Polar Grit X im ausführlichen Test

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Ich war ehrlich gesagt ein wenig aufgeregt, als die ersten Ankündigungen zu einer neuen Polar-Uhr kamen. Dabei gab es bei der Vantage V durchaus Anlaufschwierigkeiten, die ich ungern wiederholen würde.

Gleichzeitig schein aber auch klar, dass Polar nun seine neue Plattform gut im Griff hat und ein weiteres Modell auf dieser Basis durchaus interessant sein sollte. Und die spannende Frage ist natürlich auch, ob und welche Funktionen ergänzt oder verbessert wurden.

Anzeige: Polar hat mir die Laufuhr für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.

Modelleinordnung

Die Polar Grit X und die Vantage V sind Geschwister, vielleicht sogar zweieiige Zwillinge. Sieht man sich die Vergleichstabelle des Herstellers an, fallen nur relativ wenige Unterschiede auf.

Neue Funktionen der Polar Grit X
– Hill Splitter
– FuelWise Smarter Energieassistent
– Routenplanung und Turn-by-Turn-Navigation mit Komoot
– 100 Stunden GPS-Tracking
– veränderter Precision Prime Sensor
– normale 22mm-Bandanstöße
– Kompass
– Wetteranzeige

Weiterhin nur bei der Polar Vantage V
Recovery Pro
Orthostatischer Test

Ich habe dabei leicht unterschlagen, dass die Grit X zwei Gramm leichter ist und eine höhere Wasserdichtigkeit hat. Ansonsten zählt Polar in der Vergleichstabelle über 100 identische Funktionen auf.

Was so viel bedeutet wie: es gibt Unterschiede zwischen den Modellen, aber der deutlich überwiegende Teil der Funktionen ist gleich. Daher möchte ich mich hier mehr mit den Unterschieden beschäftigen und gehe davon aus, dass Du Dir den ausführlichen Bericht zur Vantage V auch schon angesehen hast. ;)

Produkttest

Polar Grit X

Herstellerlink
Polar Grit X
Preis
ca. 430 Euro
Aktiv getestet
8 Wochen

Erster Eindruck


Die Polar Grit X kommt ein einem schönen Karton, der neben der Uhr (und ein wenig Papier) nur noch das Ladekabel enthält. Erfreulicherweise hat Polar hieran nichts geändert, denn der magnetische Teller hält sehr gut beim Laden und hat sich auch schon bei der Vantage V bewährt.

Das Gehäuse ist im Design etwas robuster geworden und hat eine breitere Lünette bekommen. Auch die Tasten sind etwas mächtiger geworden und jetzt rund statt länglich. Anordnung und Funktion entsprechen aber natürlich weiterhin dem Polar-Standard.


Neu sind auch die Bandanstöße, die nun beliebige Armbänder mit 22mm-Breite aufnehmen können. Polar liefert Silikon-Armbänder mit einem Schnellverschluss mit. Weitere Farben und auch eine sehr schöne Variante in Leder gibt es als Zubehör.

Precision Prime Sensor

Auch wenn Polar das nicht als Änderung ausweist, aber der optische Herzfrequenzsensor „Precision Prime“ scheint ein Update bekommen zu haben. Die Vantage V hat nur 9 der verfügbaren 10 LEDs benutzt (5x grün und 4x rot). Die Grit X benutzt alle 10 LEDs, von denen nun aber fünf Stück rot sind, vier orange und eine grün.


Ich gehe davon aus, dass die Lichtfarben unterschiedlich tief in die Haut eindringen und dadurch für die optischen Sensoren ein besseres Bild liefern können. Bisher hat sich Polar bei seinen OHR-Modulen immer verbessert (OH1 -> Vantage V), daher war ich auf einen Vergleich gespannt.

Bei diesem Testlauf hatte ich die Grit X am linken Handgelenk, die Vantage V rechts, und beide haben den optischen Sensor genutzt. Als Referenz war ausserdem die Garmin Forerunner 945 dabei, gekoppelt mit einem HRM-Run-Brustgurt. Auf der hügeligen Strecke ging der Puls einige Male hoch und runter, trotzdem waren alle drei System sehr, sehr dicht beieinander.

Erst im Detail sieht man, dass die Polar Grit X zwar einen identischen Pulsverlauf im Vergleich mit dem Brustgurt hat, allerdings um ca. 5 Sekunden verzögert. Bei der Vantage V beträgt der Nachlauf dagegen eher 10 Sekunden und die Herzfrequenz folgt auch nicht ganz so sauber dem Brustgurt-Verlauf.

Selbst beim Intervall-Training mit schnellen HF-Anstiegen zeigt die Grit X ein genau so gutes Bild. Ein minimaler Nachlauf ist vorhanden, aber es gibt keinerlei Ausreißer.

Wir halten fest: an meinem Handgelenk hat sich das Update des Precsion Prime Sensors positiv ausgewirkt. Ich bekomme nahezu die selben Ergebnisse wie mit einem Brustgurt, allerdings mit einer Verzögerung von ca. 5 Sekunden. Das ist mir bei Grundlagenläufen ehrlich gesagt ziemlich egal, weshalb ich den Brustgurt bei diesen Einheiten jetzt wieder zuhause lasse.

Bei Intervallen oder anderen schnellen Einheiten kommt es darauf an, ob man sie nach Herzfrequenz läuft oder in direktem Zusammenhang mit z.B. der Pace auswerten will. Für die Gesamtsummen und prozentualen Verteilungen macht die Verschiebung eigentlich keinen Unterschied.

