Alternativtraining in der Wettkampfvorbereitung – Woche 2

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Jetzt hat es mich erwischt: in der kritischen Phase der Halbmarathon-Vorbereitung kann ich nicht laufen. Aber ich versuche durch Alternativtraining meinen Leistungsstand in den nächsten Wochen zumindest zu erhalten, vielleicht sogar zu verbessern. Meine Erfahrungen damit lest ihr hier.

Ein Mal husten bitte…

Ne, keine Sorge: die Krankheitswelle hat mich zum Glück nicht auch noch erwischt. Zum Arzt war ich trotzdem und zwar beim Orthopäden. Ich wollte einfach sicher gehen, dass ich nichts falsch mache. Und vielleicht sogar eine Bestätigung, dass ich mit vorsichtigem Lauftraining anfangen darf.

Doch leider ist der junge Arzt, der selbst Marathon läuft, nicht mehr in der Praxis, so daß ich mit dem Chef Vorlieb nehmen musste. Der hat das Knie kurz angefasst und war dann direkt der Meinung, dass er ohne MRT gar nichts dazu sagen kann. Ich solle also erstmal in die Röhre und so lange das Bein nicht belasten. Ende des Gesprächs. Keine Rückfragen zugelassen. Dabei hatte ich noch ein zweites Wehwehchen mitgebracht, das ich nicht mal ansprechen konnte! Ich bin also nach wenigen Minuten sehr sauer wieder aus der Praxis gestapft und bin mir ziemlich sicher, dass ich dort nicht wieder hin gehen werde. Dann lieber doch zum Hausarzt. Der hat wenigstens immer ein offenes Ohr – und läuft selbst auch.

Trainingspensum

Montag:
30 Minuten Ergometer (liegend), 40 Minuten Ergometer mit 2x15min Schwelle, 10 Minuten Laufband

Mittwoch:
40 Minuten Ergometer (liegend), 40 Minuten Ergometer Temo, 10 Minuten Laufband

Samstag:
20 Minuten Ergometer, 30 Minuten Laufband (schmerzfrei!) :)

Sonntag:
10 Minuten Ergometer, 65 Minuten Laufband Pyramiden 6:00 / 5:30 / 5:00 (jeweils 5 Minuten hoch und runter)

Erfahrungen

Nach der Einheit am Montag tat mir der Po ganz schön weh… Ich hatte mir den Sitz des Ergometers etwas höher gestellt und lag quasi in Aero-Position auf dem Lenker. Zuhause konnte ich kaum noch laufen, weil mir die Sitzknochen so weh taten. Das hatte ich zuletzt zu Triathlon-Zeiten, wenn es nach der Winterpause wieder aufs Rennrad ging.

Ansonsten konnte ich die Dauer auf dem Ergometer ausdehnen und gleichzeitig den Widerstand erhöhen, so daß ich einige Minuten im Tempo- und Schwellenbereich sammeln konnte. Vom Belastungsempfinden her würde ich mittlerweile sagen, dass mein Ergometer-Puls ca. 15 Schläge unter dem Laufpuls liegt. Statt 145 auf der Straße bin ich also mit 130 auf dem Ergometer unterwegs.

Für Samstag war eigentlich geplant, nach dem Aufwärmen nur 20 Minuten auf dem Laufband zu laufen. Weil sich aber das Knie überhaupt nicht bemerkbar machte, habe ich noch 10 Minuten dran gehängt. Ich war echt glücklich komplett schmerzfrei laufen zu können. :)

Sonntag war ich auch sicherheitshalber auf dem Laufband im FIT/S, denn dort würde ich sicher sofort anhalten, wenn sich der Schmerz wieder zeigt – was bei einer Runde draussen nicht immer so einfach ist. Aber es lief verdammt gut! :) Natürlich habe ich einiges aufzuholen, aber ich hoffe sehr, dass ich über den Berg bin. :)

  1. Hi Thomas,
    von dem Besuch beim Orthopäden abgesehen, klingt es doch nach einer sehr positiven Trainingswoche mit so manchem Fortschritt :-) weiter so ;-) du bist sicher auf einem guten Weg!
    Sonnige Grüße aus Belgien,
    Tobias

  2. Leider habe ich diese negativen Erfahrungen bei Ärzten auch schon machen müssen. Schlimm, wenn man auf die angewiesen ist. Man fühlt sich so hilflos und ausgeliefert. Den richtigen zu finden ist äußerst schwierig.

    1. Hi Robert, eigentlich hatte ich schon den richtigen Arzt gefunden. Einer der selbst Marathon läuft und aus eigener Erfahrung weiß wovon er da spricht – und wie wichtig einem Läufer das Laufen ist. ;) Nur hat der die Praxis verlassen und ist nicht mehr greifbar. Leider war das aber auch der heißeste Tipp hier in der Gegend. Nun geht die Suche wieder los. Andererseits: vielleicht muss ich ja nie wieder zum Orthopäden… ;)

  3. Hallo Thomas,
    mit den Ärzten habe ich auch schon so meine Erfahrungen gemacht, der eine meint alles Schrott, der nächste sieht keine Probleme und so ziehen sich die Meinungen der Ärzte bei mir über die Jahre auseinander.
    Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute und baldige Genesung.
    Gruß Daniel

    1. Hi Daniel, besten Dank! Ich bin ja auf dem besten Weg. Und einen neuen, „guten“ Arzt wird sich auch noch irgendwo finden lassen. Hoffentlich brauche ich den aber erstmal nicht. ;)

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Ich bin der Harlerunner

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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