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Zum zweiten Mal bin ich nach Berlin gereist, um an Deutschlands größtem Halbmarathon teilzunehmen. Es war wieder ein bombastisches Wochenende mit vielen Erlebnissen und Highlights.

Vorgeschichte

Auf Grund einer Verletzung am Knie war meine Teilnahme am Halbmarathon lange Zeit ungewiss. Gerettet haben mich letztendlich zwei Wochen Laufpause mit Alternativtraining im Fitness-Studio. So konnte ich genug Ausdauer konservieren, um anschließend (ohne weitere Probleme mit dem Knie) zumindest die notwendigsten Laufeinheiten aufzuholen.

Trainiert hatte ich vorher eigentlich auf eine neue Bestzeit, weil sich die Strecke in Berlin dafür einfach anbietet. Den Plan konnte ich dann natürlich getrost verwerfen… Viel wichtiger war für mich die Erkenntnis, ob die Verletzung wirklich geheilt ist.

Wochenende in Berlin

Leider musste ich in diesem Jahr ohne meine Familie reisen. Ich wäre sehr gespannt gewesen auf die großen Augen unseres Kleinsten. :) Aber es gab ein Wiedersehen mit den Freunden, die 2017 hier in ersten Halbmarathon gelaufen waren und sich nun nochmal an die Distanz wagen wollten.

14oz. Unbezahlbar, aber so ein toller Laden. :)

14oz. Unbezahlbar, aber so ein toller Laden. :)

Ich bin am Freitag angereist und hatte so einen guten halben Tag ohne festen Plan in Berlin. Also bin ich (wie jeder gute Tourist) erstmal zum Alexanderplatz gefahren und war ein bisschen shoppen. :) Anschließend habe ich die Stores der großen Sportmarken besucht und ein wenig nach dem Rechten gesehen. Viel Spannendes gab es aber nicht zu entdecken. Einzig Salming war neu für mich. Die anprobierten Modelle saßen alle sehr gut und fühlten sich bei den ersten Schritten im Store vielversprechend an.

Der Samstag war dichter geplant: nach dem Frühstück ging es raus nach Tempelhof zur Messe, anschließend zur adidas RunBase und abends gab es ein wenig Carbo-Loading mit Freunden. Und der Sonntag war natürlich durch den Lauf und die Rückreise schon voll ausgebucht.

Meet and Greet

Meine Social-Media-Feeds waren voll von Läufern, die auch den Halbmarathon in Berlin laufen würden. Es ist natürlich total unwahrscheinlich, dass man sich in so einer großen Stadt zufällig über den Weg läuft – aber einige Begegnungen gab es doch. So meinte ich Maik und Andreas im Gewimmel Berlins entdeckt zu haben – und lag damit ganz richtig. :) Auf Henning bin ich sogar mehrmals getroffen. In der Runbase habe ich auch Culli kurz kennengelernt und last but not least war Daniel natürlich auch mit von der Partie.

Sogar während des Halbmarathons gab es Begegnungen. Schon kurz nach dem Start bin ich auf einen Coesfelder aufgelaufen – T-Shirt-Aufdrucke sind bei der Identifikation eine große Hilfe. ;) Kurz darauf hatte Alex mein Cappie entdeckt und sich als Leser des Blogs zu erkennen gegeben. Wir hatten die gleiche Zielzeit, wie wir dann festgestellt haben, daher sind wir ziemlich lange zusammen gelaufen. A propos, Alex: melde Dich doch mal per E-Mail bei mir. Ich hab‘ da ein paar Fotos. ;)

Zwei weitere Highlights spare ich mir für später auf… :D

Berlin Halbmarathon

Messe Berlin Vital

In diesem Jahr konnte die Messe wieder auf Tempelhof stattfinden, daher war viel Platz – auch für das Rahmenprogramm. Daher begann mein Messetag mit den Bambini-Läufen. :) Und ganz ehrlich: das war mein erstes Highlight! Diese strahlenden Gesichter und diese Lauffreude waren wirklich ansteckend. Obwohl es natürlich auch große Dramen gab wie blutige Knie oder fehlende Mammis.

Bambini-Läufe

Bambini-Läufe

Anschließend ging es zum Pflichtprogramm: das Abholen der Startunterlagen. Dazu war der frühe Samstagnachmittag vielleicht kein günstiger Zeitpunkt, aber es waren so viele Counter vorhanden, dass wir in wenigen Minuten durch waren. Top Organisation! :) Der Inhalt des Kleiderbeutels war allerdings eher spärlich: zwei Deos, ein Energieriegel und ein wenig Werbung.