GPS

Auch beim GPS hat Polar anscheinend nachgebessert. Unter freiem Himmel funktioniert die Technik meist tadellos, aber sobald es eine eingeschränkte Sicht zum Satelliten gibt scheiden sich die Geister. Vor allem beim Wechsel von Wald- und freien Passagen hat sich der „Vorgänger“ Vantage V bisher nicht mit Ruhm bekleckert.

Aus dem Vergleichslauf mit den drei Uhren (Grit X in rot, Vantage V in gelb und Forerunner 945 in blau) ergibt sich aber ein sehr gutes GPS-Bild. Obwohl die komplette Strecke unter dichten Bäumen oder direkt am Waldrand verläuft, leistet sich keins der Modelle einen Schnitzer. Nur wenn man ganz genau hinsieht, bemerkt man vereinzelt Schwächen bei der Vantage V.

Pace
Hat sich denn durch das GPS auch die Pace-Anzeige verbessert? Der Track zeigt ja nur wo ich lang gelaufen bin – nicht wie schnell. Auch hierzu gibt es eine Vergleichsgrafik des Laufs. A propos: ich habe natürlich nicht nur einen Vergleichslauf gemacht, doch da sich die Ergebnisse wiederholt haben, zeige ich nur den aussagekräftigsten.

Als Referenz dient wieder die Forerunner 945 – Pace und Distanz kamen vom Stryd. Den Werten liegt also auch keine exaktere Messung zugrunde, aber nach meiner Erfahrung sind die Werte deutlich verlässlicher als GPS-basierte.


Man sieht deutlich, dass sich beide Polar-Uhren bei der GPS-Pace immer mal wieder schwer getan haben. Wie gesagt: auf einer Worst-Case-Strecke. Im Großen und Ganzen meine ich zu erkennen, dass sich die Grit X auch hier wieder etwas besser geschlagen hat als ihre Schwester. Zur Ehrenrettung beider Uhren sei noch gesagt, dass die 945 ohne den Stryd auch keine besseren Ergebnisse geliefert hat…

Power
Zu guter Letzt noch ein Vergleich der Power-Werte. Diese sind bei den Polar-Modellen Grit X und Vantage V ja auch abhängig vom GPS und daher ergibt sich auch hier ein ähnliches Bild.

Der grundsätzliche Verlauf aller drei Kurven ist schon recht ähnlich, aber die absoluten Power-Werte unterscheiden sich deutlich. Ich hätte aber nicht gedacht, dass der Unterschied zwischen der Grit X und der Vantage V oftmals so groß ist.

Kinderkrankheiten

Bei der Inbetriebnahme hat meine Polar Grit X direkt ein Update auf die Firmware-Version 1.1.3 gemacht. Damit hatte ich dann absolut keine Probleme. Die Uhr hat sich nicht ein Mal aufgehängt, neu gestartet oder hätte eine Fehlermeldung von sich gegeben.

In einer Nacht hat „Nightly Recharge“ nicht funktioniert und es dauerte danach zwei weitere Nächte, bis ich wieder Werte bekam. Wahrscheinlich war ich daran aber selbst Schuld, denn an dem Abend hatte ich die Uhr lange nicht getragen und sie erst beim sehr späten zu Bett gehen wieder angelegt.

Was mir nur aufgefallen ist: beim Start der Navigation wird sehr oft der Kompass neu kalibriert. Ob das so gewollt ist, oder ein Bug, kann ich nicht sagen.

In der Praxis

Anzeige

Beim Display der Vantage V wird oft bemängelt, dass es zu dunkel sei. Im direkten Vergleich habe ich das Gefühl, dass die Grit X minimal heller geworden ist. In schwierigen Lichtsituationen finde ich es aber immer noch tendenziell zu dunkel. Leider gibt es auch keine Möglichkeit die Helligkeit selbst einzustellen.

Ansonsten scheint sich an der Anzeige nichts verändert zu haben – weder in der Größe noch sonstigen technischen Eigenschaften. Bei der Grit X ist allerdings ein Bildschirm hinzu gekommen, auf dem das Wetter angezeigt wird. Die Informationen kommen natürlich von der verbundenen Flow-App auf dem Handy.

Konnektivität

Die Grit X verbindet sich per Bluetooth LE mit allen Sensoren (Brustgurt, …) und der App auf dem Handy. Genau wie die Vantage V hat auch die Grit X mittlerweile die Möglichkeit, für Footpods wie den Stryd einen manuellen Kalibrierungsfaktor einzustellen. Überhaupt klappt das Zusammenspiel zwischen Polar und Stryd mittlerweile sehr gut – samt Pace- und Distanzmessung.


Mir gefällt auch gut, dass die Grit X den Batteriestatus der verbundenen Geräte erfasst (soweit verfügbar) und sich bei niedrigem Level meldet. Beim Stryd geschieht das zum Beispiel ca. bei 25% der Kapazität, so dass man früh genug gewarnt ist.

Hill Splitter

Der Hill Splitter der Grit X erkennt automatisch Anstiege, Gefälle und flache Passagen der Laufstrecke. Polar hat den Sportmodi dafür eine eigene Anzeige mit den entsprechenden Metriken spendiert und zählt dabei sogar die Hügel und Berge.

Ehrlich gesagt finde ich die Anzeige beim Laufen wenig interessant. Aber die Einteilung bleibt auch in der Auswertung erhalten und man kann sich so die unterschiedlichen Abschnitte gut ansehen. Man darf allerdings nicht erwarten, dass jeder kleine Hügel gezählt wird…

FuelWise

Mit FuelWise erweitert die Grit X die Smart-Coaching-Funktionen. Mit dem Assistenten kann man sich bei Wettkämpfen oder langen Trainingseinheiten an die Kohlenhydrataufnahme und das Trinken erinnern lassen. Die Intervalle lassen sich entweder manuell einstellen oder automatisch berechnen.

