich im Training wohl nicht dauerhaft unterschreiten würde. Wie jeder von sich selbst weiß, besteht die Herausforderung eher darin, die Obergrenze nicht ständig zu reißen.

Ausblick

Ich freue mich auf den Herbst und hoffentlich viele (vielleicht sogar endlich mal schmerzfreie) Läufe im November. Hoffentlich kann ich dadurch auch endlich mal was über eine neue HRV-Software schreiben, die ich seit gut einem Monat benutze (mySasy).

  1. Hi Harlerunner,

    MEIN Oktober war besch***en und der November wird es ebenso sein.

    Zu Deinem aktuellen Beitrag:

    Zitat:
    „Ben Patrick taucht schon seit langem in meinen Sport-Feeds auf. Seine Kernthese ist wohl, dass man Knieverletzungen am besten mit Übungen kurieren und vorbeugen kann, wenn man die alte Regel, dass das Knie nie vor den Zehen stehen sollte, in den Wind schlägt und genau das macht.“

    Inzwischen habe ich ja eine ausgeprägte Allergie gegenüber Videos von englischsprachigen Superhelden mit ihren Supermuskeln und ihren wichtigen Weisheiten.
    Okay, manchmal sind es auch deutschsprachige Autoren, die ständig das Rad neu erfinden und immer wieder wahnsinnig tolle Tipps für das Volk haben. Gut dass ich meine sportliche Entwicklung vor der Erfindung des Internets hatte und täglich nicht von Millionen Selbstdarstellern genervt wurde. :-)

    Zitat:
    „Ein weiteres Prinzip ist, die Kraft im Körper von unten nach oben aufzubauen. Sprich: eine instabile Hüfte wird nicht direkt gekräftigt, sondern erst Fußgelenke, Unterschenkel, das Knie und die Oberschenkel. Jetzt kommt er aus dem Basketball, wo die Sprungbelastungen sicher eine besondere Bedeutung haben. Aber ich habe so viele begeisterte Bericht über sein Übungsprogramm gelesen, dass ich es ausprobieren wollte.“

    Genau, warum nicht mal was Anderes? Man kann die Welt von so vielen Seiten betrachten und immer wieder Neues entdecken. Zum Bleistift, wie man als Läufer Basketball-Training anwendet. Diese beiden Sportarten sind sich im Grunde sehr ähnlich (Sogar mein Orthopäde spielt Basketball – darum hat mir auch nur mein Hausarzt wirklich weiterhelfen können. Merke: Basketballer sollten keine Läufer behandeln!)
    Ich habe noch eine ganz andere Idee: Warum nicht Lauftraining wie ein Schachsportler machen? Meint, zuerst den Kopf mächtig anstrengen, dann die Arme (Ziehen der zahlreichen Figuren) und dann die Gesäßmuskulatur trainieren usw.

    Zitat:
    „Wie oft sollte man in Minimalschuhen laufen?

    Laut einer im kanadischen Running-Magazin veröffentlichten Studie, nicht mehr als 35% seiner Trainingszeit. “

    Beiträge, die ich mag … Da kommt ein Buzzword und eine Anleitung. Und eigentlich weiß niemand, worüber hier geredet wird. Aber es verstehen trotzdem die meisten. Warum? Weil sie ihre eigenen Vermutungen oder Vorstellungen projizieren. Jede(r) nach Gusto. ;-)
    Naja, und dann wird wieder fröhlich kluggesch***en. „Man sollte …“, „Laut …“ – Ah, kanadisch. Na klar.
    PS: Ich laufe 100 Prozent meiner Trainingszeit in „Minimalschuhen“ (Ja, fragt sich eben, was für Schuhe das sind … ;-) ).

    Zur Werbung:
    Polar Grit X Pro und Stryd? Ich muss lachen. Ist die Fa. Polar nun doch schon einen Schritt weiter – oder bleibt es nach wie vor bei Tipps, wie man die Inkompatibilität polarscher Technik mit dem Stryd versucht zu umgehen? :-D
    Ich wette, da ist man keinen Schritt weiter gekommen.

    Zitat:
    „Wir kennen ja mittlerweile alle den Spruch, dass man langsamer laufen soll um schneller zu werden. Im TrainingPeaks-Blog ging es um die Frage, ob man auch zu langsam laufen kann. Ergebnis: theoretisch ja, praktisch eher nein.

    Für die Grundlagenläufe (also ca. 80% des Trainings) solle man sich natürlich unterhalb der ersten ventilatorischen (oder aeroben) Schwelle bewegen. Aber die Grenze nach unten ist mit ca. 68% der maximalen Herzfrequenz so niedrig, dass man sich im Training wohl nicht dauerhaft unterschreiten würde. Wie jeder von sich selbst weiß, besteht die Herausforderung eher darin, die Obergrenze nicht ständig.“

