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Die Kollektion von Soar Running braucht dringend eine gute Übersicht. Viele der Kleidungsstücke haben sehr spezielle Einsatzgebiete und die Abgrenzung untereinander ist nicht immer einfach.

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Für die Transparenz: Einen Großteil der hier gezeigten Produkte habe ich vom Hersteller zu Testzwecken gestellt bekommen. Dieser Artikel ist allerdings auf eigene Initiative und ohne Beteilungung von Soar entstanden.

Outing

Seit sechs Jahren bin ich ein begeisterter Fan der englischen Marke Soar Running und durfte bisher jede Kollektion ausgiebig testen. In meinem Kleiderschrank sammeln sich mehrere Generationen an T-Shirts, Shorts und Jacken. Und die werden auch genutzt: mittlerweile bin ich oft ausschließlich in Soar Gear unterwegs.

Ich traue mir also zu, die aktuelle Kollektion ein wenig zu ordnen und zu strukturieren, um die idealen Einsatzmöglichkeiten für die einzelnen Kleidungsstücke herauszuarbeiten. Dementsprechend ist das hier also meine Einteilung und nicht zwingend die des Herstellers!

Systematik

Genau genommen gibt es bei Soar 2.5 Produktreihen: RUN für Training und Wettkampf (linker Teil der Grafik), ELITE für Wettkämpfe von sehr ambitionierten Amateuren und Profis und die UTR-Reihe fürs Trailrunning. Wobei es aber bisher nur ein echtes UTR-Produkt gibt, daher habe ich sie für meine Übersicht zu ELITE gezählt (rechts).

Für die weitere Einordnung finde ich die Jahreszeiten bzw. das Wetter am hilfreichsten. In den untersten drei Reihen sind also alle aktuellen Soar-Produkte aufgeführt, zu denen ich vor allem bei kaltem Wetter greifen würde.

Ganz unten sind die wärmsten Kleidungsstücke zu finden, weiter oben die für mildere Temperaturen. Die beiden Reihen in der Mitte gehören dann dem Herbst und teilweise auch dem Frühling mit Regen, Wind und allgemein unbeständigem Wetter.

Im Sommer, bei warmen Temperaturen oder bei Wettkämpfen kommen dann die Klamotten aus den oberen vier Reihen zum Einsatz. Ganz oben finden sich also alle Produkte, die ich nur bei den schweißtreibendsten Läufen aus dem Schrank holen würde.

Die senkrechten Kategorien sollten selbsterklärend sein – nicht aber der Unterschied zwischen den einzelnen Produkten. Daher gehe ich die jetzt Kategorie für Kategorie und jeweils von Winter nach Sommer durch. Die Accessoires klammere ich dabei aus, denn darüber kann ich nichts aus eigener Erfahrung sagen.

Soar Gear Guide

Socken

Alle warmen Socken sind bei Soar aus Merino. Die beiden angebotenen Modelle unterscheiden sich nur nach der Länge: es gibt eine etwas kürzere Variante „Merino Ankle Sock“ oder die längere „Merino Crew Sock„. Einen wesentlichen Unterschied macht das meiner Meinung nach nicht, weil sich die Länge nicht großartig unterscheidet.

Die „All Weather Socks“ trage ich definitiv auch noch im Winter. Allerdings liegt ihre besondere Eigenschaft in dem Umgang mit Nässe: das Material ist leicht wasserabweisend. Das macht sie zwar nicht wasserdicht, aber nach einem Tauchgang in der Pfütze sind sie recht schnell wieder „trocken“ und man bekommt keine kalten Füße – egal zu welcher Jahreszeit.

Auch bei den Sommer-Socken finden sich die beiden Längen „Crew“ und „Ankle“ wieder. Von der längeren Crew Sock gibt es noch eine Variante aus besonders luftigem Material: die Super Crew Sock. Die habe ich bisher noch nicht ausprobiert, weil mir die normale Version der Socken eigentlich luftig genug ist.