Dazu gibt man die geplante Lauflänge und die Intensität vor. Zusätzlich kann man noch die Menge der Kohlenhydrate pro mitgeführter Portion (Gels) angeben. Unter Zuhilfenahme von (laut Polar) „Trainingspensum und persönlichen Einstellungen wie Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht, maximale Herzfrequenz, Herzfrequenz in Ruhe, maximale Sauerstoffaufnahme sowie den aeroben und anaeroben Herzfrequenz-Schwellenwert“ wird man dann während der Einheit in Abhängigkeit von der erbrachten Anstrengung an die Einnahme des nächsten Gels erinnert.

Bei gleichmäßigen Belastungen braucht man natürlich keinen intelligenten Assistenten. Aber bei deutlich schwankenden Intensitäten stelle ich mir es sehr hilfreich vor, bedarfs- bzw. leistungsgerechte Erinnerungen zu bekommen. Leider konnte ich die Funktion noch in keinem Wettkampf testen. Bei langen Trainingsläufen in welligem Terrain schienen die Alarme relativ regelmäßig zu kommen. Das bedeutet im Zweifelsfall aber auch, dass man einen Kilometer vor dem Ziel nochmal daran erinnert wird, zu trinken oder zu essen… ;)

Grundlage für FuelWise ist natürlich eine Aussage darüber, wie hoch der Anteil der Energiebereitstellung durch Kohlenhydrate oder Fette bei der Belastung ist. Und das weist die Grit X auch unabhängig von der Verwendung des neuen Assistenten für jeden Lauf aus – samt zeitlichem Verlauf (Polar Flow).

Routenplanung und Turn-by-Turn-Navigation mit Komoot

Die Erweiterung der Navigationsfunktionen bei der Grit X ist ein interessanter Schritt. Vor allem, weil man Komoot als externen Anbieter dazu mit ins Boot geholt hat (was Garmin nahezu gleichzeitig übrigens auch gemacht hat). Damit hat man die Planung und Erstellung seiner Laufrouten also ausgelagert und synchronisiert die Strecken per Polar Flow einfach mit der Uhr.

Das geht grundsätzlich jetzt auch mit der Vantage V, allerdings bietet die Grit X zusätzlich noch Turn-by-Turn-Navigation an. Man bekommt also nicht nur die abzulaufende Strecke angezeigt, sondern zusätzlich noch Abbiegehinweise.

Das funktioniert erstaunlich gut und erspart einem, ständig mit einem Auge das Display zu checken. Bei eindeutigen Wegeführungen hat das in für mich unbekannten Gegenden prima funktioniert. Für meinen Lauf auf den Brocken zum Beispiel war diese Navigationshilfe vollkommen ausreichend. Bei anderen Strecken wäre ich damit allerdings verloren gewesen… Gibt es etwa einen Streckenabschnitt zwar auf der Komoot-Karte, nicht aber in der Realität (völlig zugewachsene Trampelpfade), und man muss von der geplanten Route abweichen, sollte man von der Polar keine Hilfe erwarten. Sie zeigt dann zwar noch an, in welcher Richtung der kürzeste Weg (Luftlinie…) zur geplanten Route liegt. Aber weil man die Karte auf der Uhr weder zoomen noch verschieben kann, bleibt man ansonsten orientierungslos.

Wer sich über diese Funktion noch detaillierter informieren will, sollte mal bei „Uhren und Touren“ vorbeisehen. Gerald hat gerade einen sehr guten Artikel darüber geschrieben, was man über die Grit-X-Navigation wissen sollte.

Bleibt noch zu erwähnen, dass Komoot zwar in seinen Grundfunktionen kostenlos ist, man aber für das Freischalten weiterer Kartenregionen zahlen muss. Zwar ist selbst das „Welt-Paket“ nicht übermäßig teuer, aber trotzdem sollte man den Kostenfaktor mit im Blick haben. Andererseits: man muss ja die Turn-by-Turn-Navigation nicht nutzen…

Erfahrungen beim Laufen

Alltagsgebrauch

Die Polar Grit X ist jetzt drei Monate lang mein ständiger Begleiter gewesen. Ich hatte sie nur zum Laden nicht am Handgelenk. Das ist für mich extrem ungewöhnlich, denn eigentlich trage ich meine Laufuhren nur zum Laufen und ansonsten eher hochwertige Mechanik. Das hat sicherlich teilweise etwas mit Bequemlichkeit zu tun, denn nachts wollte ich die Grit X zum Testen der Nightly-Recharge-Funktion sowieso tragen. Aber auch damit, dass mir die Optik der Uhr einfach gut gefällt – vor allem mit dem zusätzlichen Lederarmband, das sich Dank der Federstege und des Standard-Bandanstosses der Uhr schnell wechseln lässt.

Daneben finde ich aber auch die Smart-Notifications sehr praktisch. Kommt eine neue Meldung am Handy an, wird diese nicht einfach sofort an der Uhr angezeigt, sondern man erhält nur eine Benachrichtigung per Vibration, Ton und einem kleinen roten Punkt auf dem Display. Es ist also nicht so, dass der Tischnachbar beim Blick auf die Uhr sofort mitlesen kann… Die Anzeige holt die Grit X dann nach, wenn man sein Handgelenk zum Gesicht hebt oder das Touch-Display benutzt. Das finde ich gut gelöst.