    (Zitat) „Praktisch eher nein“. Das ist wohl auch der Grund, warum so viele Volksläufer bei offiziellen Straßenmarathons (oder Halbmarathonnen) versagen. Die haben eben noch nie was von Trainingszonen gehört.
    „Augen zu und durch“ ist ja auch die am weitesten verbreitete Trainings- und Wettkampfmethode. Gern garniert mit einer allwissenden Laufuhr am Arm und Nahrungsergänzungsmitteln im Wanst.
    Das Mantra „Du schaffst es“ ersetzt konsequent jegliche qualitativ hochwertige laufsportliche Erfahrung und diverses sportwissenschaftliches Grundlagenwissen. Das würde ja auch einfach zuviel Zeit kosten. Instagramm wartet nicht!
    Apropos: Wer liest heute noch Bücher? Man klickt sich sein „Wissen“ im Internet zusammen.
    Doch Obacht! Denn wie schrieb es H. Beck (Neurowissenschaftler):

    Zitat: „Im Internet ist überhaupt kein Wissen verfügbar – für Wissen braucht es Gehirn.“

    Ooops.

    Dass man „langsamer laufen soll, um schneller zu werden“, ist eine volkstümliche, extrem verkürzte Formulierung eines komplizierteren Sachverhalts. In der Richtung hatte sich bereits Konfuzius geäußert. Hat nur kaum jemand mitbekommen. Naja, der Fluch der späten Geburt …
    Also „zu langsam“ zu laufen ist ein bekannter Fehler aus der Praxis (In der Welt, aus der ICH komme.).
    Tempo ist etwas Taktisches in einem strategischen Konzept und keine Gefühlsfrage. Es sei denn, das ganze Training ist eine Gefühlsfrage.

    Okay: Wenn wir hier mit Prozent-Angaben sinnieren, dann sollte festhalten werden, dass viele (anerkannte) Autoren auch viele Meinungen zu Prozentangaben von Schwellen, Trainingsbereichen und Hastenichtgesehen haben.

    In der Tat ist es generell unklug, bestimmte Zonen-Grenzen von Trainingszonen ständig zu reißen, wobei dies aber sehr einfach dahergesagt ist. Meint: Was Grenzen sind, wo die sind und was deren (erlaubtes oder nicht erlaubtes) Über- oder Unterschreiten angeht, ist ein komplexer Sachverhalt, den man nicht in ein paar Sätzen darlegen kann. Zudem fordert die Natur ihren Tribut. Aber das ist wieder eine andere Geschichte …

    Achso, zum Tema „Herausforderung, nicht ständig die Obergrenze zu reißen“: Ich kenne das Problem, das dahinter steckt. Es ist reine Psychologie.
    Wenn man nicht versteht, dass ein „Laufziel“ weit mehr ist, als stumpf eine Laufstrecke in einer bestimmten Zeit abzurödeln (Ich las in Laufzeitschriften, dass sich sogar Leute langweilen! beim Laufen …), dann hat man schon ein psychologisches Problem.

    Kleiner Tipp an den Leser: Einfach mal einen Marathon vornehmen! Oder einen 8000er besteigen wollen. Ich wette, das Ding ist so groß, da denkt man nicht mehr im Horizont eines Duracell-Hasen.

    ;-)

    Sport frei!
    Frank_BN

  2. Hi Harlerunner,

    danke der Nachfrage. Ich behalte mal die ganz persönlichen Dinge für mich. Aber soviel sei gesagt: Nach einigen Jahrzehnten ambitionierten Sports steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man eines Tages vom Sport Abschied nehmen muss. Und das kann manchmal „plötzlich und unerwartet“ kommen – wie man in gewissen Kreisen so schön sagt. ;-) Und es muss nicht eine Folge der ausgeübten Sportart sein – da draußen lauern noch ganz andere Gegner (außer Covid, Grippe und Ziegenpeter).

    Nun, es wird einige Wochen dauern, denke ich, bis (hoffentlich) klar werden könnte, wie es weitergeht. Bis dahin nutze ich nicht zuletzt auch die Zeit dafür, auf Deinen Bericht zu mySASY zu warten.
    Ich habe mal auf die Website dieses tschechischen Unternehmens geschaut. Da wird in bekannter Manier die Werbetrommel geschlagen und man spricht von nichts Geringerem als der „Wahrheit“. Ich schaute direkt, ob sie in ihrem Angebot auch den Heiligen Gral gelistet haben.

    Interessant ist der Hinweis zum Brustgurt (der dort nicht so benannt wird). Mglw. kann man den nicht durch einen Polar H10 ersetzen. Aber das wirst Du der lesenden Gemeinde hier bestimmt auch mitteilen.

    *

    Nochmal zurück zum Anfang Deines Rückblicks hier: Du verweist auf den Zusammenhang zwischen körperlicher Ruhe und angestiegenem Gewicht. Nun, da möchte ich bei dieser Gelegenheit ;-) anmerken, dass der größte Killer der Alkohol ist: Er hemmt nicht nur die Fettverbrennung, er regt zugleich den Appetit an. Kombiniert mit „schlechtem“ und reichlichem Essen bzw. solchem, das auf wenig Volumen sehr hohe Energiewerte hat (Fast Food und aller Industriedreck aus dem Supermarkt), ist das eine Bombe.

    Sportliche Grüße
    Frank_BN

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Ich bin der Harlerunner

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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Thomas (der Harlerunner)