Salomon Predict 2

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Mit dem Predict 2 ist Salomon eine Überraschung gelungen: weder hatte ich das Update des Predict RA auf dem Zettel, noch hätte ich gedacht, dass er mir so gut gefällt.

Anzeige: Salomon hat mir den Laufschuh für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.

Produkttest

Salomon Predict 2

Herstellerlink
Salomon Predict 2
Preis
150 Euro
Aktiv getestet
6 Wochen

Erster Eindruck

Man kann einige Elemente des Predict RA im neuen Predict 2 noch erkennen. Aber laut Salomon ist der Schuh komplett überarbeitet worden.

Das Design mit weiss und ein wenig schwarz könnte von einem Star-Wars-Set stammen. Mir ist als erstes aber die wuchtige und wulstige Dämpfung vor allem im hinteren Bereich des Schuhs aufgefallen.

Dabei sieht das Bild der Laufsohle sehr vertraut aus. Salomon setzt weiter auf unabhängige Plattformen in der Aussensohle und entkoppelt diese dadurch auch von der Zwischensohle. „Anatomical Decoupling“ heisst das bei den Franzosen. ;)

Wobei das teilweise schon sehr ungewohnt aussieht, wenn man sich die starken Kerben in der Dämpfung ansieht, die über die Laufsohle dann doch wieder verbunden werden. Die Dämpfung nennt Salomon übrigens Infiniride und soll besonders dynamisch und gleichzeitig langlebig sein.

Das Mesh des Obermaterial ist sehr luftig, aber mit vielen Applikation versehen, die Schutz oder Verstärkung bieten. Die Konstruktion kommt so ohne Innennähte aus und verhindert damit Druck- und Scheuerstellen an den Füßen.

Daher sitzt die Schnürung auch als extra Element auf dem Obermaterial und sieht fast schon etwas zu massiv aus. Doch das ist auch beim Vorgänger nicht viel anders gewesen und hat gut funktioniert.

Die Ferse ist dafür etwas minimaler ausgefallen, bietet aber eine komfortable Polsterung und guten Halt. Unterhalb der Knöchel wir das ansonsten dünne Obermaterial durch zwei halbrunde Polster verstärkt.

Laut meiner Waage fällt der Predict 2 mit 657 Gramm für beide Schuhe in meiner Größe so gerade noch ins Mittelgewicht. Damit ordnet er sich bei den Allroundern ein und ist nur unwesentlich schwerer als sein Vorgänger.

Erfahrungen beim Laufen

Salomon selbst sieht den Schuh aber nicht nur beim Training, sondern auch bei Wettkämpfen. Das Gewicht widerspricht dem ein wenig, allerdings ist das nicht alles.

Der Predict 2 punktet mit einem hervorragenden Sitz und einem echt guten Laufgefühl. Das war auch schon beim RA der Fall, allerdings fühlte der sich etwas behäbig an. Das ist der Predict 2 ganz sicher nicht!

Für mich ist der Predict 2 wieder einer dieser Schuhe, die ich beim Laufen komplett vergesse. Da drückt und stört nichts, die Dämpfung ist weder zu hart noch zu weich und meine Füße dürfen einfach genau so laufen wie sie es wollen. Neben dem reinen Laufgefühl bestätigen aber auch so einige Messwerte, dass der Predict 2 bei mir wirklich gut funktioniert.

So ist zum Beispiel bei Läufen mit dem Salomon meine Leg Spring Stiffness besonders hoch und die FormPower besonders niedrig (beides sind Stryd-Metriken). Das spricht für eine gute Laufeffizienz. Aber auch mein kleines Lauflabor „Runscribe Plus“ bescheinigt dem Predict 2 sehr gute Werte und sieht ihn in den TOP5 meiner Schuhe.

Spaßfaktoren / Eignung

Nicht jeder Schuh eignet sich für jede Art von Training oder Wettkampf. Das ist (neben dem Schuh an sich) abhängig von Lauferfahrung, Leistungsstand, Gewicht und persönlichen Vorlieben. Meinen Spaß mit dem Schuh würde ich für folgende Kategorien so einschätzen:

Gemütliche Hausrunde
100%
Tempolauf
100%
Intervalle
60%
10k-Wettkampf
80%
Halbmarathon
80%
Langer Lauf
100%

Meine Meinung

Salomon Predict 2
Überraschender Top-Schuh
Der Salomon Predict 2 ist ein unauffälliger Champion. Durch keine seiner Eigenschaften macht er besonders auf sich aufmerksam - und doch ist das Gesamtpaket absolut überzeugend. Er gehört definitiv zu den Schuhen, die ich nie allzu weit weg stelle. :)
Qualität
Funktion
Aussehen
Preis / Leistung
4.9
Bewertung
  1. interessanter Schuh – hatte Salomon für die Strasse etwas aus den Augen verloren, ausser natürlich meinen geliebten S-Lab Sonic 2:-) Mal schauen, der Schuh kommt ja erst 2021 in den Fachhandel, aber die Farbe passt ja auch besser ins Frühjahr, da wird er nicht so schnell schmutzig;-)

    1. Hi Marcel, also meiner ist bisher auch herbst-tauglich. ;) Für die Strasse kommt da sicher auch noch mehr von Salomon. Ich warte zum Beispiel auch auf den Phantasm, der ja angeblich universell (Trail + Strasse) funktionieren soll.

      1. Du meinst sicher den Pulsar und nicht den Phantasm (beide aus der S-lab Serie). Der Phantasm ist der (inoffizielle) Nachfolger des og. S-Lab Sonic 2 und ein reiner Strassenschuh. Selbst als reiner racing flat ist er mir persönlich deutlich zu minimalistisch – das ist kein Upper mehr sondern eine zweite Hautschicht. Das kann man mögen, aber für mich ist das Zuviel des guten. Das lässt sich leider bei der gesamten S-lab Serie beobachten: auch der neue Ultra 3, den ich eigentlich liebe, ist z.B. rund um den Knöchel inzwischen so minimalistisch, dass das je nach persönlicher Anatomie einfach nur in den Knöchel einschneidet. Mit einer klassischen Fernsenkappe hat das nichts mehr zu tun – eher mit den ersten Nike Free Modellen von vor ein paar Jahren;-).

        Der Pulsar, ist hingegen ein 170g leichtes Federgewicht mit door-to-trail Sohle.

        1. Hi Marcel, ich meine schon den Phantasm. Salomon bewirbt ihn als „für jedes Gelände“, was bei der Sohle wahrscheinlich schwierig wird. ;) Mal sehen wie Kilian mit dem Schuh bei seinem 24h-Projekt zurecht kommt. Für ihn kann der Schuh sicher nicht minimalistisch genug sein.

          1. da hast Du wahrscheinlich recht;-) Bin auch gespannt, wie er das meistern wird. Und auch auf den Pulsar, der ja noch mal fast 30g leichter sein soll und das trotz Trail-Sohle, das wäre ja der Hammer, aber die Mischung aus dem Knit-Mesh + Trailsohle sieht für mich optisch wie funktionell deutlich spannender aus als der Phantasm mit seiner „Schlangenhaut“ – aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden:-)

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Ich bin der Harlerunner

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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