Training

Auch mein Training habe ich in den letzten drei Monaten ausschließlich mit der Polar Grit X aufgezeichnet und in Polar Flow geplant – obwohl ich anfangs mitten in einem TrainingPeaks-Trainingsplan steckte, der sich eben nicht zu Polar übertragen ließ. Es war allerdings kein Problem, die wichtigen strukturierten Trainingseinheiten in Flow zu erstellen, auch wenn das dort verwendete Zonen-System keine allzu präzisen Vorgaben ermöglicht.

Beim Laufen fand ich es aber deutlich angenehmer, den Vorgaben der Grit X zu folgen als meiner Garmin (einige Testläufe habe ich parallel gemacht). Das Workout-Display finde ich viel übersichtlicher und nutzt ausserdem noch die aktuelle Pace vom Stryd, statt nur die GPS-Pace (Garmin).

Wie oben bereits angedeutet, bin ich auch alle Grundlagenläufe ohne Brustgurt gelaufen und hatte dabei nicht einen Lauf mit Aussetzern oder (offensichtlichen) Fehlmessungen. Einzig bei dem Brockenlauf haben die niedrigen Temperaturen auf dem Gipfel den Sensor überfordert und er hat falsche Werte ausgespuckt bis ich wieder in wärmeren Regionen ankam. Das wäre mir aber sicher auch mit jedem anderen optischen Sensor passiert.

Als sehr praktisch habe ich die Möglichkeit empfunden, während des Laufs die aktuelle Zone sperren zu können (Herzfrequenz, Pace oder Power). So konnte ich spontan entscheiden, ob mir dieser Zone-Lock bei einem bergigen oder heissen Lauf gerade helfen würde, meine Herzfrequenz nicht zu hoch werden zu lassen.

Im Zusammenspiel mit dem Stryd ist es natürlich so, dass die Grit X nur die reinen Power-Werte übernimmt (plus Pace und Distanz), aber nicht die zusätzlichen Metriken wie zum Beispiel Leg-Spring-Stiffness. Dazu ist ein zweiter, manueller Schritt notwendig: ein Offline-Sync des Stryd mit der App. Anschließend hat man im Stryd Powercenter aber alle Daten zusammengeführt – eine Lösung, mit der ich gut leben kann.

Kritik

Nach zwölf Wochen in der Polar-Welt habe ich aber nicht nur Lob für die Finnen. Und das beginnt mit der Positionierung der beiden Top-Modelle. Laut Marketing ist die Vantage V auf ambitionierte Läufer ausgelegt, während sich die Grit X eher an Outdoor-Enthusiasten richtet. Warum steckt dann der FuelWise-Assistent in der Grit X? Ausserdem ist in dem günstigeren Modell nun die neuere Technik verbaut (Precision Prime, GPS), auf die Besitzer der teureren Vantage V durchaus neidisch blicken könnten.

Mich hat auch manchmal gestört, dass sich einige Funktionen gegenseitig ausschließen. Habe ich zum Beispiel ein Training geplant (als strukturierte Trainingseinheit oder einfach nur mit einer Kilometer- oder Zeitvorgabe), kann ich nicht gleichzeitig eine Route benutzen. Auch kann ich mich nicht erst während des Laufs für eine Route entscheiden oder eine andere wählen. Dazu müsste ich die Einheit beenden und eine neue starten.

Weitere Kritikpunkte beziehen sich eher auf das Polar-Ökosystem. So gut mir auch Polar Flow als Herstellerportal im Vergleich mit den Mitbewerbern gefällt: so richtig rund ist das alles (noch) nicht. Warum kann ich nur nach Herzfrequenz oder Pace trainieren, nicht aber nach Power? Warum kann ich meine Trainings nicht benennen und sehe stattdessen nur die Sportart im Trainingskalender? Das ist nicht besonders hilfreich, wenn ich nach der letzten Intervall- oder Tempoeinheit suche…

Meine Meinung

Polar Grit X im ausführlichen Test
Kaufempfehlung
Für mich hat die Polar Grit X die Nase knapp vor der Vantage V. Wer auf den orthostatischen Test und Recovery-Pro verzichten kann, bekommt mit dem neuen Modell bessere Technik zum günstigeren Preis.

Im Vergleich mit den Mitbewerbern braucht sich die Grit X auch nicht zu verstecken. In ihrem Preissegment kann sie voll überzeugen und muss sich nur beim Thema Funktionsumfang von Garmin schlagen lassen.
Qualität
Funktion
Aussehen
Preis / Leistung
4.5
Bewertung
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  1. Da haste mal wieder einen feinen Bericht zurecht getippt.

    FuelWise finde ich schon ziemlich interessant. Das Design der Uhr auch. Allerdings ist mir die Marke nach meinen Erfahrungen nicht mehr sehr sympathisch. Insofern bin ich raus und warte auf den Nachfolger der Suunto 9.

    1. Danke Martin! :) Hab‘ auch echt lang dran gesessen….
      Du spielst auf Deine Erfahrungen mit dem defekten Brustgurt an? Ja, vom Kundenservice bei Polar hört man leider häufig solche Geschichten. Bisher hatte ich noch nie einen Grund den zu kontaktieren.

