Lesezeit: ca. 11 min

Vorgeschichte

Was gab es damals einen Hype um die Spartan Ultra. Jeder hatte das Gefühl, die Ambit3-Serie bekommt ein Farbdisplay, ein chices Menü und einen Touchscreen. Basierend auf den bewährten Funktionalitäten wäre das wirklich ein Highlight gewesen. Doch mit dem Marktstart im August 2016 hatte die Uhr gerade mal die notwendigsten Grundfunktionen. Selbst das GPS war nicht so berauschend. Man konnte nicht einmal die Sportmodi anpassen. Alles war sehr spartanisch… ;)

Das hat sich über die Firmware-Updates zwar mit der Zeit etwas gebessert, aber viele Ambit3-Funktionen sucht man weiterhin vergeblich auf der neuen Plattform. Suunto hat die Spartan-Serie dann um eine unübersichtliche Anzahl weiterer Modelle ergänzt. Es kam ein optischer Herzfrequenzsensor hinzu und das sogar in günstigen Einsteigermodellen. Mittlerweile war das GPS ganz gut und die Uhren insgesamt „benutzbar“. Dann hat Suunto offensichtlich einen Strich unter den aktuellen Stand gemacht und mit der Suunto 9 ein „neues“ Premium-Modell auf den Markt gebracht.

Produkttest

Suunto 9 BARO

Herstellerlink
Suunto 9 BARO
Preis
ab ca. 600 Euro
Aktiv getestet
18 Wochen

Anzeige: Die Suunto 9 konnte ich mit Unterstützung des Herstellers vergünstigt kaufen. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.

Review

Neues Ziffernblatt-Design

Neues Ziffernblatt-Design

Revolution oder Evolution?

Man hätte die neue Uhr auch Spartan Ultra II nennen können, denn sie ist eher ein Update als eine neue Entwicklung. Die Funktionalität entspricht zu 90% der Spartan Ultra und wurde nur an einigen Stellen ergänzt. Die sind allerdings nicht ganz unwesentlich. Auch bei der Hardware-Ausstattung hat sich einiges geändert, so dass der Schritt, daraus eine neue Modellfamilie zu machen, nicht falsch ist. Trotzdem bleibt für alle Besitzer von Spartan-Uhren jetzt der fahle Beigeschmack, dass ihre Modelle auf dem Abstellgleis stehen könnten…

In der Praxis

Dies wird kein ausführlicher Produkttest. Mittlerweile gibt es dazu viele gute Quellen im Netz wie DC Rainmaker (natürlich…) oder Uhren und Touren. Aber ich kann berichten, welche Erfahrungen ich in den letzten gut drei Monaten mit der Suunto 9 gesammelt habe.

Suunto 9 Lieferumfang

Suunto 9 Lieferumfang

Was mir gut gefällt

Design

Genau wie die Spartan Ultra kommt auch die Suunto 9 extrem hochwertig daher. Wenn man 600 Euro für so eine Uhr ausgibt, darf man das auch erwarten. ;) Sie wirkt längst nicht so klobig wie ihre Dimensionen es eigentlich vermuten ließen. Hilfreich ist dabei auch der neuen Bandanstoß, der den Wechsel des Armbandes zulässt. Das Original-Armband ist eher wuchtig, aber mit einem Austausch läßt sich die Suunto 9 nochmal deutlich verschlanken und auch für schmalere Handgelenke tragbarer machen.

Die Armbänder sind jetzt schnell wechselbar

Die Armbänder sind jetzt schnell wechselbar


An breiten Handgelenken gut tragbar

An breiten Handgelenken gut tragbar


Linke Seite mit Öffnungen für das Barometer

Linke Seite mit Öffnungen für das Barometer

Bedienung

Eigentlich bin ich kein Freund von Touchscreens bei Laufuhren, aber bei der Suunto 9 funktioniert der einfach hervorragend. Zudem sind alle Funktionen auch über die drei Drücker erreichbar, so dass man nie auf den Touchscreen angewiesen ist. Doch während man per Tastendruck die Bildschirme nur in eine Richtung durchblättern kann, ermöglicht der Touchscreen beide Richtungen. Das ist schon nicht unpraktisch. Die Menüführung ist nachvollziehbar und an vielen Stellen gut gelöst.