Shorts und Tights

Ich muss zugeben: auch die Dual-Fabric Tights finde ich nicht super-warm. Hier zeigt sich wohl, dass Soar „Performance Wear“ anbietet. Zur Not ließen sich die aber auch mit der Run Trouser kombinieren, um eine zweite Schicht zu bekommen. Bei der Session Tight sind wir dagegen in einem Bereich, wo man auch schon eine kurze Hose tragen könnte.

Im Übergangsbereich gibt es nur noch die 17cm Short zur Auswahl, die wohl die Three Season Short abgelöst hat. Sie besteht aus einem Innenslip und einer langen Aussenhose aus etwas festerem Material. So sind die Beine besser geschützt als bei den Sommer-Modellen. Je nach persönlicher Vorliebe kann man mit der 17cm Short aber auch im Winter laufen und sicher auch weit bis in den europäischen Sommer.

Die Dual Run Short besteht dagegen zwar wieder aus einer Innentight plus kurzer Short, ist allerdings aus einem deutlich dünneren Material als die 17cm Short. Die Einsatzbereiche haben bei milderen Temperaturen sicher eine große Überschneidung. Ich sehe den Vorteil der Dual Run Short aber eher im Sommer bzw. bei schweißtreibenden Einheiten, wo die Innentights sicher verhindern, dass man sich einen Wolf läuft.

Den Job können natürlich auch die Half Tights übernehmen, wenn man gerne in solchen Teilen läuft. Für eine besonders dünne Variante muss man in den ELITE-Bereich zu den Speed Shorts springen. Damit ist man auch bei heißen Rennen sicher nicht zu dick angezogen.

Einen ähnlichen Sprung kann man bei den Shorts auch machen: die Run Shorts sind in der aktuellen Version wirklich super-dünn und auch im Hochsommer eine gute Wahl. Wer noch mehr Stoff sparen möchte greift alternativ zu den ELITE Race Shorts.

Im Grunde baugleich, aber mit ausgeklügelten Taschen und Loops für die Marathonverpflegung, sind daneben auch die ELITE Marathon Shorts eine gute Wahl. Aber eigentlich nur dann, wenn die Unterbringung von Gels und Ähnlichem wirklich eine eigene Herausforderung darstellt.

Vests und Gilets

Auch bei den ärmellosen Kleidungsstücken gibt es ein breites Angebot. An kalten Tagen finde ich das neue Winter Gilet sehr angenehm. Es ist aus dem gleichen Material wie die All Weather Jacket gefertigt. Das bedeutet: sehr guter Schutz vor Wind und Regen bei hervorragender Atmungsaktivität, weil keine Membran gebraucht wird. Das Gilet kann man bei eisigen Temperaturen als äußere Schicht über warmen Oberteilen tragen. Es kann aber auch an windigen Herbsttagen über einem dünnen Longsleeve gute Dienste leisten.

Ähnlich ist es mit dem Ultra Lightweight Gilet: es hat das Material der Ultra Jacket geerbt und ist damit auch gut gegen Wind und Regen geschützt – allerdings ist es ziemlich dünn. Ich trage es an eher milden Herbsttagen, wenn kleinere Schauer zu erwarten sind oder mir der Wind zu frisch ist. Aber auch an Sommerabenden kann es eine willkommene zweite Schicht sein.

Für richtig heiße Sommertage gibt es in der RUN Kollektion das Singlet. Es ist aus dem gleichen dünnen Stoff wie die Tech-Ts gefertigt, aber halt ohne Ärmel. Noch weniger Material gibt es dann nur noch bei der ELITE Race Vest – bei gleichzeitig noch dünnerem Material.

T-Shirts

Für den Winter hat Soar ein T-Shirt aus Merinowolle und Seide als Baselayer im Angebot. Das könnte man zwar sich auch alleine tragen – gedacht ist es dafür nicht.

