Was machen Laufblogger eigentlich, wenn sie mal nicht bloggen oder laufen? Genau: sie treffen sich, um zu laufen – und darüber zu bloggen. 😉 Das Bloggercamp im Harz hat mittlerweile schon fast Tradition. In diesem Jahr durfte ich zum ersten Mal dabei sein.

Freitag

Anreisetag. Nach der Arbeit brauchte ich zum Glück nur etwas essen, mich umziehen und die Taschen einladen. So war ich schon um kurz nach 14 Uhr auf dem Weg nach Kassel, um dort Martin einzusammeln. Der Verkehr hatte den Reiseplan zwar etwas verzögert, aber als wir gegen 19 Uhr in Hohegeiß ankamen, waren wir zumindest nicht die Letzten.

Wetterlage: mittelgut

Wetterlage: mittelgut

Uns empfingen bekannte, gut gelaunte und frisch geduschte Gesichter. Offensichtlich gab es schon einen Lauf, den wir verpasst hatten. Aber Hannes würde sicher noch eine Runde mit uns drehen – auch wenn er schon mehr als 30 Kilomter in den Beinen hatte. Nach einer kurzen Begrüssung und noch bevor wir unser Zimmer wirklich bezogen hatten, ging es also schon raus in den Harz. Eine kleine Runde, vielleicht 10 Kilometer, sollte es werden. Hannes kannte sich aus – zumindest wenn wir uns nicht allzu weit vom Haus entfernen würden. Als alter Hase führte er uns sicher durch den Ort, über den Grenzweg und die Wälder zurück zum Haus.

Kleine Stärkung

Kleine Stärkung

Dort war das Abendessen noch warm und schnell vertilgt, während nebenbei der Rest der Truppe eintraf. Mit den Zugfahrern aus dem hohen Norden, den Reisegruppen aus Berlin und München waren wir mittlerweile 16 Laufblogger. Auch, wenn sich nicht alle bereits persönlich kannten, brauchte es eigentlich kein Warmwerden. Von der ersten Minute an wurde geblödelt, gelacht und gefachsimpelt, als würden wir das alle zwei Wochen so machen. Sehr angenehm… 🙂

Lagerfeuerromantik

Lagerfeuerromantik

Zum Abschluss des Tages verlegten wir unsere Runde nach draussen um das Lagerfeuer. Hier wurde die Stimmung kein Stück schlechter – was vielleicht auch an den angebotenen Kaltgetränken gelegen hat. 😉

Samstag

Die Betten der kleinen Heimathütte waren ok, luden aber nicht unbedingt zum Ausschlafen ein. So fanden sich schon früh helfende Hände, um einen ansehnlichen Frühstückstisch zu zaubern. Brötchen wurden geliefert, der Rest war im Haus. Gerd war als Einziger mit der Kaffeemaschine vertraut und verhalf jedem zur notwendigen Menge des Wachmachers.

Alles da, was das Herz begehrt

Alles da, was das Herz begehrt

Die nächtlichen Rangiergeräusche auf dem Parkplatz entpuppten sich währenddessen als gute Nachricht: Jan Fitschen war mit seinem Wohnmobil angekommen. Mit ihm hatten wir erst gegen Abend gerechnet. Und er hatte sogar Frau und Töchterchen im Gepäck. Wir haben ihn netterweise noch frühstücken lassen, bevor wir ihn mit auf die „Bambini-Runde“ nahmen.

Da isser!

Da isser!

Denn zur Auswahl standen in diesem Jahr drei Strecken: die „Invaliden-Wanderung“ mit unbestimmter Länge, der besagte „Bambini-Lauf“ mit ca. 20 Kilometern und ein „Kurz-Sprint“ mit 45 Kilometern samt Brocken-Besteigung. Hannes, die Running-Twins und Jan starteten Richtung Brocken, während der Rest sich noch sammelte.

Wetter stimmt - geht's endlich los?! (c) runomatic.de

Wetter stimmt – geht’s endlich los?!
(c) runomatic.de

Dank jahrelanger Nörgelei hatte Eddie es geschafft, die Funktionen seiner Laufuhr dermaßen erweitern zu lassen, dass er die von Gerd geplante Strecke darauf übertragen konnte. Theoretisch… Andere hatten es da einfacher und so konnten wir immerhin mit drei ortskundigen Uhren auf die Runde starten. Das Wetter war gut, die Stimmung prima und die Strecke bot auch einiges fürs Auge. Nach einigen kleinen Pausen um die Gruppe zusammen zu halten, beschlossen wir uns doch aufzuteilen.

Auf der Bambini-Runde

Auf der Bambini-Runde

Immer vorne, der Eddie (c) runomatic.de

Immer vorne, der Eddie
(c) runomatic.de

Eddie, Martin, Philipp, Jan Fitschen und ich machten uns nach ungefähr der Hälfte der Strecke also ohne die Hilfe des Streckenplaners Gerd auf den Weg. Das führte zu einer kleinen „Abkürzung“ im weiteren Streckenverlauf und zur ersten Geh-Passage. Die hohe Luftfeuchtigkeit und das Tempo ließen bald kein trockenes Stückchen Stoff mehr am Körper. Martin war offensichtlich die Berge gewohnt, während wir anderen ganz schön zu arbeiten hatten.