  2. Hallo Thomas,

    vielen Dank für diesen Bericht und die Auswertungen. Interessant zu lesen. Allerdings habe ich eine ähnliche Erfahrung wie Martin. Lange war ich Polar-Nutzer und habe mich dann entnervt abgewandt … Eine Frage habe ich jedoch zu der Grit. Vielleicht kannst Du sie beantworten. Ich habe leider eine Nickel-Allergie und sehe damit Edelstahlflächen oder -knöpfe immer kritisch. Um die optischen Sensoren, am Uhrenboden, sehe ich bei der Grit Edelstahl. Ist dieser nickelfrei?

    Viele Grüße
    Bernd

  3. Ich habe mir die Uhr kürzlich gekauft und bin restlos begeistert. Ich nutze auch Nightly Recharge und das ganze Zeugs gerne. Die Uhr macht Spaß. Hat guten Stryd Support (den man noch verbessern kann). Dennoch eine solide und gute Uhr

  4. Für mich stimmt das Gesamtpaket. Habe viele Uhren getestet. Mit garmin war ich gar nicht zufrieden. Viele Features. Kaum etwas ist richtig zuende gedacht. Polar hat eine tolle Uhr. Brauchbar. Das Nightly Recharge mag ich sehe. Ebenso polar Flow finde ich sehr gut gemacht. Man braucht nicht viel.
    Es ist einfach ein gutes Gesamtsystem. Auch für den Einstieg in die Wattmwasung finde ich die Uhr genial, wenngleich der Stryd natürlich noch mehr bietet aber auch gleich wieder noch einen Anschaffungspreis extra bedeutet. Bin happy mit der Uhr. Das review deckt sich auch mit meinen Erfahrungen

    1. Hi Frank, ich fände es gut, wenn man neben Nightly Recharge auch Recovery Pro (samt Orthostatischem Test) in die Grit X gepackt hätte. Mir ist Nightly Recharge manchmal etwas zu „kritisch“ nach Trainingstagen und ich kann dann nicht nachvollziehen, auf welchen Messwerten sich die Metriken dann genau beziehen. Obwohl die Aussage ansonsten meist ganz passend zu sein scheint.

  5. Als VV Besitzer besten Dank für den Bericht.

    Ich würde mir wünschen, dass es Polar als europäisches Unternehmen irgendwann mal schafft seit gut 70 Jahren gültige Maßeinheiten (geltend EU-weit) zu verwenden. Warum man nach 70Jahren noch immer Antik-Einheiten (ohne Alternative) verwendet, die mangels Herleitung lediglich als mathematische Ableitung der gültigen Einheiten definiert sind, ist mir ein Rätsel. Wenn die Polar-Uhren wirklich korrekt arbeiten würden, müssten diese zunächst in gültigen Einheiten rechnen, um die zwangläufigen Rundungen für die Antik-Einheiten zu vermeiden. Dann doch bitte auch den richtigen Wert anzeigen * kopfschüttel *

  6. Hi Harlerunner,

    wie immer sieht man bei neuen Uhren unglaublich viele „begeisterte Anwender“ mit ihren lobenden Kurztexten.
    Geschenkt…

    Ich wollte die Grit X nicht kaufen – ich nutzte die „Chance“ allerdings, wegen meiner defekten (Elektronikschaden) Vantage V eine Grit X als optionale Zweituhr zu erwerben. Ich hatte das Pech, nur noch wenige Tage bis zu einer großen Trainingseinheit zu haben, die unbedingt aufgezeichnet werden musste (Wie oft macht man einen 80-KM-Kracher?). Ein großer Versandhändler half mir beim Unterfangen mit gewohntem Blitzversand.

    Ich wusste vor dem Kauf, dass die Grit X kein Recovery Pro und keinen orthostatischen Test anbietet, was für mich ein absolutes Ausschlusskriterium war, aber ich dachte mir: „Wenn die Vantage V aus dem Service zurückkommt, kann ich sie weiter verwenden und nehme die Grit X einfach als Backup.“

    Ich mache es kurz:

    Das Display der Grit X ist kontrastreicher, die Ziffern werden sichtbar heller dargestellt. Die Displaybasis ist dunkler. Im fremdbeleuchteten Zustand (also Normalzustand) fällt bei der Grit X im Vergleich zur Vantage V auf, dass die Ziffern dezent bräunlich schimmern (bei der Vantage V bleiben sie neutral). Das kommt daher, dass das Display der Grit X einen gut sichtbaren Blaustich hat.

    Nach einem ersten Umbinden der Uhr (Ich finde das Armband der Vantage V besser.) und Check der Ruhe-HF im Sitzen war ich sehr erstaunt, was die Grit X mir anzeigte: 106. Tatsächlich waren es 65 Herzschläge pro Minute. Es dauerte wirklich lange (wesentlich länger als bei der Vantage V), bis sich die HF an der Grit X einpendelte.
    Dieses Phänomen beobachtete ich auch, als ich die Grit X testweise auf meinen Alltagswegen trug. Ideal waren dabei als „Testfeld“ meine kleinen Wege von und zur Arbeit von ca. 6,5 Kilometern. Gerade Strecke, keine Störungen – perfekt zum Ausprobieren.