Für den Sommer gibt es gleich drei Modelle. Das Tech-T ist ein sehr universelles T-Shirt aus einem recht dünnen und weichen Material. Ich trage es auch an sehr heißen Tagen immer noch gerne, weil es selbst schweißnass nicht so auf der Haut klebt.

Mit dem Half-Zip T erhält man die Möglichkeit, über den Reißverschluss zusätzlich Luft und damit Kühlung an die Haut zu lassen. Auch ist das Material an den Seiten etwas luftiger. So richtig dünn wird es dann beim Hot Weather T. Es besteht aus dem gleichen, extrem luftigen Material wie die ELITE Race Vest. Während ich auf das Half-Zip T verzichten könnte, ist das Hot Weather T ein absolutes Muss.

Das UTR Top ist ein sehr spezielles T-Shirt, denn es wurde für die Benutzung unter einer Laufweste (typischerweise bei Trailrunning) konzipiert. Daher sind die entsprechend beanspruchten Partien auch aus einem abriebfesten Material.

Long Sleeves

Den Merino-Baselayer gibt es auch als langärmlige Variante – für mich im Winter sicher die bessere Wahl. Das Wooltech Top ist auch ohne Baselayer schon ziemlich warm und lässt sich bei Temperaturen über 0°C gut alleine tragen. Oder man kombiniert es mit dem Merino-Longsleeve, dem Winter Gilet oder einer der Jacken und ist für jedes Wetter gerüstet.

Für die Übergangszeit, wenn ein T-Shirt gerade noch zu kalt ist, gibt es das Tech-T auch als Longsleeve. Auch das ist sehr vielseitig einsetzbar und gehört in jeden Schrank. Das Tempo Top liegt dagegen etwas enger an und ist eher für fordernde Trainingseinheiten in der Übergangszeit gedacht. Über den langen Reißverschluss lässt sich auch hier die Temperatur regulieren. Es kann direkt auf der Haut oder mit einem dünnen Baselayer getragen werden.

Der Windbreaker lässt sich auch wie ein Longsleeve direkt auf der Haut tragen und schützt gegen Wind und leichten Regen. Das Material ist etwas dicker und innen aufgeraut. Im Grunde würde er auch schon als Jacke durchgehen.

Jacken

Jetzt kommen wir zu den absoluten Highlights! Bei den Jacken macht Soar kein anderer Hersteller etwas vor. Die All Weather Jacket ist das beste Beispiel dafür. Sie ist nicht nur die wärmste Jacke im Programm, sondern durch ihr spezielles Material auch noch wind- und wasserfest ohne eine Membran dafür zu brauchen. Sie lässt sich gut mit dünnen und dicken Schichten darunter kombinieren, oder in der Übergangszeit auch solo tragen.

Wenn es vor allem um den Schutz vor Regen geht, ist die Nano Rain Jacket die beste Wahl. Soar hat hier eine Membran entwickelt, die extrem atmungsaktiv ist. Selbst bei schweißtreibenden Läufen im Regen bleibt der Plastiktüten-Effekt also aus.

Die Ultra Jacket setzt dagegen wieder auf das Prinzip der All Weather Jacket, ist aber viel, viel dünner. Sie hält Regenschauer ebenso gut ab wie Wind. Ich trage sie oft im Frühjahr, wenn das Wetter nicht mehr richtig kalt, aber unbeständig ist.

Fazit

In der Soar Kollektion findet man Kleidungsstücke mit einem sehr breiten Einsatzspektrum (17cm Short, Tech-T, Windbreaker, …), aber auch eben welche für sehr spezielle Zwecke (UTR Top, ELITE Marathon Shorts, Ultra Lightweight Gilet, …).

Ich hoffe mit dem Gear Guide etwas besser erklärt zu haben, wo sich Funktionen ähneln oder überschneiden und für welche der Varianten man sich wann entscheiden sollte. Grundsätzlich gilt: je spezieller die Funktion, desto unwahrscheinlicher ist es, etwas auch nur halbwegs Vergleichbares bei einem anderen Hersteller zu finden. ;)

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Thomas (der Harlerunner)