Weiter ging es für mich zum Stand von Saysky. Dort hatte ich mich vorher schon angekündigt, um mit Lars und Nick ein wenig quatschen zu können. Allerdings war der Stand echt gut besucht, so daß ich auf den passenden Moment warten musste. Der hat sich dann allerdings gelohnt und wichtige Insider-Infos gebracht. :)

Unbound Running Comradery: SAYSKY

Unbound Running Comradery: SAYSKY

Gestöbert habe ich natürlich auch bei den anderen Ständen. Wie schon am Tag vorher in der Stadt konnte ich aber nichts Neues entdecken. Es war aber schon interessant, einige Produkte mal in die Hand zu nehmen, die ich bisher nur auf Bildern gesehen hatte. So zum Beispiel die neuen Sonnenbrillen von Rudy Project oder auch einige ON-Laufschuhe.

ON-Stand auf der Berlin Vital

ON-Stand auf der Berlin Vital

Nebenbei Check der Social-Media-News: anscheinend hat Philipp Pflieger in diesem Jahr einen neuen Pacer für den Berlin Halbmarathon: Hans Sarpei! ;)

Mein Pacer @hanssarpei und ich. 😄 #BerlinHalf

Ein Beitrag geteilt von Philipp Pflieger (@philipp.pflieger) am

Und dann der Zufall: kaum drehe ich mich um, steht er in Fleisch und Blut vor mir. :) Netter Kerl der Philipp. Er hat mir ein bisschen über die Hintergründe von Hans‘ Teilnahme erzählt und dass er natürlich nicht vorne mit läuft. Nachdem wir uns beide viel Glück für das Rennen gewünscht haben, war sogar noch Zeit für ein Foto.

Letzte Race-Tipps vom Profi geholt: Philipp Pflieger!!! :)

Letzte Race-Tipps vom Profi geholt: Philipp Pflieger!!! :)

Vor dem Start

Nach ausreichend Schlaf und einem guten Frühstück machte ich mich mit Mike auf den Weg zum Startbereich. Wir waren im gleichen Hotel untergekommen, das zum Glück nicht weit weg lag. Entspannt kamen wir also früh genug an, um unsere Kleiderbeutel abzugeben. Ich hatte wieder den großen Luxus, die RaceBase der adidas runners berlin benutzen zu dürfen. Dort habe ich nicht nur bekannte Gesichter getroffen, sondern konnte auch meine Sachen unterbringen.

adidas RaceBase im Cafe Moskau

Allerdings musste ich nach dem Gruppenfoto direkt wieder los, um mit Mike rechtzeitig im Startblock zu stehen. Warmlaufen stand auch auf dem Programm, nur war dafür eigentlich nirgends Platz! Einige Läufer hatten sich aber ein Stück Rasen dafür erobert und so schlossen wir uns der Gruppe einfach an.

Warmlaufen vor dem Startblock C

Warmlaufen vor dem Startblock C

Im Startblock C stellten wir dann überrascht fest, dass man von hier ja sogar das Start-Banner sehen konnte! Im letzten Jahr hat es aus dem Startblock F eine Ewigkeit gedauert, bis wir auch nur in die Nähe gekommen waren. Trotzdem hieß es natürlich warten auf den Startschuss.

Startblock C. Vor hier aus kann man sogar den Start sehen!

Startblock C. Vor hier aus kann man sogar den Start sehen!


Warten...

Warten…


Beste Stimmung!

Beste Stimmung!

Los geht’s!

Pünktlich um kurz nach 10 Uhr kam dann der erlösende Knall und die Menge setzte sich zügig in Bewegung. Ab über die Startlinie, die Uhr gestartet und los ging es! Nach dem vielen Stehen fühlte sich das Laufen aber ein wenig merkwürdig an… Jetzt einen Halbmarathon? Ehrlich…? ;)

Und los geht es!!!

Und los geht es!!!

Zum Glück lassen die ersten Höhepunkte der Strecke nicht lange auf sich warten. Los geht es mit dem Brandenburger Tor. Da bekomme ich richtig Gänsehaut. Kurz vorher hatten wir Alex aufgegabelt, der den Moment anscheinend ähnlich genießen konnte.

Das ist es: das Brandenburger Tor

Das ist es: das Brandenburger Tor


Wieder mit leichter Gänsehaut

Wieder mit leichter Gänsehaut


... und einem fetten Grinsen danach. :)

… und einem fetten Grinsen danach. :)

Es folgt die sehr lange Gerade und darin die nächste Station der Sightseeing-Tour: die Siegessäule. Die Stimmung war weiterhin gut, dem Wetter entsprechend. Allerdings war mir trotz Singlet schon echt warm.