    Den SuperGAU erlebte ich, als ich meine geplante Trainingsstrecke startete… Vom Start weg lag meine angebliche HF um die 120 und war wie festgenagelt. Ich dachte noch: „Irgendwann muss die Uhr sich doch einkriegen!“ – tat sie aber nicht. Nach fast 2 Stunden fiel dann endlich die angezeigte HF auf den Realwert. Aus Erfahrung war mir klar, dass meine THF (Trainingsherzfrequenz) schon die ganze Zeit über 30 Schläge niedriger lag.
    Kurzum: Ich war richtig, richtig sauer. Es war ein Glück, dass es trainingstechnisch sowieso ein mieser Tag wurde – nach 11 KM musste ich umkehren, weil ich muskulär nicht fit war, so hatte ich letztlich nur schlappe 22 KM auf der Uhr. – Den 80-KM-Kanten bestritt ich dann etwas später mit einer (jetzt halte Dich fest) neu gekauften, also zweiten Vantage V (Du weisst, ich habe die Vantage V hier stark kritisiert), nebenbei konnte ich dann auch feststellen, dass die „Ur-Vantage V“ ein etwas anderes Display hat als die Nachfolgeproduktion.
    Wer auf seiner Vantage V unten im Display ein silbern schimmerndes Logo (POLAR) sieht, hat die neuere Version.
    Apropos neu: „Pannen pflastern ihren Weg“: Die neue Vantage V, die ich erhielt, ließ sich nicht updaten. Es muss wohl eine große Charge erwischt haben – mehr möchte ich dazu hier nicht sagen…

    Was mir insgesamt bei meiner kurzen Erfahrung mit der Grit X auffiel:

    positiv

    – leicht am Handgelenk wie die Vantage V
    – Standard-Schnellverschluss-Armband ist praktischer als bei der VV
    – gute Knöpfe, toller Druckpunkt
    – Kompass an Bord
    – für Komoot-Fans ist „TBT“ mit Komoot zu haben

    neutral oder negativ

    – Uhr sitzt etwas schief am Arm
    – Gehäuse ist deutlich größer als VV
    – Display ist sichtbar blaustichig und dezent dunkler
    – OHR sehr schlecht; praktisch untauglich
    – kein orthostatischer Test, kein Recovery Pro

    Im Design-Vergleich zwischen Vantage V und Grit X sehe ich die Vantage V nun ganz weit vorn. Ich finde die (schwarze) Grit X geradezu hässlich.
    Ihr eingekesseltes Display wirkt sehr finster – da ist die Vantage „hell“ dagegen. :-) Das Gehäuse an sich finde ich einfach plump.

    Jetzt habe ich zwei Stück Vantage V zu Hause und hoffe, dass nicht so schnell ein Nachfolger rauskommt. ;-)
    Eins ist klar: Auf die Vantage V – auch wenn sie offensichtlich schnell kaputtgeht – ist (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) Verlass.
    Den orthostatischen Test nutze ich täglich – da will ich auch zukünftig nicht verzichten.

    Achso: Navigation läuft bei mir auch zukünftig über Google Maps und Smartphone. Mein Ausflug nach Komoot endete sehr schnell (Leider kriege ich meine 29 Euro nicht zurück…) Dieser Dienst nervt mich kolossal, außerdem finde ich es nichtintuitiv und fast schon kompliziert, mir da ’ne Route zusammenzubasteln. Bäh!

    Sportliche Grüße
    Frank

    1. Hallo Frank,

      da bin ich doch ehrlich gesagt überrascht. ;) Trotz Kritik an beiden Polar-Modellen hast Du nun also gleich drei der Uhren zuhause?! Da kann selbst ich nicht mithalten. :D

      Beim optischen Sensor der Grit X ist es sicher so wie bei anderen Herstellern auch: das funktioniert einfach nicht bei jedem gleich gut. Für mich ist der neue Sensor eine deutliche Verbesserung, bei Dir scheint der in der VV besser zu funktionieren und bei einigen sind vielleicht sogar beide komplett unbrauchbar. Davon sollte man seine Kaufentscheidung also nicht abhängig machen – bzw. sowieso direkt das Modell inklusive Brustgurt kaufen.

      Deine Beobachtung zur Vantage V finde ich sehr spannend. Bei meiner gehen die Striche auf dem Display rundum, ganz ohne Polar-Logo. Das ist ganz sicher eine aus der ersten Produktion. Was kannst Du denn für Unterschiede zur Version mit silbernem Logo im Display feststellen?

      Thomas

      P.S.: ich habe mir erlaubt, Deinen Namen für diesen Beitrag anzupassen und Deine zweite Notiz dazu entfernt.

  7. Hi Harlerunner,

    ich habe gut gelacht. :-) – Nein, ich vergaß zwei Dinge in meinem Beitrag:

    1. Die Grit X sandte ich ganz schnell nach meinem „Erlebnis“ zurück.
    2. Die Kompass-Funktion der Grit X scheint auch „ne Macke“ zu haben: Beim Aufschalten der Kompass-Ansicht meldete sich fast immer eine nervige Anzeige, ich solle meinen Kompass neu kalibrieren… Die Hölle.

    Zu Deinem Einwand, den optischen Sensor betreffend.
    Ich denke, wir sollten hier nicht das Wesentliche aus den Augen verlieren. Kaufen wir uns eine Uhr, um damit herumzuspielen und mögliche Fehler zu finden, die wir dann großzügig ignorieren – oder trainieren wir seriös und fühlen uns auf bestimmte Funktionen einer Sportuhr angewiesen, für die wir dann auch bereit sind, viel Geld zu bezahlen?
    Wenn mir ein Hersteller ein Produkt verkauft, das eine – für mich wichtige – Funktion anbietet (OHR ist inzwischen keine neue Technologie mehr…), dann erwarte ich, dass diese Funktion auch funktioniert. Wozu sollte ich mir sonst eine Sportuhr mit diesem Feature kaufen? Oder soll ich als Kunde mal eben ein paar Hundert Euro auf gut Glück hinlegen, frei nach dem Motto „Mal sehen, was geht – hoffentlich viel“? Ich gehe ja auch nicht zum Bäcker und kaufe ein Brot, das da herumliegt, auf gut Glück, dass ich noch reinbeißen kann, ohne ein paar Zähne zu verlieren.