Seitenansicht mit den drei Bedienknöpfen

Seitenansicht mit den drei Bedienknöpfen

Die Benutzeroberfläche ist sehr schön gestaltet, finde ich. Das macht die Suunto 9 zur Apple Watch unter den Laufuhren. ;) Auch ist das Display hochauflösend und gut ablesbar. Man kann (wie bei der Ambit3-Serie) zwischen weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund und dessen Umkehrung wählen. Mit bis zu sieben Datenfeldern pro Bildschirm wird es teilweise ziemlich voll, aber das hat man ja selbst in der Hand.

Anzeige mit sieben (eigentlich acht!) Metriken auf einem Bildschirm

Anzeige mit sieben (eigentlich acht!) Metriken auf einem Bildschirm

Eine Besonderheit ist die Anzeige der gelaufenen Runden. Sie ist ziemlich gut auf die eigenen Bedürfnisse anpassbar was die Datenfelder angeht. Für Intervalle gibt es sogar eine eigene Bildschirmdarstellung.

Native Stryd-Unterstützung

Die Suunto 9 versteht sich mit Powermetern – auch fürs Laufen. Damit stehen die ermittelten Watt des externen Sensors als native Metrik zur Verfügung und können genau so verwendet werden wie die Herzfrequenz oder Pace. Wie großartig das ist wird jeder verstehen, der auf das eine (!) Stryd-Datenfeld auf seiner Garmin angewiesen ist. ;) Mit der Suunto 9 kann ich mir z.B. die aktuelle Leistung und die Durchschnittsleistung gemeinsam auf einem Bildschirm anzeigen lassen – zusätzlich noch den Durchschnitt der Runden in der Zusammenfassung. Zusätzlich können natürlich Distanz und Pace vom Stryd übernommen werden, die meiner Erfahrung nach deutlich genauer als GPS-basierte Werte sind. Was nicht übertragen wird: Stryd-eigene Metriken wie Leg-Spring-Stiffness.

Trainingszonen

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Uhr ist die Möglichkeit, individuelle Trainingszonen pro Sportart anzulegen. Herzfrequenz, Pace und Power dürften sich beim Laufen, Radfahren und Schwimmen deutlich voneinander unterscheiden. Die Suunto 9 ist die einzige Uhr auf dem Markt, die dem Rechnung tragen kann. Das führt auch zu einer grafischen Auswertung der Zeit in den jeweiligen Zonen auf der Uhr und zur Möglichkeit eine Trainingszone als Ziel zu definieren (dazu gleich mehr).

Auswertung der individuellen Intensitätszonen

Auswertung der individuellen Intensitätszonen

Was ich ganz ok finde

Akku-Management

Das innovative Akku-Management der Uhr ist ein Highlight für Ultra-Läufer. Man kann zwischen verschiedenen Profilen wählen und im Grunde durch eine Verschlechterung der Aufzeichnungsdichte eine Erhöhung der Akkulaufzeit erreichen. Mit FusedTrack wird dabei sogar der Track zwischen zwei GPS-Messpunkten anhand der Daten der Bewegungssensoren errechnet.

Auswahl des Batteriemodus

Auswahl des Batteriemodus

Da ich keine Ultras laufe, profitiere ich von der Funktion nur selten – zum Beispiel dann, wenn ich mit zu leerem Akku eine Laufeinheit starten will. Dann bietet mir die Suunto 9 nämlich direkt an, in den nächsten Energiespar-Level zu wechseln. Das Gleiche passiert auch während eines Laufes und man kann nahtlos umstellen. Kurz bevor gar nichts mehr geht, schaltet die Uhr sogar alles bis auf den Timer ab. Gleichzeitig merkt sich die Uhr aber auch die üblichen Lauftage und erinnert bei niedrigem Batterielevel am Tag vorher ans Aufladen.

