Mein Jahresrückblick 2023

In diesem Jahr habe ich die Monatsrückblicke schleifen lassen. Aber einen Rückblick auf das Jahr möchte ich schon gerne machen.

Training

Ich bin zwar ganz gut aus dem Winter gekommen. Das Jahr war aber trotzdem irgendwie durchwachsen. Das liegt sicher auch daran, dass meine sportlichen Schwerpunkte zum ersten Mal nicht nur beim Laufen lagen.

Wettkämpfe

Natürlich war ich wieder bei der lokalen Laufserie für die 10-km-Läufe angemeldet. Den Heidelauf und die Läufe in Nordkirchen, Nottuln und Lette habe ich auch ganz erfolgreich mitgenommen. Bis auf einen kleinen Viren-Hänger Ende März war ich auch im Training ziemlich konsequent.

Über den Sommer gab es dann zuerst ein anderes sportliches Highlight (dazu gleich mehr) und anschließend die Vorbereitung auf den Köln Halbmarathon. Das Training lief ziemlich gut – bis ich mir dann vier Wochen vor dem Start eine Hamstring-Verletzung zugezogen habe. Die habe ich zwar mit sehr fleißigem Krafttraining relativ schnell wieder in den Griff bekommen, konnte dann aber krankheitsbedingt doch nicht starten. Ein Highlight waren die Tage in Köln trotzdem, weil ich so viele spannende Menschen treffen durfte.

Leider war ich danach noch länger angeschlagen, so daß auch der Start beim Coesfelder Citylauf keinen Sinn machte. Letztendlich hatte sich da der sportliche Schwerpunt sowieso schon wieder verschoben, so daß es den Rest des Jahres eigentlich nur noch um den Formerhalt bzw. die Vorbereitung auf das nächste Jahr ging.

Meine ersten 42 Kilometer

Ende Juni standen für mich zum ersten mal die 42 Kilometer auf dem Plan. Die Anmeldung gab es als Geburtstagsgeschenk, wozu auch die Begleitung gehörte. Die Vorbereitung war relativ knapp und bestand eigentlich nur aus einem 26 und einem 18 Kilometer langen Training, um vor allem das Material zu testen. Denn mit Wander-Equipment kenne ich mich nicht so aus. 😉

Der Baumberge Marsch war (von den letzten 6 Kilometern mal abgesehen) eine wirklich schöne Erfahrung. Es lief insgesamt sogar deutlich besser, als ich es vorher gedacht hatte. Und bei schönem Wetter und toller Begleitung hat es mir besonders Spaß gemacht.

Also… jedenfalls bis Kilometer 35 ungefähr. Das könnte ich mir auch gut nochmal vorstellen, wenn sich das im nächsten Jahr ergibt.

Erster Dan im Taekwondo

Das ist mehr als nur ein sportliches Highlight für mich. Es ist auch mehr als nur mein Jahres-Highlight. Für mich gehört das sicher in die Top10 meiner Lebens-Highlights. Daher hole ich mal ein wenig aus…

Mit dem koreanischen Kampfsport Taekwondo bin ich 1991 angefangen, nachdem ich bereits einige Jahre Judo und Ju-Jutsu betrieben hatte. Schnell war ich Feuer und Flamme, bin 2-3 Mal in Woche zum Training gefahren, habe meine Gürtelprüfungen abgelegt und bin auf Turniere gefahren.

Dann ging es zum Studium nach Braunschweig und später nach Bochum. Trotzdem war ich quasi jeden Freitag beim Training. Denn mittlerweile steckte ich in der Vorbereitung auf den schwarzen Gürtel und den wollte ich unbedingt noch erreichen. Leider ohne Erfolg, denn irgendwann musste ich einsehen, dass ich so nicht weiter komme. Zudem hat die Sportschule den Verband gewechselt und ich hätte zwar nicht direkt bei Null wieder einsteigen, aber doch deutlich mehr Zeit investieren müssen. Also wurde der Traum „schwarzer Gürtel“ nach mittlerweile 10 Jahren Training sehr schweren Herzens aufgegeben.

Im Sommer 2021 hat dann Kind 2 Taekwondo für sich entdeckt – und ich saß natürlich bei jeder Trainingsstunde mit in der Halle. Die alten Wegbegleiter von damals brauchten nicht lange, um auch mich zu einem Schnuppertraining zu überreden. Am selben Tag habe ich meinen Mitgliedsantrag unterschrieben. 😉

Als dann im letzten Winter die Ansage kam, dass ich 2023 für die Dan-Prüfung vorgesehen bin, hat mich das natürlich sehr gefreut – aber ich hatte auch großen Respekt vor dieser Aufgabe. Letztendlich habe ich mich für die Prüfung Anfang Dezember über ein halbes Jahr lang sehr intensiv vorbereitet. In den letzten Monaten mit täglichem Training zuhause und dem Büffeln von Theorie und Fachbegriffen. Daher ist das Lauftraining in der Zeit vor der Dan-Prüfung etwas zu kurz gekommen.