    Die Kaufentscheidung treffe ich nicht für den Hersteller, um ihm zu gefallen oder ihn karitativ zu unterstützen, sondern für mich.

    Brustgurt: Wir sind beide Sportler, darum zähle ich auf Dein Verständnis: Ich bin auf meinen Strecken etwas länger unterwegs. Kürzlich waren es knapp 16 Stunden. Also meinst Du im Ernst, ein – schon rein auswertungstechnisch unnötiger – Brustgurt ist die Lösung?
    Demnächst werden es 20 Stunden sein. Niemand trägt da (Okay, vielleicht gibt es seltene Ausnahmen.) einen Brustgurt – das ist nämlich aus verletzungstechnischen, trageeigenschaftbedingten wie auswertungsspezifischen Aspekten selbstzerstörerisch bis komplett sinnfrei.

    Gute Frage zur Vantage V.
    Okay, Du hast das alte Modell (Version 1).
    Und jetzt wird’s komisch: Ich dachte noch vor dem Absenden meiner VV „Mach mal ein paar Screenshots, vielleicht gibt’s ja einen Unterschied, wenn die mir ein neues Display einbauen.“
    Ich machte leider KEINE Screenshots. Jetzt kann ich nicht mehr sagen, was die beiden Displays unterscheidet, ich habe allerdings den Eindruck, das neue Display ist irgendwie mit mehr Bunt… ;-) Vielleicht bilde ich mir das aber schlicht ein, denn ich konnte bisher eh kaum was auf den W-Faces erkennen und habe die Feinheiten auch geflissentlich ignoriert. Ziemlich bunt ist das Face, auf dem man nach dem morgendlichen Aufstehen die Schlafzeit stoppen kann („Sind Sie schon wach?“). Dass mir das so auffällt, liegt wohl aber eher daran, dass ich dieses Face und die Option, die Schlafzeit manuell zu beenden, bisher komplett ignorierte. Erst seit kurzer Zeit stoppe ich aktiv nach dem Aufwachen die Schlafzeit per Hand.

    Sage ich es mal so: Vermutlich sind die Displays gleich, bis auf das Polar-Logo unten. – Die umlaufende, silberne Minuten-Strichelung am Display-Rand ist nach wie vor da.

    *

    Danke Dir für die Anpassung meines Nicks. So kommt hier nichts durcheinander.
    Ich hätte ja gern „Frank“ behalten, aber dieser Nick war hier offensichtlich nicht geschützt. Am Ende ist es mir aber wichtig, dass ich nicht verwechselt werde.

    Sportliche Grüße
    Frank_BN

    1. Hi Frank, bei meiner Schwägerin zeigen weder die Garmin- noch die Polar-OHRs etwas an. Egal an welchem Handgelenk, egal wie stramm. Der Puls ist einfach Null. Während die selben Uhren bei mir sofort die richtige Herzfrequenz anzeigen. Einzig der Scosche-Sensor funktioniert bei ihr – warum auch immer. Natürlich wäre sie sehr enttäuscht, wenn sie sich eine teure Uhr wegen genau dieser Funktion gekauft hätte. Aber die Uhr ist ja nicht kaputt: bei mir funktioniert sie einwandfrei. Man kann bei dieser Technik einfach nicht erwarten, dass sie immer und bei jedem funktioniert. Ein Ferrari fährt auf Eis auch keine 250 km/h. ;)

  8. Hallo Thomas,

    toller Bericht – wie immer sehr informativ. Ich wechsle jetzt nach 4 Jahren von Garmin (Fenix 3) wieder zurück ins Polar – Lager. Bei Garmin wird man mit Daten zugeschüttet und es ist kompliziert daraus die „richtigen“ Informationen für sein Training zu erhalten. (Nur mit Umwegen über andere Portale bzw. Software wie WKO 5). Das Polar Flow Portal ist zwar nicht perfekt, aber im Grunde bekommt man dort alle wichtigen Infos und Auswertungen die wichtig sind. Ich habe jetzt seit ein paar Tagen eine Vantage V, an der ich bislang nichts auszusetzen habe. Ich überlege mir jetzt auch noch eine Grit X zu kaufen. Das einzige was mich stört ist die fehlende „Recovery Pro“-Funktion. Ich müsste dann auf Nightly Recharge ausweichen, da die Grit X Recovery Pro nicht unterstützt (warum auch immer…) Wie machst du es bei dir, machst du an deiner Vantage V jeden Tag den Orthostatischen Test oder reicht dir „Nightly Recharge“?

    1. Hi Bernfried,

      wenn Du beide Uhren hast, kannst Du doch weiterhin Recovery Pro der Vantage V benutzen? Aber wahrscheinlich wird nur eine Uhr bei Dir bleiben. ;) Ich habe jetzt drei Monate lang Nightly Recharge benutzt und werde auch bald einen neuen HRV-Vergleich schreiben. Für mich reagiert das System etwas zu empfindlich auf höhere Trainingsbelastungen. Am nächsten Tag ist der Status fast immer rot, während die anderen Systeme meinen Zustand deutlich positiver einschätzen. Grundsätzlich finde ich so einen nächtlichen Test aber deutlich sinnvoller, weil er weniger Ablenkungen hat.