Ziele

Bevor eine Aktivität gestartet wird hat man die Möglichkeit, ein Ziel anzugeben. Das kann ein allgemeines Ziel wie Distanz oder Dauer sein oder der Aufenthalt in einer bestimmten Intensitätszone oder eine Kombination aus beidem. Bei den Intensitäten kann man Herzfrequenz, Pace oder Leistung auswählen und dann die gewünschte Zone. Das greift natürlich auf die pro Sportart individuell angelegten Trainingszonen zurück. Das Problem ist nur: sinnvoll nutzbar ist das eigentlich nur für Grundlagenläufe. Denn die Intensitätsvorgabe gilt ja dann für den kompletten Lauf. Dafür gibt es (in den vorkonfigurierten Sportmodi) eine grafische Rückmeldung über die Ziele.

Was mir nicht gefällt

Herzfrequenz-Messung

Die optische Herzfrequenz ist für mich sehr unzuverlässig. In den ersten zehn Minuten bekomme ich eher die Schrittfrequenz angezeigt (Cadence-Lock…) und auch danach bleibt natürlich eine Unsicherheit. Das lässt sich leider auch nicht durch ein noch strammeres Tragen der Uhr verbessern oder durch eine Veränderung der Position. Auch der Versuch einen seitlichen Lichteinfall zu verhindern bringt keine Besserung. Selbst beim Brustgurt hatte ich schon merkwürdige Aufzeichnungen – allerdings mitten im Lauf und nur ein einziges Mal. Trotzdem: es kann nicht sein, dass so ein zentrales Update-Feature nicht sauber funktioniert.

Optischer Herzfrequenzsensor

Optischer Herzfrequenzsensor

Strukturiertes Training

Folgt man einem Trainingsplan, gehören immer auch strukturierte Trainingseinheiten dazu wie Tempoläufe, Intervalle oder Kombinationen daraus. Ich finde es ganz praktisch, wenn mich die Uhr dabei unterstützen kann, indem sie vorgibt wann das nächste Intervall startet und vielleicht auch noch die Intensität. Die Ambit3-Reihe hat dafür ein Planungstool, um solche Einheiten anzulegen und dann auf die Uhr zu übertragen. Bei der Suunto 9 gibt es nur eine rudimentäre Intervallfunktion. Das bedeutet: ähnlich wie bei den Zielen muss man vor dem Lauf die Intervalle definieren: Belastungszeit, Erholungszeit und Anzahl der Wiederholungen. Gestartet wird das Programm dann aus der laufenden Einheit heraus. Man kann also selbst bestimmen, wann man warm gelaufen ist und mit den Intervallen anfangen will. Kleiner Haken: das funktioniert nur, wenn das ausgewählte Sportprofil auch einen Screen für Intervalle eingerichtet hat. Man kann also nicht mit jedem beliebigen Profil laufen, sondern braucht im Zweifelsfall extra eines für Intervalle.

Activity Tracking

Ganz ehrlich: ich brauche bei einer Laufuhr kein Activity Tracking. Das ist immer die erste Funktion die ich deaktiviere. Ich will meine Schritte nicht zählen und erst recht nicht ständig an Bewegung erinnert werden. Die Suunto 9 kann das alles natürlich auch – allerdings lässt sich das nicht abschalten. Einmal am Tag bekommt man ungefragt und immer zur gleichen Zeit seine Tagesstatistiken aufgedrängt. Das darf ja gerne alles da sein für die, die es brauchen. Aber wenn es doch sogar schon im Menü einen Aus-Schalter dafür gibt, warum darf ich ihn dann nicht aktivieren (er ist ausgegraut)?