Noch genug Luft zum gute Laune haben

Noch genug Luft zum gute Laune haben

Die schnellen Bambinis nach der Bergwertung (c) runomatic.de

Die schnellen Bambinis nach der Bergwertung
(c) runomatic.de

Die Wasser- und Essensvorräte gingen langsam zur Neige, als Philipp beschloss den Rest zu gehen und sich von der anderen Gruppe einholen zu lassen. Es lagen zwar nur noch drei bis vier Kilometer vor uns, aber die hatten es ganz schön in sich. Besonders der letzte, sehr lange Anstieg war nur noch im Gehen zu bewältigen. Während Martin noch einen Schlenker drehte um seine 21,1 km voll zu bekommen (und das „Bapperl“ bei Strava als Belohnung zu ernten), stürtzte sich der Rest auf die gekühlten Getränke im Haus.

Fast auf der Zielgeraden

Fast auf der Zielgeraden

Etwa zwei Liter später und nach einer herrlichen Dusche, musste ich erstmal kurz die Beine ausstrecken. 20 Kilometer im Harz sind einfach nicht Dasselbe wie zuhause… Aber schön war’s. Zu allem Überfluss zeigte sich dann auch noch die Sonne, so daß wir es uns draussen gemütlich machen konnten.

Das haben sich alle verdient

Das haben sich alle verdient

Nachdem auch die Brockenläufer heil wieder angekommen waren, wurde Daniel langsam unruhig und widmete sich mit Herzenslust seinem zweiten Hobby: dem Grillen. Ich habe selten jemanden mit so viel Inbrunst einen Grill befeuern sehen. 🙂 Die Auswahl an Grillgut schien allerdings etwas knapp und wurde prompt durch einen erfolgreichen Besuch im nächsten Supermarkt aufgefüllt.

Kaum waren alle Bäuche gut gefüllt, zwang uns das Wetter zu ein wenig Bewegung. Als der Regen richtig einsetzte, war der Tisch bereits leer geräumt und alle hatten Schutz unter dem Dach der Feuerstelle gefunden.

Nachdem Jan Fitschen schon zum Essen sein berühmt-berüchtigtes Ugali beigesteuert hatte (eine Mischung aus Maismehl und Speichel Wasser), folgten am Lagerfeuer weitere Geschichten aus Kenia. Natürlich orientiert an den Kapiteln in seinem Buch, aber eigentlich eher als Antwort auf unsere Fragen. Das läßt man sich ja nicht nehmen, wenn schon mal ein echter Europameister anwesend ist. 🙂

Stockbrot gehört dazu

Stockbrot gehört dazu

So spannend es auch war ihm zuzuhören, irgendwann konnte ich einfach nicht mehr sitzen und freute mich auf mein Bett. Offensichtlich ging es vielen so, denn kaum hatte einer den Anfang gemacht, löste sich die Runde größtenteils auf.

Sonntag

Lange Schlafen war wieder nicht drin, denn um 10 Uhr musste das Haus wieder geräumt werden. Das hinderte uns nicht daran nochmal ausgiebig zusammen zu frühstücken. Es blieb sogar noch Zeit für das Anprobieren der Armbänder, die Jan in großer Zahl dabei hatte. Er versprach wundersame Dinge, wenn es nur eng genug am Handgelenk anläge. Viel Zeit blieb für die Handgymnastik allerdings nicht, da im Haus noch genug zu tun war.

Die hohe Kunst: Armband anlegen ohne sich den Daumen auszukugeln

Die hohe Kunst: Armband anlegen ohne sich den Daumen auszukugeln

Noch einmal alle zusammentrommeln

Noch einmal alle zusammentrommeln

Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir noch ein paar Gruppenfotos machen, bevor sich die Fahrgemeinschaften nach und nach auf den Weg machten. Nachdem ich Martin zuhause abgesetzt hatte, waren die Straßen bis in die Heimat frei und ich konnte noch ein wenig in den Eindrücken des wirklich wunderbaren Wochenendes schwelgen.

Bloggercamp 2016 (c) earnyourbacon.com

Bloggercamp 2016
(c) earnyourbacon.com

Mir hat besonders gefallen, wie unkompliziert der Umgang mit allen war. Klar, man kannte sich größtenteils bereits online. Und für viele war es auch nicht das erste Bloggercamp in dieser Runde. Doch als einer der Neuen habe ich es sehr genossen sofort so herzlich und natürlich aufgenommen worden zu sein. Spannend war auch, dass es eigentlich gar nicht um’s Bloggen ging. Wenn überhaupt, dann eher um’s Laufen. Aber noch viel mehr darum, gemeinsam eine gute Zeit zu haben. Und das ist wirklich gelungen. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen auch im nächsten Jahr wieder dabei sein zu können.

Vielen Dank an die Running-Twins Marek und Henrik, Eddie, Gerd, Daniel, Heimo, Philipp, Judith, Carola, Caroline, Martin, Hannes, Michael, Andreas, Jan und Jan.