  9. Hi Harlerunner,

    dass bei Deiner Schwägerin bei zwei Uhr-Modellen verschiedener Firmen per OHR nichts angezeigt wird, nehme ich zur Kenntnis. Es fällt mir aber sehr schwer, dies zu glauben.
    Prinzipiell ist es ein Armutszeugnis für die Hersteller, wenn ihre Produkte nicht richtig funktionieren. Man müsste ihnen diese Produkte direkt um die Ohren hauen.

    Sag mal, steht irgendwo in der Bedienungsanleitung der Polar Grit X sowas wie: „OHR funktioniert nicht bei jedem. Sollte OHR nicht bei Ihnen funktionieren, ist dies kein Servicefall.“ ?

    Ich kann Dir sagen, warum der Ferrari bei 250 km/h auf dem Eis nicht fährt: Das hat der Hersteller für den normalen Betriebsfall nicht vorgesehen…

    *

    @Bernfried/Harlerunner: Wenn ich mich hier kurz einklinken darf, was RecPro und oT angeht:
    1. Der oT bietet harte Fakten an – der RecPro interpretiert sie. Der Unterschied ist, dass man den oT immer noch selbst interpretieren kann, und das ist der Vorteil. Gewöhnlich hat man es ansonsten ja nur mit BlackBoxes zu tun, deren Output man einfach glauben muss, weil man nicht weiß, was sich der Hersteller da zusammenreimt.
    2. Worum geht es: Dass ein System etwas analysiert, oder dass es macht, was wir wollen?

    Sportliche Grüße
    Frank_BN

  10. Hallo,

    @Frank_BN: Es stimmt, der oT zeigt dir nur die Werte an, während RecPro diese für dich auswertet. Das Problem ist sicherlich die Werte des oT für sich selber richtig zu bewerten. Ich habe viel darüber gelesen, aber eine gewisse Unsicherheit ob man die Werte richtig interpretiert ist immer vorhanden.

    @Thomas: Ich habe vor beide Uhren (Vantage V und Grit X) zu behalten, so dass ich quasi immer eine Uhr zum Wechseln habe. Ich habe jetzt auf beiden Uhren „NightlyRecharge“ eigestellt und mache hin und wieder mit der Vantage V einen oT um zu schauen ob die Ergebnisse beider Tests einigermaßen passen. Dann bin ich ja mal gespannt auf deinen neuen HRV-Vergleich…

    1. Hi Bernfried, ich stimme Frank_BN zu und bin auch immer für klare Messwerte, die ich (zur Not) selbst interpretieren kann. Beim orthostatischen Test bin ich da zwiegespalten, denn die Interpretation der beiden Ergebnisse (liegend/stehend) konnte mir selbst das Buch von Laura Hottenrott nicht gut genug erklären.

  11. Hallo Bernfried,

    Du schriebst: „Ich habe viel darüber gelesen, aber eine gewisse Unsicherheit ob man die Werte richtig interpretiert ist immer vorhanden.“

    Ich denke, dies ist auch völlig in Ordnung. Das liegt in der Natur der Sache.
    Wie auch schon der Harlerunner bez. des hottenrottschen Schmökers (den ich an anderer Stelle kritisiert habe) geäußert hat, geht es um die Interpretation, die sich aus langer Beobachtung/Erfahrung und wissenschaftlicher Expertise speist. Man kann es nicht wissen – man kann es nur abstrahieren und dabei eine gewisse individuelle Trefferquote erreichen.

    Die Aufgabe ist also, zunächst mal die Dinge zu verstehen, mit denen man hantiert: Was ist ein orthostatischer Test? Worauf beruht er und was drückt er aus? Was machen Herz und Kreislauf in bestimmten Situationen – bzw. was sollten sie idealerweise tun? Wie und warum ändern sich die Daten, wenn ich nach dem Liegen aufstehe?
    Man kommt zu keinen Erkenntnissen, wenn man das Wesen der Dinge nicht verstanden hat.
    Es gibt definitiv keine „Sicherheit“, sondern Wahrscheinlichkeiten. Und irgendwie sprechen doch die Daten Bände. Man muss es nur ablesen (können).

    Nochmal zu Deinen Ausführungen:

    Zitat: „Ich habe jetzt auf beiden Uhren „NightlyRecharge“ eigestellt und mache hin und wieder mit der Vantage V einen oT um zu schauen ob die Ergebnisse beider Tests einigermaßen passen. Dann bin ich ja mal gespannt auf deinen neuen HRV-Vergleich…“

    Warum tust Du das? Zunächst erfassen beide Tests etwas Anderes. Nomen est omen… Das kann man doch nicht vergleichen.
    Und ob ich mich nachts „erhole“, merke ich anhand dessen, wie ich mich fühle… Du nicht?

    Am Ende ist es unerheblich, mit welchen Spielzeugen man seine Zeit totschlägt und welche „Vergleiche“ man anstellt – Weiterbildung ist der einzige Aspekt, wenn man auch sportlich weiterkommen will. Sie holt einen aus dieser psychologischen Zwangjacke heraus, wonach man nur zufrieden wird, wenn die Meinung über ein Produkt oder dessen Pseudofunktionen okay ist.

    Sportliche Grüße
    Frank

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Ich bin der Harlerunner

Hier schreibt Thomas Pier über das Laufen und (deutlich mehr als nur die notwendige) Ausrüstung. Ich laufe weder besonders schnell noch weit. Aber ich teile gerne meine Erfahrungen, die ich als ambitionierter Freizeitläufer, neugieriger Early-Adopter und als mein eigener Trainer sammele.

Ich freue mich über jede digitale Kontaktaufnahme - noch mehr allerdings über jeden gemeinsam gelaufenen Kilometer.

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