Zweites Streckenhighlight: die Siegessäule

Zweites Streckenhighlight: die Siegessäule


Nein, es hat nicht geregnet. Ich schwitze wirklich schon...

Nein, es hat nicht geregnet. Ich schwitze wirklich schon…

Nicht lange danach fuhr ein Motorrad in der Läufermenge mit. Offensichtlich das Fernsehen, denn ein Kameramann saß hinten drauf. Wen konnte der wohl filmen…? ;)

Kilometer 6: GO HANS GO!!!

Kilometer 6: GO HANS GO!!!


:D :D :D

:D :D :D

Da war er tatsächlich: Hans Sarpei. Einkassiert bei Kilometer 6. ;) Wir waren leider ein wenig schneller unterwegs und hatten schon sehr bald das Schloss Charlottenburg in Sicht. Das war ungefähr der Moment als mit klar wurde, dass ich das Tempo auf keinen Fall bis zum Ende durchhalten würde… :( Mit 4:55 min/km waren wir eigentlich noch halbwegs im grünen Bereich, aber für mich war das trotzdem zu schnell. Beim nächsten Verpflegungspunkt habe ich mir also Zeit zum Trinken gelassen und Mike signalisiert, er solle einfach weiter laufen. Ich bin dann auch nicht mehr an ihn ran gekommen und habe nur gehofft, dass er sein gestecktes Ziel erreichen kann.

So ungefähr bei Kilometer 16 hat mich Alex dann überholt. Der sah noch so locker aus, dass ich mir sicher war: auch er wird eine gute Zeit rausholen heute. Bei mir war das definitiv nicht mehr drin… Obwohl ich an jedem Getränkestand genug getrunken habe, wurde mir irgendwann ein wenig schwummerich. Ich habe es gar nicht erst drauf ankommen lassen und direkt eine Gehpause gemacht. Schließlich musste ich nach dem Rennen ja auch noch alleine mit dem Auto nach hause fahren! Es sollte nicht die letzte Pause werden, aber das war mir egal.

Gehpause bei KM 18. Zum Glück im Schatten.

Gehpause bei KM 18. Zum Glück im Schatten.

Weder Wasser noch Gels konnten mich so richtig in Schwung bringen, obwohl ich eine Pace knapp oberhalb von 5:00 min/km ganz gut halten konnte. Nach einer letzten Pause bei Kilometer 20 hat mich das nahe Ziel aber dann doch noch etwas beflügelt. Es war sogar noch ein echter Zielsprint drin, der mich dann aber doch nicht mehr unter die 1:49h retten konnte.

Geschafft! Im doppelten Sinne...

Geschafft! Im doppelten Sinne…

Abschluss

Mike war natürlich schon im Ziel und konnte sogar fast noch die 1:44h erreichen. Aber das Wetter hat natürlich auch ihm zu schaffen gemacht. Also haben wir uns nach der Lagebesprechung und einigen Stärkungen auf den Rückweg zum Hotel gemacht. Wie ich später rausfinden konnte, hat auch Alex sein erhofftes Ziel nicht ganz erreicht, ist aber dennoch eine neue Bestzeit gelaufen. Glückwunsch! Im übrigen auch an Hans Sarpei, der mit 2:06h seinen ersten Halbmarathon gefinished hat. :) Damit war er nur knapp schneller als unser Philipp, der eigentlich das Rennen mangels Training schon abgesagt hatte. Dann ist er aber einfach doch an den Start gegangen und hat das Ding sauber zu Ende gebracht. Supergeil! Das hat mich echt gefreut. :)

Auslaufen...

Auslaufen…

Ich habe es nach einer ausgiebigen Dusche im Hotel noch gut bis nach hause geschafft. Allerdings hatte ich für die Rückfahrt auch entsprechend vorgesorgt… ;)

Für das Nötigste ist gesorgt...

Für das Nötigste ist gesorgt…

Abschließend bin ich einfach froh, dass ich am Berliner Halbmarathon teilnehmen konnte. Meine Verletzung am Knie hat sich überhaupt nicht mehr gemeldet, daher ist mir der aktuelle Trainings- bzw. Fitnessrückstand gerade egal. Ich nehme viele Eindrücke und besondere Momente von diesem Wochenende mit und freue mich schon sehr auf die nächsten Trainingswochen bei hoffentlich ähnlich gutem Wetter wie hier in Berlin. :)