Activity Tracking

Activity Tracking

Preis

Im Grunde bin ich damit schon fast beim Fazit: die Uhr ist für die gebotenen Funktionen einfach zu teuer. Auf dem Preisniveau einer Garmin Fenix 5 würde ich deutlich mehr Funktionalität erwarten. Oder zumindest eine perfekte Umsetzung der vorhandenen Funktionen. Mit dem Batteriemanagement inklusive FusedTrack und den sportartspezifischen Trainingszonen hat die Suunto 9 zwar ein deutliches Alleinstellungsmerkmal, aber das macht für mich nicht den hohen Preis aus. Es lohnt sich definitiv auch ein Blick auf die Spartan Ultra, die nur etwas mehr als die Hälfte kostet! Hoffentlich wird die Uhr auch weiterhin regelmäßig mit Updates versorgt und bleibt zumindest in den Kernfunktionen auf dem Stand der Suunto 9…

Bewertung

Meine Meinung: Kommt sehr darauf an…

Insgesamt ist die Suunto 9 schon eine gute Uhr – keine Frage. Doch neben einigen einzigartigen Funktionen bringt sie leider nur eine gerade noch ausreichende Funktionsausstattung mit. Ich erwarte schon, dass sich daran über Firmware-Updates noch etwas ändern. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das die Lücke zu den Mitbewerbern schließen kann. Für Ultraläufer ist die Suunto 9 auf Grund ihres Batteriemanagements aber sicher eine große Bereicherung.

Weitere Meinungen und Reviews

DC Rainmaker

What is clear though is that Suunto’s work in long-battery conditions is incredibly cool, and definitely market leading. If you’re someone aiming to do a run (specifically, a run) more than 32 hours, then the Suunto 9 most definitely should be atop your list. The 32-hour marker is the max that Garmin can do at 1-second GPS recording, so once you’re beyond that point it comes down to a low-battery bake-off between Garmin and Suunto, and Suunto’s tracks win every time in that mode due to their new FusedTrack. As I said, it’s incredibly cool. Absolutely perfect? No. But still really damn cool and better than what Garmin offers.

If you’re using the device for under 32 hours of GPS-battery life, then the Suunto 9 pitch is a tougher one. Virtually all the features implemented into it were targeted at the Ultra runner. The company eschewed adding in some of the lower priced Suunto 3 features around adaptive training plans into the Suunto 9 – thus minimizing appeal to those who might want those functions and aren’t planning on running a 50K race anytime soon.

Road Trail Run

Despite my gripes about the currently disjointed web platforms/apps, lack of apps that can be loaded to the watch (such as you could with the Ambit series and especially with Garmin) and currentl weak 24/7 data tracking/storage, the Suunto 9 Baro is one of the best, if not the best GPS watch, on the wrist sports instrument, on the market today and certainly the best watch Suunto has produced. GPS accuracy is as good as it gets, altitude is accurate, wrist HR accuracy is very good for the most part.

What really sets the S9 apart is the FusedTrack and intelligent battery modes. This is a game changer for the Ultra endurance, hiking, trekking, and mountaineering communities who put a very high premium on battery life. Being able to record accurate, or reasonably accurate data in Endurance or Ultra mode is a huge advantage over anything currently available, including the new 32 hour spec Fenix 5X Plus. The typical Suunto customer may likely not care as much about custom watch faces, widgets, 24/7 tracking or smartwatch functionality, but I would love to see Suunto catch up in many of these areas and get their web platforms/mobile apps more rapidly consolidated into one app while expanding their functionality. This would open up their market greatly.

Shop-Empfehlungen

Wenn Du auf der Suche nach einem passenden Shop bist, kann ich Dir aus eigener Erfahrung folgende Anbieter empfehlen:

Durch die Nutzung dieser Affiliate-Links erhälst Du den gewohnt guten Preis und Service der Shops und unterstützt gleichzeitig meine Arbeit an HarleRunner. Mehr Informationen zu den Partnerprogrammen erhälst Du hier.

Die Suunto 9 Baro im Praxistest
6.8Gesamtpunktzahl
Qualität10
Funktion5
Aussehen10
Preis / Leistung2