Nylon-Armbänder für Laufuhren

Achtung: Spezialthema. ;) Ich sehe nur wenige Läufer, die das mitgelieferte Armband ihrer Laufuhr gegen ein anderes tauschen. Es gibt ja auch eigentlich keinen Grund dafür. Also… eigentlich.

Der Standard-Anstoß

Was bei Alltags-Armbanduhren ganz normal ist, ist bei Laufuhren eher die Ausnahme: der Standard-Anstoß. Damit ist gemeint, dass das Uhrengehäuse mit Hörnern versehen ist, die das anbringen von beliebigen Armbändern in der entsprechenden Anstoßbreite erlauben. So kann man das edle Lederband seiner Schweizer Uhr im Sommer gegen ein Metallband tauschen. Oder der Mode anpassen. Und ist dabei nicht auf spezielle, nur vom Hersteller der Uhr gelieferte Varianten angewiesen.

Stattdessen war bei Laufuhren lange erstmal nichts untereinander kompatibel. Jeder Hersteller hat (teilweise pro Uhrenmodell) seine eigene Lösung gefunden.

Das Bild ändert sich erst in letzter Zeit ein wenig. Garmin setzt zum Beispiel auf einen einheitlichen Steg und sein Schnellwechselsystem für die Armbänder. Auch Suunto lässt über ähnliche Anstöße ein Austausch der Bänder zwischen den Modellen zu.

Einen echten Standard-Anstoß bieten alle Coros-Modelle und zum Beispiel die Polar Grit X. Beide Hersteller benutzen für die Armbänder ein Schnellwechselsystem über den Federsteg.

An den kleinen hervorstehenden Nasen kann man den Federsteg ohne Besteck zusammendrücken und so das Armband vom Gehäuse lösen – oder es wieder einsetzen. So lassen sich einfach die Armbänder tauschen. Vielleicht will man durch eine andere Farbe mit der Uhr auffallen oder sie im Alltag an einem schönen Lederarmband tragen.

Das Spannende am Standard-Anstoß ist natürlich, dass die Bänder bei gleicher Anstoßbreite auch zwischen Herstellern getauscht werden können.

In diesem Fall haben beide Uhren eine Anstoßbreite von 22 Millimetern und ein Gehäuse, das dem freien Tausch nichts in den Weg stellt.

Damit kann ich nicht nur das schöne Polar-Lederarmband an meiner Coros tragen, sondern mich ganz frei aus dem riesigen Angebot an Armbändern bedienen. Natürlich ist Amazon ein großer Marktplatz dafür und man bekommt für kleines Geld wirklich brauchbare Ersatzbänder (siehe Bezugsquellen).

Nylon-Armbänder

Ich gebe zu: selbst für die Uhren ohne Standard-Anstoß hatte ich immer schon mindestens eine weitere Bandfarbe im Einsatz. Ich mag es einfach, zwischen auffällig und unauffällig wechseln zu können. Aber außer der Farbe gab es bisher keinen großen Unterschied zwischen den Armbändern.

Ein Game-Changer war für mich dann die Coros Pace 2, die mit ihrem Nylon-Armband den Rekord als leichteste GPS-Uhr der Welt beansprucht. Das Armband unterscheidet sich nicht nur durch das leichte, gewebte Material, sondern auch durch den Verschluss.

Hier gibt es nämlich nicht zwei Teile, die über eine Dornschließe verbunden werden, sondern eigentlich nur eines. Das Band führt vom einen Anstoß um den Arm zum anderen Anstoß und ist dort durch einen Schlitz geführt.

So kann es absolut frei in der Länge angepasst und dann mittels Klettverschluss an sich selbst befestigt werden. Zusätzlich ist das Ende des Bandes mit einem Kopfstück versehen, das ein Durchrutschen am Anstoß verhindert.


Das Original-Coros-Band hatte für mich einen optischen Makel: es ist schwarz, während die Pace 2 selbst dunkelblau ist… Doch auch hier hatte das Kaufhaus „von a bis z“ etwas im Angebot: es gibt nahezu baugleiche Bänder!

Wie man sieht ist das Ersatzband ein wenig länger und blau. :) Ansonsten ist neben der Dichte des oberflächlichen Gewebes kein Unterschied zu erkennen.


Selbst Anzahl und Größe der Klett-Pads sind identisch. Es fehlt eigentlich nur das Coros-Logo. Dafür kosten sie aber auch nur ein Drittel. ;)

Und was es für die Coros Pace 2 in 20 Millimetern Anstoßbreite gibt, ist natürlich auch in 22 Millimetern verfügbar.

Ein winziger Unterschied ist mir dann doch aufgefallen: bei den nachgekauften Bändern liegt die Nase des Federsteges auf der anderen Seite. Das müssen Linkshänder erfunden haben, denn diese kleine Änderung macht den Wechsel nicht einfacher – bis man den Dreh raus hat.

Ergebnis

Ich kann mir im Moment nicht mehr vorstellen, eine Laufuhr an einem Silikonband zu tragen. Der praktische Nutzen und der Komfort der Nylon-Bänder sind einfach zu überzeugend.