Am Prüfungstag war ich erstaunlich ruhig. Natürlich war da eine positive Aufregung und Anspannung. Aber ich war einfach dankbar dafür, mich gut vorbereitet den Aufgaben stellen zu dürfen, nachdem ich diesen Traum so lange für unerreichbar gehalten habe.

Zum Prüfungsprogramm gehören eine schriftliche Prüfung (Theorie), Formenlauf (Tul), Grundschule der Hand- und Fußtechniken, Ein-Schritt-Kampf (Ilbo-Taeryon), Selbstverteidigung (Hosinsul), Freikampf ohne Kontakt und Bruchtests.

Ich bin eigentlich ganz solide durch die Aufgaben gekommen und habe auch die Bruchtests im ersten Versuch geschafft. Damit durfte ich am Ende des Prüfungstages meine Urkunde entgegen nehmen.

Als wenn dieser Moment für mich nicht großartig genug gewesen wäre, bekam ich dann in einer kleinen Zeremonie den schwarzen Gürtel von meinem Trainer umgebunden.

Ich kann kaum sagen wie stolz und dankbar ich bin, dieses Ziel erreicht zu haben. Gleichzeitig kann ich es immer noch nicht ganz glauben und fühle mich im neuen Dobok verkleidet. Aber da werde ich schon reinwachsen.

Lauflieblinge

Es ist schwer, auf ein ganzes Jahr zurückzublicken und nur einige Dinge herauszuheben. Aber ein paar Sachen sind doch bei mir hängen geblieben.

Apps zur Trainingsunterstützung

Mir hilft es beim Training sehr, einen Plan zu haben. Bis auf wenige Ausnahmen steht in meinem Trainingskalender immer eine konkrete Einheit für den Tag. Das mache ich im Zweifelsfall über TrainingPeaks, wo ich auch alle meine Daten sammle.

Nach meinem ausführlichen Test im letzten Jahr, bin ich auch 2023 im Training erstmal mit Enduco gestartet, um mich dann mit TWAIV auf den Köln Halbmarathon vorzubereiten. Solche individuellen und automatisierten Trainingspläne per App sind für mich ein großer Schritt nach vorne und eine sehr gute Alternative zu gekauften, nicht-individuellen und nicht-adaptiven Trainingsplänen.

Dazu gehören aber auch andere Apps wie Down Dog. Ich muss zwar zugeben, dass ich schon mal mehr Yoga nebenher gemacht habe. Aber ohne die App würde ich das sicher gar nicht machen – und nicht von den Vorteilen beim Training profitieren.

Laufuhren mit AMOLED-Display

Vielleicht ist es bereits dem Alter geschuldet, dass ich bei Laufuhren ein großes, gut ablesbares Display bevorzuge. Aber dass so ein brilliantes AMOLED-Display so einen Unterschied für mich machen würde, habe ich nicht erwartet.

Neben der Suunto Race habe ich seit einiger Zeit die Polar Vantage V3 und die Garmin Forerunner 965 im Einsatz (Testbericht folgt). Das wird auf jeden Fall der neue Standard werden. Mir machen die Uhren dadurch auch im Alltag viel mehr Spaß.

Einfach machen

Auch das ist bei mir in diesem Jahr hängen geblieben: eigentlich ist Laufen doch ganz einfach. Es braucht nicht die ausgetüftelsten Trainingseinheiten im perfekten Puls- oder Pace-Bereich. Neben den Grundlagenläufen braucht es natürlich Läufe knapp unterhalb der Schwelle und sicher auch mal Intervalle oberhalb davon. Aber das ist keine Raketenwissenschaft. Viel wichtiger ist doch, konsequent und regelmäßig die Laufschuhe anzuziehen und raus zu gehen.

Ausblick

Bisher habe ich für 2024 noch keine konkreten Pläne. Ich werde mich sicher wieder für die lokale Laufserie anmelden und ich würde auch gerne einen Halbmarathon laufen. Vielleicht sogar schon im Frühjahr. Aber ich bin noch für nichts angemeldet.

Das Training werde ich sicher nach der Easy Interval Method angehen und das natürlich Watt gesteuert. Und ich habe mir vorgenommen, Kraft- und Dehnübungen viel fester und regelmäßiger ins Training einzubauen. Daneben gibt es noch ein geheimes sportliches Ziel, an dem ich bereits arbeite…

Das muss als Vorsätze für das neue Jahr erstmal reichen. Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und freue mich auf gemeinsame Kilometer!

  1. Hallo Thomas, zunächst einmal auch dir ein frohes, gesundes, erfolgreiches neues Jahr 2024 und Gratulation zur 1 Dan – Prüfung. Dehn – Kraftübungen sind extrem wichtig, wird leider von den Läufern * innen zu sehr vernachlässigt. Ziele auch im neuen Jahr konsequent zu haben – zu verfolgen, ist auch bei mir ein sehr wichtiger Schritt. Aber die größte Herausforderung die wir uns alle stellen müssen; ist es gesund zu bleiben. Daher allen einen guten Start und konsequent an seinen zielen arbeiten.

    Detlef

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Ich bin der Harlerunner

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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Thomas (der Harlerunner)