„Sitzen ist das neue Rauchen“ von Dr. Kelly Starrett

Genau genommen ist das kein Laufbuch. Für mich hat es aber trotzdem einen großen Unterschied beim Laufen gemacht.

Inhalt

Sitzen ist das neue Rauchen

Im Untertitel heisst es „Das Trainingsprogramm, um Haltungsschäden vorzubeugen und unsere natürliche Mobilität zurückzugewinnen“. In sieben Kapiteln zeigt Kelly auf, was die Folgen schlechter Körperhaltung sind, was eine gute Haltung ausmacht, wie man sich richtig bewegt und seinen (Sitz-) Arbeitsplatz optimieren kann.

Gerade seine Prinzipen einer richtigen Körperhaltung machen einen großen Teil des Inhaltes aus. Dazu gehört auch eine Verankerungssequenz, welche die Wirbelsäule in Neutralstellung zu stabilisieren hilft.

Viele der Inhalte kommen einem sehr bekannt vor, wenn man bereits andere Bücher von Kelly Starrett gelesen hat („Ready to Run“ oder „Werde ein geschmeidiger Leopard“). Aber in „Sitzen ist das neue Rauchen“ beschäftigt er sich wirklich sehr speziell gerade mit den schlechten Einflüssen des Sitzens auf unsere allgemeine Körperhaltung und dadurch auch auf das Laufen.

Allerdings muss man sich wie bei vielen US-amerikanischen Autoren erst einmal durch viele „Werbebotschaften“ lesen. ;) Das ändert nichts daran, dass das Buch gut geschrieben und sehr hilfreich bebildert ist.

Praxis

Ich habe das Buch natürlich nicht ohne Grund gelesen. Immer mal wieder schleichen sich bei mir Rückenschmerzen ein – gerne auch beim Laufen. In letzter Zeit war es wieder besonders schlimm, daher war ich sehr gespannt darauf, ob mir Kelly Starrett noch neue Tricks zeigen kann. ;)

Und siehe da: das konnte er. Ich habe meine Beschwerden schon nach einer Woche deutlich reduzieren können. Beim Laufen sind sie ganz verschwunden und beim Sitzen wird es langsam besser. Was hat mir dabei geholfen?

  1. Das Verständnis, was eine neutrale Stellung der Wirbelsäule bedeutet
  2. Vermeiden von unbeweglichem Sitzen

Ich habe durch die Lektüre herausgefunden, dass meine Vorstellung von einer gerade Wirbelsäule falsch ist. Wenn ich meinte, meinen Rücken mal gerade zu machen, habe ich mich nicht nur insgesamt aufgerichtet (was ja auch richtig ist), sondern auch mein Becken nach vorne gekippt und somit die Lendenwirbelsäule stark gekrümmt. Ganz falsch, wie ich jetzt weiss: es ist eher die Beckenkippung nach hinten und eine Streckung der Wirbelsäule, die den Unterschied macht. Das war beim Laufen schon die ganze Miete: seit dem ich darauf achte nicht ins Hohlkreuz zu fallen, sind meine Rückenschmerzen bei langen Läufen verschwunden.

Als Berufpendler und Bildschirmarbeiter komme ich um viele Stunden Sitzen am Tag nicht herum. Leider. Ich laufen schon immer zur weit entferntesten Toilette im Büro, um zumindest etwas Bewegung zu bekommen. Nach der Lektüre des Buches habe ich mir jetzt zusätzlich einen Wecker gestellt, der mich alle 15 Minuten daran erinnert, meine Sitzhaltung zu verändern. Allein der Wechsel zwischen den Haltungen macht schon viel aus, aber es ist sicher auch hilfreich durch das Buch noch einige „bessere“ Sitzhaltungen zu kennen.

Meine Meinung

Das Buch ist ein ziemlich dicker Schinken, durch den man sich erstmal arbeiten muss. Aber nach meiner Erfahrung lohnt sich das. Besonders für Vielsitzer wie mich. Ich habe viel gelernt und erfolgreich in die Praxis umsetzen können. Auch wenn das Buch jetzt erstmal wieder im Regal verschwindet: ich bin mir sicher, dass ich es immer mal wieder hervor holen werde.

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Ich bin der Harlerunner

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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