Das beginnt schon mit dem Anlegen: kein Fummeln mit der Dornschließe, einfach Arm durch und festziehen. Gleichzeitig ist die Uhr dabei perfekt und ohne Abstufungen in der Weite zu justieren. Selbst beim Laufen ist die Uhr mit einem Handgriff ein kleines bisschen weiter oder lockerer gemacht.

Nach meinem Empfinden schmiegt sich das Nylonband auch deutlich besser um den Arm. Das merkt man nicht nur im Komfort (da drückt einfach nichts), sondern es soll auch positive Auswirkungen auf die Qualität der optischen Pulsmessung haben.

Durch die absolut variable Längenverstellung ist es auch etwas einfacher, die Uhr über der Kleidung zu tragen. Das mache ich im Winter eigentlich immer und es gibt viele Bänder, die ich bei entsprechender Kleidung nur so gerade noch geschlossen bekomme. Bei den Nylonbändern bin ich da immer noch gut auf der sicheren Seite.

Einen kleinen Nachteil gibt es aber schon: das Gewebe des Armbandes muss nach dem Duschen trocknen. Ein Silikonband trocknet man grob ab und kann die Uhr direkt wieder anlegen. Beim Nylonband würde sich dann ein Feuchtigkeitsring an der Kleidung bilden. ;) Andererseits trocknet das Band so schnell, dass das kein echtes Problem ist.

Bezugsquellen

Wer ein Original-Ersatzband kaufen möchte, sollte sich natürlich zuerst in den Webshops von Garmin, Polar, Suunto oder Coros (bei EnjoyYourBike.de) umsehen. Ich muss zugeben: dort gibt es meist auch die schönsten Bänder. Vor allem Suunto macht da echt viel richtig.

Anstoßbreiten

Wer sich bei Drittanbietern umsehen möchte, braucht dafür fast immer die Anstoßbreite seiner Uhr. Es sei denn der Hersteller nennt direkt die passenden Modelle, was vor allem bei den Garmin-QuickFit-Bändern der Fall ist.

Die mir bekannten Breiten bei Uhren mit Standard-Anstoß sind:

20mm
Coros Pace 2
Garmin Forerunner 245
Garmin Forerunner 645
Garmin Vivoactive 3
Suunto 3
22mm
Coros Apex
Coros Apex Pro
Garmin Vivoactive 4
Polar Grit X
Polar Vantage M

Die größeren Garmin-Modelle (Forerunner 945 / Fenix) und auch die Coros Vertix haben zwar scheinbar passende Hörner, dort ist aber ein verschraubter Stift eingesetzt. Hier passenden dann ohne weiteres erstmal nur die Originalbänder.

Nylon-Armbänder

Die Nylon-Armbänder habe ich bisher nur von einem Anbieter gefunden. Es gibt sie in 20 und 22 Millimeter Anstoßbreite und vielen Farben. Ich hatte mir ein Zweier-Set in schwarz gekauft, von dem ein Band etwas reflektiert. Die kann ich empfehlen.

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Es gibt von den Bändern auch eine Version für Garmin-Uhren mit QuickFit-System. Da scheint an die Bänder von oben einfach nur ein Adapter angesetzt zu ein. Ausprobiert habe ich die noch nicht, daher kann ich über die Qualität leider nichts sagen.

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Ersatzbänder für Standard-Anstoß

Ich kann die Nylon-Armbänder nur empfehlen. Wer aber lieber ein Silikonband hätte, vielleicht in einer knalligen Farbe, findet aber auch eine gute Auswahl. Besondere Kreativität im Angebot darf man allerdings nicht erwarten. Da haben die Original-Hersteller mehr zu bieten.

Bei diesen Armbändern mit 22mm-Anstoßbreite muss man zusätzlich noch auf die Länge achten. Entgegen meiner Erwartung war für mich „S“ die richtige Größe.

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Ersatzbänder für Garmin QuickFit

Natürlich habe ich auch meine Garmin Forerunner 935/945 mit weiteren Armbändern ausgestattet. Das QuickFit-System lädt einfach dazu ein, mal eben das Armband zu tauschen – wenn man das möchte. Auch hier habe ich bisher gute Erfahrungen mit dem günstigen Ersatz aus dem Netz gemacht.

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    1. Komisch… Garmin selbst gibt als Ersatzarmband aber nur die Option „QuickFit 22mm“ an. Und dafür braucht es meines Wissens den breiten Steg, der mit zwei Schrauben an den Hörnern befestigt ist. Oder ist da ein dicker Federsteg eingesetzt?

      1. Ja, der Federsteg ist dicker, aber es gibt keine Schraube. Es passen auch die Bänder der fenix 5. Quickfix eben.
        Aber mit dünnerem Steg sollten auch Standardbänder passen.

        1. Spannend! Jetzt habe ich es auch auf einigen Bildern im Netz entdeckt. Wäre ja gut, wenn Garmin das bei den neueren Modellen beibehält.

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Ich bin der Harlerunner

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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